Volleyball
Schönenwerd in Quarantäne – «diese Zwangspause tut uns weh», sagt CEO Daniel Bühlmann

Statt gegen Chênois um den Einzug in den Playoff-Final zu kämpfen, befinden sich die Spieler von Volley Schönenwerd zum zweiten Mal in dieser Saison in Quarantäne. Dem Team von Trainer Liam Sketcher bleibt damit wenig Zeit für die Vorbereitung auf die Woche der Wahrheit Ende März mit den zwei Halbfinal-Partien und dem Cupfinal.

Raphael Wermelinger
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Headcoach Liam Sketcher kann sein Team in der wichtigen Phase der Meisterschaft gut anderthalb Wochen lang nicht trainieren.

Headcoach Liam Sketcher kann sein Team in der wichtigen Phase der Meisterschaft gut anderthalb Wochen lang nicht trainieren.

Jörg Oegerli

Volley Schönenwerd klebt gerade das Pech an den Füssen. Zuerst verletzte sich der albanische Aussenangreifer Redjo Koci im Verlauf der Playoff-Viertelfinalserie gegen Jona. Und am letzten Samstag, also unmittelbar vor dem Auftakt der Halbfinalserie gegen Chênois, wurde ein Mitglied des Staffs positiv auf das Coronavirus getestet.

Es ist der zweite Coronafall bei den Schönenwerdern in der laufenden Saison. Anfang November hat es einen Spieler erwischt, diesmal einen Betreuer. Die Konsequenzen für das Team sind verheerender als im Herbst, als sich nur ein paar Spieler in Quarantäne begeben mussten. Jetzt sind sämtliche Spieler plus Staff betroffen.

Am vergangenen Samstagmorgen, kurz vor der Abfahrt nach Genf, traf das positive Testresultat beim Klub ein. Dieses hat zur Folge, dass das Team bis zum nächsten Montag nicht trainieren darf. «Diese Zwangspause tut uns weh. Es hat uns im denkbar dümmsten Moment erwischt», sagt CEO Daniel Bühlmann. «Für die Spieler ist es extrem hart.» Er denkt etwa an die Ausländer Shonari Hepburn, German Johansen sowie Redjo Koci, die schon zum dritten Mal innert eines knappen halben Jahres in Quarantäne müssen.

Hin- und Rückspiel statt Best-of-5-Serie im Halbfinal

Eigentlich hätte am kommenden Samstag die zweite Begegnung der Halbfinalserie gegen Chênois stattfinden sollen. Und Spiel drei dann am darauffolgenden Mittwoch. Weil die Schönenwerder aber ausser Gefecht gesetzt sind, wird der Halbfinal abgekürzt. Statt einer Best-of-5-Serie entscheiden nur noch zwei Spiele über den Einzug in den Final. Das Hinspiel findet am Samstag, 20. März, in der Betoncoupe Arena in Schönenwerd statt. Vier Tage später wird in Genf die Entscheidung fallen. Gespielt wird nach der Golden-Set-Regel. Zu diesem entscheidenden Satz kommt es, wenn beide Klubs je ein Spiel mit 3:0 oder 3:1 gewinnen. Ein Sieg mit 3:1 oder 3:0 und eine Niederlage im Tiebreak reichen für ein Weiterkommen.

«Für die Spieler ist es extrem hart. Für einige ist es die dritte Quarantäne», sagt Volley Schönenwerds CEO Daniel Bühlmann.

«Für die Spieler ist es extrem hart. Für einige ist es die dritte Quarantäne», sagt Volley Schönenwerds CEO Daniel Bühlmann.



Remo Fröhlicher

«Die Ausgangslage ist dadurch nicht grossartig anders», sagt Daniel Bühlmann. «Gegen Amriswil hätten sich die Chancen für uns in weniger Spielen vielleicht erhöht. Diese Mannschaft dreimal schlagen zu können, wäre schon ein Kraftakt.» Gegen Chênois präsentiere sich die Ausgangslage dagegen völlig offen. In der Qualifikation konnten beide Klubs je einen 3:1-Erfolg verbuchen. Am Ende der Qualifikation belegten Chênois und Schönenwerd die Plätze zwei und drei. Chênois sammelte in den 14 Spielen drei Punkte mehr als die Niederämter. Im Viertelfinal schalteten die Genfer, die jüngst auf der Libero-Position noch mit einem Argentinier nachgerüstet haben, Traktor Basel locker in drei Spielen und ohne Satzverlust aus.

Trotz der guten Form des Gegners und trotz der momentan misslichen Umstände, sieht Bühlmann die Chancen für den Einzug in den Playoff-Final als intakt: «Die Pause ist natürlich verheerend. Danach bleibt uns knapp eine Woche Zeit für eine gute Vorbereitung auf die wichtigen Spiele. Ein kleiner Vorteil könnte sein, dass wir am Samstag zuerst zu Hause spielen.»

Zuerst die Verletzung, dann der Coronafall inklusive Quarantäne und Zwangspause: Es kann eigentlich nur besser werden für Volley Schönenwerd Ende März. Dann steht quasi die Woche der Wahrheit an. Innert sieben Tagen warten nicht nur die zwei Halbfinal-Spiele gegen Chênois, am 27. März steigt zum Abschluss der Woche der Cupfinal gegen Jona. Und vielleicht geht die Saison für die Schönenwerder danach noch ein bisschen weiter, wenn sie denn nicht wieder ausgebremst werden.

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