«Taskforce Humor»
Keine Auftritte vor Publikum wegen Corona: Solothurner verwandeln ihr Theaterstück kurzerhand in einen Film

Die neuste Produktion vom TUB-Theater «Taskforce Humor – auf der Suche nach dem verlorenen Witz» kann man ab Donnerstag streamen.

Judith Frei
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Eine Szene aus dem Film: Hanspeter Bader (links) mit Jens Wachholz.

Eine Szene aus dem Film: Hanspeter Bader (links) mit Jens Wachholz.

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Was passiert, wenn die Menschen das Lachen verlieren? Wenn eine weltweite Pandemie der Humorlosigkeit ausbricht? Dann wird eine «Taskforce Humor» installiert, die versucht den Schaden möglichst gering zu behalten. Dieses Szenario stellen sich Hanspeter Bader, Pedro Haldemann und Jens Wachholz von TUB-Theater in ihrer neusten Produktion «Taskforce Humor – auf der Suche nach dem verlorenen Witz» vor.

Geschrieben und konzipiert als Theaterstück, zwang die reale Pandemie zum Umdenken. «Wir fingen im Spätsommer an, das Stück zu schreiben», erklärt der Schauspieler Jens Wachholz. Damals dachten sie, dass es möglich sein wird, ein Theaterstück vor Publikum im März aufzuführen. Doch als sie bemerkten, dass dies nicht möglich ist, haben sie beschlossen, das Theaterstück filmisch umzusetzen.

Hier spielt auch Pedro Haldemann mit (Mitte).

Hier spielt auch Pedro Haldemann mit (Mitte).

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«Im Theaterstück waren schon Filmsequenzen vorgesehen», erklärt Wachholz. Denn insgesamt 40 Figuren kommen vor und auf der Bühne sind schnelle Schnitte mit Kostümwechsel nicht möglich. Viele Szenen wurden vor dem Greenscreen gedreht, einige an Originalschauplätzen, wie dem Friedhof, dem Konzertsaal oder auf der Theaterbühne in der Rothushalle.

Ein Szenenbild aus «Task-Force Humor.»

Ein Szenenbild aus «Task-Force Humor.»

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«Wir haben mit einem sehr kleinen Team gedreht und konnten so die behördlichen Massnahmen einhalten»,

sagt Wachholz. Ein Stück, das für die Bühne gedacht war, auf die Schnelle in einen Film zu verwandeln, sei nur mit einem eingespielten Team möglich gewesen. Dank der Nähe zu Insert Film (Produzent Pedro Haldemann) war das Team durch eine professionelle Betreuung bei Licht, Ton, Kamera, Kostüm, Maske und Schnitt in der Lage die Ideen entsprechend umzusetzen. Das Drehbuch wurde von der Aktualität inspiriert, was schon durch den Begriff «Taskforce» ersichtlich ist.

Der Trailer von Taskforce Humor.

Youtube: Jens Wachholz

Das Drehbuch wurde von der Aktualität inspiriert, was schon durch den Begriff «Taskforce» ersichtlich ist. Die einschneidenden Auswirkungen der realen Pandemie verändere die Gesellschaft und treffe unterschiedliche Berufsgruppen unterschiedlich stark. Für Kulturschaffende bedeutet es momentan, dass sie kaum arbeiten können. «Da kann einem schon der Humor verloren gehen» so Wachholz.

Wenn das Theaterstück zum Film wird.

Wenn das Theaterstück zum Film wird.

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Der Film untersucht, was es für die Gesellschaft und direktbetroffene Berufsgruppen, wie Medienschaffende, Unterhaltungskünstler oder Lach-Seminar Anbieter bedeutet, wenn der Humor aus dem Leben verschwindet. Die Direktbetroffenen beschweren sich über die unangemessenen, nicht nachvollziehbaren Auflagen und Einschränkungen, die die Taskforce über die lethargische Gesellschaft verhängen. Im zweiten Teil des Filmes ist die Krise überwunden. Dann wird der Frage nachgegangen, wie die Humorabstinenz die Gesellschaft verändert hat. Was wurde in der humorlosen Zeit überhaupt vermisst?

Task-Force Humor thematisieer die Geschichte des Humors.

Task-Force Humor thematisieer die Geschichte des Humors.

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Der Film thematisiert auch die Geschichte des Humors. Über was haben die alten Griechen gelacht? Hat Jesus je gelacht? Und was für eine Funktion hat der Humor in der Gesellschaft? «Humor ist ein Schutz vor der Realität», sagt Wachholz: «Die Dinge werden dank einer humoristischen Sichtweise manchmal etwas leichter.»

Am nächsten Donnerstag am 1. April wird der Film veröffentlicht. Ohne Premiere im Kino, ohne Ansprache, ohne Apéro-Häppchen, sondern coronakonform wird er online gestellt, wo man ihn für 10 Franken auf www.tub-solothurn.ch anschauen kann.