Oberdorf
Zauber des Advents mit «I Quattro»

Die vier Sänger rund um Damian Meier sangen in der ausverkauften Wallfahrtskirche von Oberdorf klassische Lieder.

Gundi Klemm
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Von links: Damian Meier, Daniel Camille Bentz, Matthias Aeberhard und Simon Jäger in der Wallfahrtskirche Oberdorf.

Von links: Damian Meier, Daniel Camille Bentz, Matthias Aeberhard und Simon Jäger in der Wallfahrtskirche Oberdorf.

Hansjörg Sahli

Bis auf den letzten verfügbaren Platz gefüllt war die Wallfahrtskirche Oberdorf von beifallfreudigem Publikum, das sich durch die Herrengruppe «I Quattro» gerne adventlich bezaubern liess. Das vielfältige, mit kurzweiliger Moderation und gelegentlich Showeffekten aufgelockerte Programm gefiel mit seinen insgesamt 22 Liedtiteln.

Damian Meier, weit über die Region hinaus bekannter Sänger und Chorleiter, hatte mit seinen Gesangskollegen Simon Jäger, Matthias Aeberhard und Daniel Camille Bentz sowie Hannes Forster am E-Piano für jedes Lied eine fantasie- und abwechslungsreiche Darbietungsform entwickelt. Mal gemeinsam, mal «duettierend», mal solistisch oder mit Terzett der übrigen Sänger gewann die sich beglückend auffächernde Vielstimmigkeit die Herzen der Zuhörenden.

Besinnlich bis komödiantisch Den Anfang machte amerikanisches Liedgut, bei dem neben den Melodien die exakte englische Aussprache in «It’s beginning to look like Christmas», in «Do you hear, what I hear» und in den «Three kings» beeindruckten. Nach drei bekannten französischsprachigen Weihnachtsliedern vom liebenswerten «Les anges dans nos campagnes» mit seinem «Gloria»-Rankwerk im Refrain bis zum «Panis Angelicus» von César Frank wechselte die Gruppe zu traditionell besinnlichen, deutschen Weihnachtsliedern, die sie ohne Begleitung von der Kanzel herab sang.

Danach folgten zwei komödiantisch vorgetragene Songs aus dem Unterhaltungsbereich «Happy X-mas» mit Textzeile «And we all a glühwein need» sowie ein hübsch arrangiertes Schlittenfahrt-Medley rund um «Jingle Bells». Und weiter gings mit dem Gospel «Good News», spanischen sowie englischen Liedern zum Welthit «White Christmas» und schliesslich zum beliebten und mitreissend vorgetragenen rotnasigen Rentier Rudolf. Nach dem «frostigen Schneemann», den man in der warmen Kirche gerne hörte, erklang als Zugabe das klangprächtige «Ave Maria» und zum Abschluss «Stille Nacht» in den vier Schweizer Landessprachen, zuletzt mit freudiger gesanglicher Unterstützung des Publikums.

Stimmlich ausgeglichen

Die durch und durch professionell agierenden «I Quattro»-Mitglieder, deren Stimmumfang vom hellen Tenor bis zum Bariton reicht, gefielen in ihrer überwiegend stimmlichen Ausgeglichenheit. Kurzzeitig forcierte vokale Ausbrüche in höheren Lagen und ein ganz seltenes Ansingen der Töne von unten her waren wegen des insgesamt gelungenen Vortragsstils mehr als verzeihlich.

Das Publikum freute sich über die den Konzertverlauf bereichernden Einfälle der Solisten, die man äusserlich vier Typen zuordnen konnte. Simon Jäger, den wir im kommenden Sommer auch in der Burgäschi-Operette «Die Zirkusprinzessin» sehen werden, erinnert phänotypisch an einen Philosophen, Matthias Aeberhard an einen lebensfroh erzählenden, italienischen «Cantautore». Daniel Camille Bentz, den die Region zwei Mal in Wasserämter Operetten erlebte, wirkte opulent singend wie ein Schöngeist, und Konzert-Organisator Damian Meier strahlte wie ein vergnügter, kirchlicher Würdenträger.

Nach dem Jubelbeifall, fast wie an einem Open-Air-Konzert, war von vielen Seiten zu hören: «Es war wunderbar!» Und tatsächlich vermittelte dieses von den «I-Quattro»-Leuchttürmen bescherte Vorweihnachtserlebnis Wärme und festliche Vorfreude.

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