Vertrag abgeschlossen
Lidl fasst Fuss bei der Schanzmühle

Die Pensionskasse Kanton Solothurn hat für die jetzige Solomarkt-Fläche in Solothurn mit Lidl Schweiz einen Vertrag abgeschlossen. Nach dem Auszug von Manor im Sommer 2018 wird Lidl Schweiz, nach einer mehrmonatigen Umbauzeit, die neue Filiale auf dem Schanzmühle-Areal eröffnen.

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Ab 2018 dürfte nicht mehr das Manor-, sondern das Lidl-Logo hier zu sehen sein.

Ab 2018 dürfte nicht mehr das Manor-, sondern das Lidl-Logo hier zu sehen sein.

Hanspeter Bärtschi

Seit über zwei Monaten steht fest: Manor gibt seinen «Solomarkt»-Standort im Schanzmühle-Areal auf und zügelt sein Food-Angebot an die Gurzelngasse in der Altstadt.

Seit Mittwoch steht auch fest, wer danach an der Werkhofstrasse 29 für Manor nachrücken wird: Lidl Schweiz wird künftige Hauptmieterin der «Solomarkt»-Fläche.

Der Mietvertrag zwischen Manor und der Besitzerin des Standorts, der Pensionskasse des Kantons Solothurn (PKSO), läuft per Ende Juni 2018 aus. Nach mehrmonatiger Umbau- und Sanierungszeit soll Lidl Schweiz als neue Mieterin die Filiale schliesslich eröffnen. «Die Filiale in Solothurn wird voraussichtlich 15 bis 20 Mitarbeitende beschäftigen», gibt die Lidl-Medienstelle bereits heute bekannt.

Die nächsten Lidl-Niederlassungen befinden sich in Bellach, Biberist, Grenchen, Oensingen. «Lidl Schweiz haben ihr Interesse mehrfach bekräftigt und glauben an diesen Standort», heisst es in der Medienmitteilung der PKSO. Umgekehrt zeigt sich auch die Vermieterin überzeugt, «einen zuverlässigen Hauptmieter gefunden zu haben, der sich in den vergangenen Jahren bereits gut in der Schweiz positioniert hat.» Was dem Vernehmen nach bekannt ist: Auch der konkurrierende Discounter Aldi soll sich um den Standort beworben haben, aber eben erfolglos.

Gastro-Anbieter gesucht

In einem nächsten Schritt werde nun in Zusammenarbeit der Pensionskasse Kanton Solothurn und Lidl Schweiz das nötige Umbauprojekt erarbeitet, welches die beidseitig definierten Interessen und Vorstellungen umsetzen solle. Zu diesem Projekt zählen auch Arbeiten an der Gebäudehülle. Der ursprünglich deutsche Discounter wird nach eigenen Angaben einen Teil der Fläche von Manor im Rohbau übernehmen. Allerdings könne man zum jetzigen Zeitpunkt keine genaueren Angaben über die Investitionskosten und über die Fläche machen, so die Medienstelle von Lidl Schweiz. Was man bei der heutigen Hauptmieterin Manor schon weiss: Gerade eine fehlende Isolation des Industriegebäudes dürfte hohe Kosten generieren.

Geplant ist eine Flächenaufteilung ähnlich der heutigen: Ostseitig wird sich neu die Lidl-Filiale befinden, westseitig die kleineren Mieter. Nach dem «Il Crostino», dem Café/Restaurant von Manor, will die PKSO ebenfalls einen Gastronomieanbieter ansiedeln. «So sollen sich Kunden, Schüler der anliegenden Schulen sowie Mitarbeitende aus dem Quartier weiterhin verpflegen können.» Allerdings werde das passende Konzept hierfür noch gesucht. Darüber hinaus sucht die Besitzerin nun weitere Mieter – «Ende Jahr können wir dazu mehr sagen», informiert auf Anfrage PKSO-Direktor Reto Bachmann.

Wer bleibt? Wer geht?

Die anderen im Gebäude angesiedelte Betriebe sind der Besitzerin nicht direkt unterstellt, sondern sind Untermieter von Manor. Natürlich werden mit der neuen Vermieterin auch diese Verträge hinfällig. Die bestehenden Untermieter werden nicht von Lidl Schweiz übernommen, informiert Lidl. Das gesamte Mietverhältnis geht an die PKSO über. Die dort eingemietete Impuls-Drogerie Nagel kehrt ab August wieder an ihre angestammte Adresse an der Hauptgasse 9 zurück. Die Textilreinigung «1h Clean Isotex AG» wird drinbleiben. «Die Pensionskasse des Kantons Solothurn hat uns angerufen», sagt Inhaber Vincenzo Fersini: «Wir dürfen bleiben – und das wollen wir auch.»

Isotex AG ist seit 1996 im Schanzmühle-Areal und beschäftigt vier Personen. «Die Kunden kennen uns und unseren Standort. Mit einem Reinigungsunternehmen umzuziehen ist sehr schwer, vor allem auch weil andere Standorte schwer zu finden sind», so Fersini weiter. Auch sei er mittlerweile auch mit der Parkplatz-Situation zufrieden. Ein allzu rigides Parkregime hatte bei einigen Kunden der eingemieteten Kleinbetriebe für Unmut gesorgt. «Mittlerweile sind sie aber kulanter geworden», sagt Fersini.

Manor Food

Auszug in die Stadt

Im letzten Jahr brodelte es in der Gerüchteküche um Manor und seine künftigen Pläne. Noch im Januar 2015 hatte der Basler Warenhauskonzern grössere Investitionen in Millionenhöhe für einen Umbau des Manor-Food-Standorts Schanzmühle angekündigt. Wenige Monate später war plötzlich zu hören, Manor liebäugle nun mit einer Aufgabe des Standorts nördlich der Altstadt. Offenbar hatte man sich aufgrund der hohen Investitionen entschlossen, andere Standorte zu prüfen und den Mietvertrag nur noch bis 2018 zu verlängern. Das Rennen machte schliesslich der Plan, den Food-Bereich wieder in die Altstadt zurückzuholen, wo er sich bis 1998 bereits im Sous-Sol (Untergeschoss) befunden hatte.
Diesen Frühling wurde Manor dann konkreter und bestätigte, bis Mitte 2018 wiederum im Untergeschoss ihres Warenhauses an der Gurzelngasse den Food-Bereich zu integrieren. Dazu wurde ein 2012 bereits eingereichtes, aber nicht realisiertes Baugesuch herangezogen, dass die Unterkellerung des Innenhofs der Nachbarliegenschaft vorsieht und eine Arrondierung der Verkaufsfläche um 400 Quadratmeter in Miete erlaubt. Insgesamt will Manor seinen neuen Food-Bereich auf der gesamten Sous-Sol-Fläche von 1441 Quadratmetern einrichten. Dazu hat der Konzern letzte Woche ein zweites, zusätzliches Baugesuch eingereicht. Es betrifft einerseits die Umnutzung des Untergeschosses unter anderem mit einer Metzgerei, Bäckerei und einer Fischtheke. Zudem hat Manor mit der Baupublikation sein Anlieferungskonzept vorgestellt. Demnach erfolgen die Lieferungen für das ganze Warenhaus inklusive den neuen Food-Bereich weiterhin ausschliesslich über die St. Urbangasse, und zwar im vorgeschriebenen Zeitfenster zwischen
7 und 11.30 Uhr. (ww)

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