Corona
Wie unterstützt die Stadt Solothurn die Gastronomie in der Krise?

Die Stadt Solothurn baut administrative Hürden ab, finanzielle Unterstützung sei nicht der richtige Weg, sagt Stadtpräsident Kurt Fluri. Eines der Unterstützungsangebote nahm kein einziger Gastronom in Anspruch.

Judith Frei
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Schon lange wurde in einem Restaurant kein Tisch mehr gedeckt.

Schon lange wurde in einem Restaurant kein Tisch mehr gedeckt.

Hanspeter Bärtschi

Take-Away statt ein weiss gedeckter Tisch in einem Restaurant ist schon seit geraumer Zeit Realität. Das Gastgewerbe sucht in der Zeit, in der das Empfangen von Gästen behördlich verboten ist, immer wieder nach kreativen Einkommensmöglichkeit.

Auch die Stadt versucht die hiesige Gastronomie zu unterstützen. Noch letztes Jahr ergriff sie zwei Massnahmen: Zum einen wurde es einfacher, die Aussenräume zu erweitern, damit die Schutzmassnahmen eingehalten werden konnten und trotzdem noch gleich viel Gäste auf der Terrasse Platz haben. Vor dem Winter teilte die Stadt zudem mit, dass beheizte Witterungsschutzbauten von Restaurants ohne Baubewilligung aufgestellt werden können. Diese Schutzbauten mussten lediglich von der Stadtpolizei bewilligt werden.

Es stellten sich gar die Grünen hinter die Idee, obwohl diese Aussenbauten viel Energie brauchen. Es sei nicht die Zeit um pingelig zu sein, sondern die Gastronomie brauche jetzt Unterstützung, hiess es. Auch die Stadt- und Gewerbevereinigung Solothurn bezeichnete das Angebot der Stadt als gute Übergangslösung.

Die Erweiterung der Aussenfläche wurde - wie im letzten Sommer in der Stadt unschwer beobachtet werden konnte - von vielen Betrieben in Anspruch genommen. Auf die Mitteilung, dass auch Witterungsschutzbauten erstellt werden könne, reagierten Gastronomen aber verhalten. Es sei schön zu wissen, dass die Stadt hinter der Gastronomie stehe, doch wolle man nicht sofort in einen solchen Aussenbau investieren. Solche Bauten seien teuer und bei einem Lockdown vergeblich investiertes Geld, war der O-Ton.

So kam es dann auch: Nicht ganz zwei Monate nach dem Angebot der Stadt mussten die Restaurant- und Barbetreiber ihre Lokale wegen weiteren Verschärfungen schliessen. So ging bislang nur ein Gesuch bei der Stadtpolizei ein. Bevor es geprüft werden konnte, wurde es auch schon wieder zurückgezogen.

Andere Unterstützung hat die Stadt nicht vor

Die Krise ist bei weitem nicht überstanden:

«Wir wollen die Gastro weiterhin mit Erleichterungen bei den administrativen Hürden unterstützen»

, sagt Stadtpräsident Kurt Fluri. So wird es auch in Zukunft leichter und billiger werden, eine Bewilligung für die Erweiterung der Aussenräume zu erhalten. Ob die Regelung für den Witterungsschutz auch im nächsten Winter noch gelten soll, wird zeitnaher wieder ein Thema und ist noch offen.

Gleichzeitig werden jenen Betrieben, die ein Lokal in einer Stadtliegenschaft haben, bei der Miete entgegengekommen. «Bei uns ist gerade ein Gesuch vom Alten Spital hängig», sagt Fluri. Neben dem «Alten Spital» gebe es aber kaum noch Stadtliegenschaften.

Neben diesen Unterstützungen sind keine weiteren Hilfen von Seite der Stadt angedacht. «Weder die Politik noch das Gewerbe fordert, dass wir finanzielle Unterstützung leisten», erklärt Kurt Fluri. Denn dadurch würde neben Bund und Kantone noch ein dritter Akteur dazukommen, der Unterstützungsgelder spricht. Dies würde die Sache verkomplizieren. «Wir könnten schon Geld verteilen, aber zu welchen Kriterien?», fragt der Solothurner Stadtpräsident rhetorisch. Dies würde einfach mehr administrativer Aufwand für die Betriebe bedeuten und es sei fraglich, ob das sinnvoll sei.

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