Solothurn

Demo für den St.Ursen-Brandstifter - Organisator fordert Freispruch

Sympathiekundgebung für Kirchen-Brandstifter

Sympathiekundgebung für Kirchen-Brandstifter

In zwei Wochen entscheidet das Gericht, ob der Brandstifter der St. Ursen-Kathedrale verwahrt werden soll. Kuno Winkelhausen fordert derweil Andres Z.s Freilassung.

Am 15. Dezember steht Andres Z., der im Januar 2011 in der St.Ursenkathedrale Feuer gelegt hatte, vor den Richtern. Es geht um seine nachträgliche Verwahrung. Am Sonntag wird für den Freispruch des Oltners demonstriert.

Gespannt wartet Kuno Winkelhausen auf den Prozess vor dem Amtsgericht Solothurn-Lebern. Am 15. Dezember soll nämlich darüber befunden werden, ob Andres Z. nachträglich verwahrt wird. Er, der am 4. Januar 2011 rund 20 Liter Benzin über den Altar und die darunter liegenden Teppiche in der St.-Ursen-Kathedrale gegossen und mit einer Kerze in Brand gesetzt hatte. 

«Ich kann nachvollziehen, wie es zur Tat gekommen ist», sagt Winkelhausen. Er beschreibt die Aktionen von Z. (siehe Kasten) als eine Art Marketing. Der 65-jährige Oltner habe niemals jemanden verletzen wollen. Dass er Z. verstehe, «heisst aber nicht, dass ich die Tat gutheisse», betont Winkelhausen.  

Der 52-jährige Lommiswiler hat Z. kurz nach dem Brandanschlag auf Solothurns Kathedrale zum ersten Mal geschrieben und seither regelmässig besucht. «Ich bin ihm eine moralische Stütze», beschreibt Winkelhausen seine Beziehung zum Inhaftierten. «Ich weiss, was er die letzten fünf Jahre durchgemacht hat.» Die Haft belaste Z., der sich momentan in Sicherungshaft im Untersuchungsgefängnis Solothurn befindet.

Kuno Winkelhausen kann das Gutachten der Psychiater nicht nachvollziehen. Er ist überzeugt, dass für Z. keine Rückfallgefahr besteht. Die Staatsanwaltschaft sieht dies jedoch anders und will ihn nachträglich verwahren lassen. 

Für Winkelhausen kann es aber nur ein Urteil geben: Die Freilassung von Andres Z. 

Deshalb will er am Samichlaustag auch öffentlich für dessen Freilassung hinstehen - und hofft auf Unterstützung. Winkelhausen rechnet aber mit allem. «Notfalls bin ich alleine.» Das Ziel der bewilligten Demonstration sei es, «dass das Gericht weiss, dass mindestens eine Person hinschaut».

Winkelhausen kam selbst schon mit dem Gesetz in Konflikt. Er sass im Gefängnis, weil er gegen einen Staatsanwalt tätlich wurde. Die Demonstration für Andres Z. sei aber kein Rachefeldzug gegen die Justiz, sagt der Lommiswiler gegenüber «TeleM1». (ldu)

Die Demonstration beginnt am Sonntag, 6. Dezember, um 10.00 Uhr beim Hauptbahnhof Solothurn

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