Neuer Standort
Porsche baut in Solothurn eine eigene Uhrenmontage auf

Die Porsche Design Timepieces AG wird nicht bloss ein «Büro» betreiben. Im Jahr 2015 wird der Start des Aufbaus der eigenen Produktion geplant. In Solothurn soll die gesamte Entwicklung und Konstruktion der Uhrenmodelle abgewickelt werden.

Franz Schaible
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Patrick Kury im neuen Standort der Porsche Design Timepieces AG in Solothurn. Er leitet die im September gegründete Tochterfirma.

Patrick Kury im neuen Standort der Porsche Design Timepieces AG in Solothurn. Er leitet die im September gegründete Tochterfirma.

Hansjoerg Sahli

Diese Ansiedlung könnte für das Image des Standortes Solothurn Gold wert sein. Die Uhrenherstellerin Porsche Design Timepieces AG hat nämlich nicht bloss, wie bereits berichtet, «ein Büro» in der Aarestadt eröffnet. «Früher als geplant wird der Start des Aufbaus der eigenen Produktion bereits im Jahr 2015 anvisiert», erklärt auf Anfrage Jürgen Gessler, CEO der Porsche Design Group mit Hauptsitz im deutschen Ludwigsburg. In Solothurn werden die gesamte Entwicklung und Konstruktion der Uhrenmodelle abgewickelt. Angesiedelt werden laut Gessler auch der Einkauf der Komponenten, die Endkontrolle, die Logistik und die Organisation des weltweiten Kundenservice.

Nach den Plänen der Entwickler und Konstrukteure werden die Uhrenbestandteile in der näheren und weiteren Region eingekauft und letztlich an der Biberiststrasse in der Überbauung Fischergarten mit Büro-, Gewerbe- und Wohnräumen in Solothurn montiert. «Für die technische Umsetzung, den Prototypenbau und die Fertigung wird eine eigene Montagelinie aufgebaut», blickt Gessler nach vorne. Und: «Die Uhren werden zu 100 Prozent Swiss Made sein.»

Hoch qualifizierte Jobs

Je nach Erfolg bei der Rekrutierung will Porsche in Solothurn bis Ende dieses Jahres acht Arbeitsplätze schaffen. «Bis Ende 2015 sollen es 15 Mitarbeitende sein», sagt der Chef der Porsche Design Group. Man suche nun «sehr gut qualifizierte Mitarbeitende, die uns mit ihrem Know-how mithelfen, das neue Unternehmen aufzubauen.» Später kämen Angestellte hinzu, die «produzieren und administrative Tätigkeiten im Back Office abwickeln».

Bereits diesen Monat hat Porsche zwei mechanische Chronographen in einer limitierten Auflage von je 500 Exemplaren auf den Markt gebracht, welche von der Porsche Design Timepieces AG entwickelt worden sind, wie das Unternehmen im Oktober bekannt gab. Sie seien designtechnisch an die erste Porsche Uhr angelehnt, welche 1972 auf den Markt kam, ergänzt Gessler. Eine Ausführung verfüge über ein Titan-Gehäuse, die andere Uhr über ein Gehäuse aus schwarz beschichtetem Titan. Diese mit einem Valjoux-7750-Uhrwerk ausgerüsteten Zeitmesser «werden von einer Firma im Val de Travers montiert.» Die künftig entwickelten Uhren sollen dann eben auf der eigenen Montagelinie in Solothurn zusammengebaut werden, wie Jürgen Gessler versichert. Genaue Stückzahlen will Porsche nicht kommunizieren, nur so viel: «Es ist geplant, einige tausend Stück im Jahr zu fertigen.»

Solothurn ist kein Zufall

Dass Porsche die Region Solothurn als Standort gewählt hat, dürfte kein Zufall sein. 1995 übernahm Ferdinand Alexander Porsche mit seiner F.A.P. Beteiligungs-GmbH die Grenchner Traditions-Uhrenfirma Eterna und drei Jahre später kam die erste Porsche-Design-Uhrenkollektion auf den Markt. Den Lizenzvertrag über die Entwicklung, Produktion und Vertrieb zwischen der Porsche Design Group und Eterna wurde im Frühling 2014 aufgelöst. Mit ein Grund dürfte die Übernahme der Eterna durch die chinesische Haidian Holdings gewesen sein. Sie löste 2011 die F. A. P. als Besitzerin ab. Von 2005 bis 2011 war Patrick Kury Technischer Direktor und anschliessend zwei Jahre CEO der Eterna. Der in Langendorf wohnende Uhrmacher mit Meisterprüfung ist heute Geschäftsführer der Porsche Design Timepieces AG in Solothurn.

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