Trinkwasser
Analyse: in Obergösgen werden neue Standorte für die Trinkwasserversorgung geprüft

Die Konzession des Pumpwerks Schachen läuft 2029 aus. Es versorgt die Gemeinden Obergösgen und Lostorf mit Trinkwasser.

Felix Ott
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Mit umfangreichen Proben wird die Wasserqualität vom Hydrogeologen Dominik Richter getestet.

Mit umfangreichen Proben wird die Wasserqualität vom Hydrogeologen Dominik Richter getestet.

Patrick Luethy

Seit 1954 versorgt das Pumpwerk Schachen die Gemeinden Obergösgen und Lostorf mit Trinkwasser. Seither wurden einige Anpassungen an der Grundwasserschutzzone vorgenommen. Die sehr grosse Schutzzone um das Pumpwerk wurde teilweise bereits überbaut. Laut Kanton Solothurn sei deshalb eine Verlängerung der Konzession zur Grundwasserentnahme 2029 unwahrscheinlich, erzählt der Obergösger Bürgergemeindepräsident und Brunnenmeister, Bruno Eng auf Anfrage.

Er zeigt sich zuversichtlich, dass es an einem der neuen Standorte funktionieren wird. Dabei kommen zwei Positionen in Frage. Der erste mögliche Standort befindet sich rund 300 Meter weiter südlich des Pumpwerks Schachen. Der Zweite liegt nochmals rund 100 Meter weiter.

Lageplan des Wasserpumpwerks Schachen in Obergösgen mit Versuchsbrunnen.

Lageplan des Wasserpumpwerks Schachen in Obergösgen mit Versuchsbrunnen.

ZVG

Beim Bau einer neuen Pumpstation soll laut Eng zugleich die Konzessionsmenge der Wasserentnahme erhöht werden. Schliesslich wird mit dem bestehenden Wasserpumpwerk nicht nur Obergösgen versorgt, sondern auch Lostorf. Aber auch die anderen umliegenden Gemeinden sollen von einem Neubau profitieren. Der Bürgergemeindepräsident sagt:

«Wenn man schon etwas neu baut, soll man es auch gleich richtig machen.»

Wassermenge und -qualität wird geprüft

Verschiedene Parameter wurden untersucht.

Verschiedene Parameter wurden untersucht.

Patrick Luethy

Am vergangen Donnerstag wurde am ersten möglichen Standort acht Stunden lang Grundwasser gepumpt. Damit soll die Ergiebigkeit des Standorts und die Wasserqualität geprüft werden, erklärt Dominik Richter. Zu beginn des Pumpversuch entnahm der Hydrogeologe Wasserproben, um den Ist-Zustand zu erfassen. Am Nachmittag wurde eine erneute Probenahme durchgeführt, um die Auswirkungen des Langzeitbetriebs zu untersuchen.

Die vom Projektleiter der Jäckli Geologie AG umfangreichen Proben werden anschliessend in einem Labor untersucht. Dabei werde das Wasser auf mikrobiologische Belastung, gelöste Schwermetalle sowie Rückstände von Pestiziden und Düngemittel untersucht. Aber auch die Kationen und Anionen, also die positiv und negativ geladenen Teilchen im Wasser spielen eine Rolle.

In einer zweiten Phase im Frühling 2022 wird am besten geeignete Versuchsbrunnen ein Dauerpumpversuch von 4 Wochen durchgeführt. Erneut werden dann Proben genommen und im Labor analysiert. Anschliessen wird die Planung einer angepassten Grundwasserschutzzone angegangen. Dabei müssen Fliessverhältnisse sowie die künftige Nutzung des Gebietes genau betrachtet werden.

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