Zuchwil
Das Sportzentrum Zuchwil soll neue Betten erhalten

Der Gemeinderat Zuchwil hat den Anbau Ost an die Eishalle des Sportzentrums genehmigt und einen Planungskredit über 350'000 Franken für die Sanierung des Westtrakts gesprochen.

Urs Byland
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Die Traglufthalle ermöglicht einen Winterschwimmbetrieb, was Sportlerinnen und Sportler anzieht. Für diese will das Sportzentrum auch künftig günstige Übernachtungen anbieten können.

Die Traglufthalle ermöglicht einen Winterschwimmbetrieb, was Sportlerinnen und Sportler anzieht. Für diese will das Sportzentrum auch künftig günstige Übernachtungen anbieten können.

Hanspeter Bärtschi

Zwei Bauvorhaben bestimmten die Diskussion im Gemeinderat von Zuchwil – mit unterschiedlichem Erfolg. Der geplante Anbau Ost bei der Eishalle im Sportzentrum, vor 16 Jahren schon als «Anbau Unterkunfts- und Garderobentrakt» erstmals geplant, soll als «letzter grosser baulicher Entwicklungsschritt des Sportzentrums» realisiert werden. Zwischenzeitlich fand man eine externe Lösung, die aber per 31. Oktober 2022 gekündigt ist.

«Der Wegfall von Betten wäre für das Sportzentrum katastrophal», erklärt Urs Jäggi, Direktor des Sportzentrums, im Gemeinderat. Seien doch mit dem Kunstrasen und der Traglufthalle attraktive Anlagen hinzugekommen. Heute verfügt das Sportzentrum über 189 Betten, extern und im Gebäude mit der Sporthalle, 147 davon seien wirklich nutzbar, davon aber 100 in schlechter Qualität. Jäggi zeigte sich überzeugt:

«Mit dem Anbau kommen wir auf insgesamt 131 Betten in guter bis sehr guter Qualität. Wir können so einen höheren Umsatz erzielen. Die Rechnung würde für uns aufgehen.»

Würden die wegfallenden externen Betten nicht ersetzt, verliere das Sportzentrum einen Gewinn von 100'000 Franken, so Jäggi. Es könnte die betriebsnotwendigen Abschreibungen nicht mehr selbst stemmen.

Im Erdgeschoss des Anbaus ist ein zusätzlicher Theorieraum geplant, dies im Hinblick darauf, dass der Solothurnische Fussballverband für seine Kurse einen Theorieraum brauche. Aktuell würden durch diese Kurse oft der Widisaal für Bankette oder Seminare blockiert. Zudem wolle der Verband seine Geschäftsstelle auf den 1. Januar ins Sportzentrum verlegen. Die Kosten von 1,5 Mio. Franken sind im Investitionsprogramm, das aktuell 3,2 Mio. Franken für vier Jahre beträgt, enthalten. Die jährlich anfallenden Abschreibungen in der Höhe von 50'000 würde die Sportzentrum AG der Einwohnergemeinde vergüten.

In der Diskussion drehten sich die Fragen insbesondere um die Kosten. So wurde bemängelt, dass das ursprüngliche Projekt noch mit Kosten von 1 Mio. Franken rechnete. «Ich habe schon immer darauf hingewiesen, dass dieser Betrag wahrscheinlich nicht ausreiche. So ist es auch gekommen», antwortete Jäggi. Bedenken wurden auch geäussert wegen der Abschreibung, die immerhin über 30 Jahre läuft.

«Wir haben auch andere Objekte, die wir noch abschreiben müssen. Das waren im Maximum insgesamt 197'000 Franken. Mit dem Anbau wären wir künftig auf 150'000 Franken. Und bald fallen grössere Brocken aus der Abschreibungsliste», gab sich Jäggi zuversichtlich. Der Gemeinderat genehmigte das Projekt mit 10 Ja zu 1 Nein zuhanden der Gemeindeversammlung.

Neue bauliche Möglichkeiten und Visionen

Schwieriger hatte es im Gemeinderat das Projekt Sanierung Trakt West des Dienstleistungszentrums. Die Sanierung ist unbestritten. Der Westtrakt entstand 1955. Im Jahr 2000 arbeiteten 32 Personen im Dienstleistungszentrum, heute sind es 62. Stichworte wie Arbeitsplatzqualität und Energieeffizienz bestimmten die Diskussion rund um die Sanierung. Nötig sind zusätzliche Raumflächen.

Peter Baumann, Leiter Bau und Planung, stellte gleich drei Varianten vor. «Das ist mir in den letzten 20 Jahren noch nie passiert.» Mitverantwortlich dafür sind bauseits neue Möglichkeiten und Visionen. So werden neuerdings moderne Gebäude mit einem System beheizt, gekühlt und gelüftet. Und zur Diskussion gestellt wurde ein zusätzliches Attikageschoss. Zwischen der Grundvariante mit alter Heizung und der Variante mit moderner Energieanlage und Attikageschoss für 4 Mio. Franken beträgt die Differenz rund 1,5 Mio. Franken.

Dem Gemeinderat ging das aber zu schnell. Zwar ist klar, dass die Grundvariante keine Anhänger findet. Wie weiter, soll aber mit einer detaillierten Planung herauskristallisiert werden. Der Gemeinderat genehmigte dafür einstimmig einen Planungskredit von 350'000 Franken. An der Gemeindeversammlung soll nun zu diesem bereits traktandierten Geschäft nicht entschieden sondern informiert werden.

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