«Moosköpfe» und «schwarze Madonna»
Für zehn Tage wird das Solothurner Kapuzinerkloster zur Kunstgalerie: Ein Rundgang

Am Donnerstag, 11. August, beginnt die Werkschau «Kunstzufall». Die Kunst ist allesamt in Ateliers und Werkstätten von sozialen Institutionen entstanden. Das steckt hinter dieser Ausstellung.

Susanna Hofer
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Einblick in die Ausstellung «Kunstzufall» im Kapuzinerkloster.

Einblick in die Ausstellung «Kunstzufall» im Kapuzinerkloster.

Bruno Kissling

In Ateliers und Werkstätten von sozialen Institutionen entstehen viele spannende Werke. Damit sie nicht nur einem kleinen Kreis Freude und Anregung bieten, nehmen 15 Institutionen vornehmlich aus dem Kanton Solothurn an einer Ausstellung teil, die in mehreren Räumen des Kapuzinerklosters Solothurn stattfindet.

Ein Wels schwimmt durch die Ausstellung.

Ein Wels schwimmt durch die Ausstellung.

Bruno Kissling

Die Werkschau zeigt hauptsächlich Bilder, aber auch einige Plastiken. Ein Hecht und ein Wels, fast einen Meter lang, schwimmen lebensecht durch einen der Ausstellungsräume. Eine grosse Skulptur von Yogita Rauch zeigt eine füllige, schwarze «Nana Madonna mit Kind», mittig platziert vor dem Altar der ehemaligen Klosterkirche. Daneben steht auf einem Blatt Papier: «Meine Motivation ist es, etwas Einzigartiges zu erschaffen. Das ist die erste unbefleckte Madonna mit Kind.»

«Nana Madonna mit Kind» von Yogita Rauch vor dem Altar der ehemaligen Klosterkirche.

«Nana Madonna mit Kind» von Yogita Rauch vor dem Altar der ehemaligen Klosterkirche.

Bruno Kissling

Dazu sagt Selma Dubach, Mitbetriebsleitende vom Kapuzinerkloster lachend:

«Das freut mich besonders, dass hier eine Frau den Platz vor dem Altar einnimmt, die musste einfach hierhin.»

Im Klostergarten erfreuen «Moosköpfe» das Auge. Ein Buch «Gedankenbank» von Daniel Göldlin liegt zur Signierung bereit, eine Seite darin trägt den Schriftzug: «Fragt sich, ob ich das Schicksal liebe.» Gehäkelte Früchte in bunten Farben und ein «Sorgenfalter» aus vielfach gefaltetem Zeitungspapier zeugen von viel Geduld, ebenso wie Türme aus Streichhölzern oder ein riesiger Pilz.

Die Werke sind zu kaufen, 80 Prozent des Erlöses geht an die Künstler, der Rest an das Kloster. Das Motto der Ausstellung heisst «Kunstzufall». «Es sollte ein Thema sein, dass möglichst viele Gestaltungsmöglichkeiten offenlässt», sagt Selma Dubach. «Wir und die beteiligten Institutionen freuen uns extrem, diese Werke hier ausstellen zu können, und jetzt, da sie hängen, ist die Vorfreude noch grösser.»

Für die Ausstellung musste eine Auswahl der Kunst getroffen werden.

Für die Ausstellung musste eine Auswahl der Kunst getroffen werden.

Bruno Kissling

Man habe sich ein möglichst breites Spektrum an Werken gewünscht, und schliesslich war das Echo in den Institutionen so gross, dass man eine Auswahl treffen musste. Man habe aber zum Glück allen Kunstschaffenden einen Platz bieten können, wenn auch nicht mit all ihren Werken. Wichtig sei zudem, den individuellen Möglichkeiten jedes Künstlers Raum zu geben. Je nach Erfolg sei auch eine weitere ähnliche Ausstellung möglich, meint Selma Dubach.

Ein breites Spektrum an Werken wird ausgestellt.

Ein breites Spektrum an Werken wird ausgestellt.

Bruno Kissling

Im Rahmen der Ausstellung wird auch ein offenes Atelier geführt. Mit allen Interessierten entwickeln Solothurner Künstlerinnen und Künstler während der Ausstellung gemeinsam Kunstwerke. Mit dabei in diesen offenen Ateliers sind unter anderem die bekannten Solothurner Kunstschaffenden Trudi Andres, Karin Müller, Roman Candio, Franco Müller und Yves Lavoyer. Die in den offenen Ateliers entstandenen Werke werden bei der Finissage öffentlich versteigert.

Die Vernissage der Ausstellung ist am Donnerstag, 11. August, von 17 bis 19 Uhr. Regierungsrätin Susanne Schaffner wird die Ausstellung eröffnen, dazu spielt die Band «White Stones», Hausband der Solodaris Stiftung. Ausserdem wird Brigitte Locher mit einigen Kunstschaffenden ins Gespräch kommen. Die Finissage findet am Sonntag, 21. August, um 16 Uhr statt. Organisiert wird die Ausstellung von Brigitte Locher vom Netzwerk Grenchen, Gisela Luder von der Solodaris Stiftung sowie von Rita Flury und Tanja Zimmermann vom Discherheim.

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8 Bilder
«Gnomen» - Gemeinschaftsarbeit im Innenhof von Kunstschaffenden der Solodaris Stiftung Solothurn.
Diverse Werke verschiedener Künstler Werkschau - Kunstzufall.
Werkschau - Kunstzufall - von und mit Kunstschaffenden aus sozialen Institutionen.
Werkschau - Kunstzufall - von und mit Kunstschaffenden aus sozialen Institutionen.
Werkschau - Kunstzufall - von und mit Kunstschaffenden aus sozialen Institutionen.
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Bruno Kissling