Persönlich
Bildungsfeindlich – nein danke

Die Ergebnisse der Bildungsbemühungen sind noch bescheiden, aber Urs Huber bleibt gelassen und holt Versäumtes nach.

Urs Huber
Urs Huber
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Vor einiger Zeit bezeichnete mich eine Kollegin als «bildungsfeindlich». Eine solche Etikettierung ist so etwas wie ein verkapptes Todesurteil, auf dessen Vollstreckung lebenslänglich zu warten ist. Mich schauderte und ich ging über zum Gegenangriff.

Seither versuche ich mich zu bilden und hole Versäumtes nach. Wohlwissend, dass kompensatorische Erziehung meist ins Leere läuft. Immerhin: Mittlerweile reagiere ich jeweils wie ein von Weihrauch trunkener Ministrant auf die Frage im Restaurant, ob die Salatsauce französisch, italienisch, nach Art des Hauses oder irgend einer andern Unart von irgendwo sein soll: nämlich gelassen.

Sandra Ardizzone

Oder ich nicke tiefsinnig wie ein alter Uhu auf jede Bemerkung, die mit der Frage «Weisch, was ich meine?» endet. Und mittlerweile glaube ich jedem und jeder den überraschenden Sinneswandel hin zum neuen Lieblingsbier und an den von ihnen kolportierten Verrat von Grossbrauereien am wahren Bier an sich. Ich habe gelernt: Das ist der Zeiten Lauf!

Aber, ich gebe zu: Die Ergebnisse meiner Bildungsbemühungen sind bescheiden. Noch schlimmer: Sie erleiden regelmässig ernüchternde Stillstände. Mit den omnipräsenten weissen Turnschuhen oder Sneakers tue ich mich noch immer schwer. Aber ich versichere dir: Ich arbeite dran, Isabel.

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