Frauenhandel
Puff-Mutter: «Zuhälter attackierte Prostituierte mit Elektroschocks»

Monika B. ist quasi die Mutter des Oltner Strassenstrichs. Die Betreiberin zweier Lusthäuser weiss: Für die Frauen im Rotlicht-Milieu ist es manchmal ein Kampf ums Überleben.

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Seit 10 Jahren arbeitet Monika B. am Oltner Strassenstrich und betreibt zwei Lusthäuser, in denen die Frauen einigermassen sicher anschaffen können. Hier sind sie ihr eigener Chef; kein krimineller Zuhälter steht hinter ihnen.

Aufgedeckter Menschenhandel

Nirgendwo in der Schweiz gibt es im Verhältnis zur Einwohnerzahl mehr Fälle, in denen Frauen zu Opfern von Menschenhandel werden, als im Kanton Solothurn. 29 Frauen betreute die Fachstelle für Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ) im vergangenen Jahr in ihrem Opferschutz-Programm. Allein 2014 wurden 18 mutmassliche Opfer an die Zürcher Organisation verwiesen. Manche der Frauen müssen als Hausangestellte oder Putzfrauen arbeiten, die meisten werden jedoch im Sexgewerbe ausgebeutet.

Im Kanton Solothurn sei der Frauenhandel wohl kaum ausgeprägter als anderswo, meint Rebecca Angelini von der Fachstelle für Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ) gegenüber der Solothurner Zeitung. «Die Behörden ermitteln hier einfach aktiver.» Mit anderen Worten: Es gibt nicht mehr Fälle – sondern mehr Fälle, die aufgedeckt werden. Wie viele Frauen in der Schweiz von Menschenhandel betroffen sind, weiss niemand genau.(sva)

Die Prostituierten zahlen Monika für das Benützen des Zimmers. Die Puff-Mama wechselt nach jedem Männerbesuch die Bettwäsche, wäscht und schaut im Haus zum Rechten. Sie steht den Prostituierten auch mit Rat zur Seite.

Auf der Strasse sieht es da anders aus. Oftmals arbeiten die Prostituierten für einen Zuhälter. Monika weiss das. Ihr ist auch bekannt, dass Prostituierte von ihren Zuhältern teilweise stark misshandelt werden. «Die Frau wurde mehrmals mit Elektroschocks attackiert», weiss Monika B. gegenüber «TeleM1» von einem Fall zu erzählen. Die Frau habe sich somit gar nicht wehren können.

Monika kann nichts gegen diese Zuhälter machen – das wäre zu gefährlich. «Sie machen ihr Ding. Ich lasse sie in Ruhe, solange sie mich hier unten nicht stören.» (ldu)

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