Neben den «Fledermaus»-Operettenaufführungen, die seit Mittwoch letzer Woche in der Reithalle aufgeführt werden, waren im Programm der Classionata Solothurn zwei Konzertanlässe im Konzertsaal angekündigt. Und diese liessen auch die Herzen der Klassik-Liebhaber jenseits von Operette höherschlagen.

Am Freitagabend standen Dvoraks «Aus der Neuen Welt», das Haydn-Cellokonzert in C-Dur und Ludwig van Beethovens «Fidelio»-Ouvertüre auf der Affiche; gestern Sonntagvormittag wurde ein «Musikalischer Morgenspaziergang» mit einem Strauss von Lieblingen der Klassik-Literatur von Mozart über Tschaikowsky bis zu Puccini geboten. Dazu war der Solothurner Mädchenchor unter der Leitung von Lea Pfister-Scherer mit fünf Liedern mit eingebunden.

Der Konzertsaal war nahezu gefüllt; ein auffallend jüngeres Publikum war anzutreffen. Andreas Spörri führte die Münchner Symphoniker mit sicherer Hand und temperamentvoll durch das Programm. Ein erster Höhepunkt war sicher der «Blumenwalzer» aus dem «Nussknacker» von Tschaikowsky. Es folgte die «Carmen-Fantasie für Violine und Orchester» mit dem Konzertmeister der Münchner, Marian Kraew, als Violinvirtuose. Der Solothurner Mädchenchor sang auch bei «Coro a bocca chiusa» aus «Madama Butterfly» von Giacomo Puccini anrührend mit. Rossinis «Wilhelm Tell»-Ouvertüre schloss diesen Sonntagmorgen ab.

Monighetti, der Meistercellist

Eine weitere Facette des Orchesters und des Dirigenten konnte der Konzertbesucher am Freitagabend geniessen. Dvoraks «Aus der Neuen Welt» war ein einmaliges symphonisches Erlebnis. Noch einen drauf setzte aber der Meistercellist Ivan Monighetti, der mit Haydns Cellokonzert C-Dur in den drei Sätzen zeigte, was Weltklassemusik ist. Monighetti, der letzte Schüler Rostropowitchs und Lehrer unter anderem von Sol Gabetta, spielte seine ganze Meisterschaft aus. Er entlockte dem Barockstück hin und wieder fast jazzige Nuancen und vermochte die Zuhörer völlig in seinen Bann zu ziehen. Gleiches geschah mit dem Dirigenten und dem Orchester, welches sich für diesen Programmteil zu einem Barock-Kammerorchester formierte.

Die fliegenden Haarsträhnen des Cellisten und seine fast immer geschlossenen Augen wird so mancher Konzertbesucher sicher nicht mehr vergessen. Ein Glück, dass es Andreas Spörri und dem Classionata-Team gelungen ist, diesen Ausnahmemusiker nach Solothurn einzuladen.