Solothurn
Neue Pläne für eine Ballsporthalle werden erarbeitet — CIS-Sportanlage bleibt Dauerbrenner

Die Sportinfrastrukturen gaben im Solothurner Gemeinderat zu reden. Entschieden oder gelöst ist aber nichts.

Judith Frei
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Der Solothurner Gemeinderat ist unzufrieden mit der jetzigen Situation bei der CIS Sportanlage.

Der Solothurner Gemeinderat ist unzufrieden mit der jetzigen Situation bei der CIS Sportanlage.

Andreas Kaufmann (2. November 2017

Es braucht eine Ballsporthalle. Und zwar nicht nur eine Dreifachturnhalle, sondern eine Halle, wo man Wettkämpfe mit regionaler und nationaler Ausstrahlung austragen kann. Das hat die Repla Solothurn in seiner Bedarfsanalyse festgestellt und informierte so den Gemeinderat. Wir erinnern uns: 2017 wurde eine überparteiliche Motion eingereicht und das Stadtpräsidium beauftragt, eine Grundlagenplanung für den Sportbereich auszuarbeiten.

Dank dieser Planung sollen geeignete Sportanlagen für Schulen, Vereine und die Bevölkerung zur Verfügung stehen. Darauf hat die Repla eine Analyse zu den Anlagen und zu den sportlichen Bedürfnissen erstellt. Letztes Jahr im Mai wurde sie dann fertig. Jetzt weiss man, dass eine Ballsporthalle gebraucht wird, mit rund 2000 Publikumsplätzen. Dieses Resultat erstaunte niemanden im Gemeinderat, da es schon lange bekannt sei, dass ein Mangel an Sportinfrastrukturen besteht.

Um diesem Mangel entgegenzuwirken, arbeitet die Stadt, unter anderem gemeinsam mit dem Kanton, an einem Plan. Bis Ende März wird eine Machbarkeitsstudie erstellt und aufgrund dieser werden weitere Schritte beschlossen. Geprüft wird, ob man auf dem Parkplatz des Freibads die gewünschte Ballsporthalle bauen kann. Falls alles nach Plan verläuft, sollte das Projekt 2026 realisiert sein.

Die CIS Sportanlage bleibt ein Dauerbrenner

In diesem Projekt gäbe es Chancen und Risiken, erklärte Andera Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt. Dazu gehört auch die CIS-Sportanlage, welche in unmittelbarer Nähe zum Badiparkplatz steht: «Ob das CIS eine Chance oder ein Risiko für dieses Projekt ist, wissen wir noch nicht», meint sie. Die Situation wurde im Verlauf des Dienstagabends noch mal aufgenommen, denn eine Motion der SP-Fraktion mit den Erstunterzeichnenden Matthias Anderegg und Franziska Roth brachte den Dauerbrenner wieder in den Gemeinderat. Sie fordern, dass die Anlage in den Besitz der Stadt zu überführen sei.

«Diese Geschichte ist und bleibt ein Desaster», erklärte Anderegg. Die Mängelliste der Anlage sei lange, die Besitzerin, die CIS Solothurn AG, tanze der Stadt auf der Nase herum. «Der Standort der Anlage ist einfach zu wichtig, dass wir uns das gefallen lassen können», so Anderegg weiter. «Eigentlich kann dieser Ort gar nicht mehr bespielt werden. Man tut es einfach noch mangels Alternativen», sagte Roth und doppelte nach: «Was man den Sportlerinnen und Sportlern zumutet, ist ein Trauerspiel.» Es müsse jetzt endlich was geschehen und man müsse mehr Druck auf die Betreiberin machen.

Warten auf den Konkurs

Die FDP-Fraktion sei froh, dass man dieses Thema wieder aufgegriffen habe, erklärte Beat Käch. Weiter führte er aus, dass der beste Fall für die Stadt wäre, wenn die Betreiberin Konkurs gehen würde. «Wir können doch nicht einfach warten, dass dieser Konkurs geht und die Leute dort weiterhin turnen lassen», meinte Roth darauf.

Der Stadtpräsident Kurt Fluri wehrte sich gegen den Vorwurf, dass nichts gemacht wird. So habe die Stadt dieses Jahr Klage gegen die CIS Solothurn AG eingereicht. Nach langer Diskussion kam der Gemeinderat am Dienstagabend zum Schluss: Die Situation ist unhaltbar, aber zurzeit kann man nichts machen.

Schnelle Entscheide und einige Diskussionen

Der Gemeinderat erledigte die ersten Traktanden im Fluge: Michael Hug (FDP) wurde neu in die Kommission für Dienst- und Gehaltsfragen und Theo Flury (FDP) als Ersatzmitglied in die Sportkommission gewählt. Weiter wurde Martin Brehmer (SP) Ersatzmitglied in der Kommission für Planung und Umwelt und sein Parteikollege Johannes Iff zum ordentlichen Mitglied. Zuletzt wurde Pierric Gärtner in den Ausschuss für Geschäftsprüfung gewählt. Weiter soll die Gemeindeordnung dahin geändert werden, dass in Zukunft auch der stellvertretende Stadtpräsident und der stellvertretende Stadtschreiber Unterschriften und Kopien beglaubigen dürfen. Mehr Diskussionen forderte der «Fegetzhof»: Dort wurden die Einsprachen abgewiesen und den Teilzonen- und Gestaltungsplan mit Sonderbauvorschriften genehmigt. Die Motion der SP-Fraktion betreffend Steingärten wurde als erheblich erklärt und abgeschrieben. Das Postulat der SP bezüglich Aufwertung des «Roten Platzes» wurde für erheblich erklärt sowie auch das überparteiliche Postulat, das mehr Frauennamen als Strassennamen fordert. (jfr)

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