Solothurn
Zirkus Chnopf: «Ich werde schon nervöser sein, wenn ich weiss, dass Menschen im Publikum sitzen, die mich kennen»

Am Mittwoch findet die erste Aufführung des Zirkus Chnopfs auf dem Kreuzackerplatz statt. Mit dabei ist der Solothurner Lionel Schwägli.

Judith Frei
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Lionel Schwägli beim Zirkus Chnopf.

Lionel Schwägli beim Zirkus Chnopf.

Hansjörg Sahli

Die Coronapause war für alle Künstlerinnen und Künstler schwierig, auch für Lionel Schwägli. Der 15-jährige Zirkusartist geniesst es daher umso mehr auf der Bühne zu stehen und den Applaus des Publikums zu hören. «Es hat mir gefehlt, eine Rückmeldung zu bekommen», sagt er.

Der Solothurner ist diesen Sommer für den Zirkus Chnopf auf der Bühne, eigentlich würde er aber an der Kantonsschule die Schulbank drücken. Jetzt hat er aber nicht einfach Schulferien, den Schulstoff, den seine Schulkameradinnen und Schulkameraden lernen müssen, muss er auch pauken. Das macht er jetzt aber in einem Zirkuswagen.

Der Zirkus ist ein Sprungbrett für eine Zirkuskarriere

Seit April ist er nicht mehr in der Schule gewesen, dann hat sein Abenteuer im «Zirkusquartier» in Zürich angefangen. Dort wurde geübt, geprobt, improvisiert, bis ein Stück für den Zirkus stand. Jetzt tourt er durch die Schweiz, bis im September, wenn die Tour fertig ist, wird er 63 Aufführungen gespielt haben. Der Zirkus Chnopf ist ein Zirkus für die Nachwuchsförderung im Bereich Artistik und Physical Theater.

Die Tournee des Zirkus läuft unter dem Titel: Level 2748. Wie ein Videospiel sei die Vorführung aufgebaut.

«Der Zirkus Chnopf macht modernen Zirkus. Das heisst, wir wollen eine Geschichte erzählen»,

erklärt Schwägli. Er wird während der Vorführung Einrad fahren und sein Diabolo durch die Luft fliegen lassen. «Mir fällt es während der Vorführungen noch schwer, ernst zu bleiben», meint er selbstkritisch. Er sei bis jetzt auch zufrieden mit seinen Disziplinen. «Die Luft reizt mich nicht so.» Damit meint er das Trapez oder den Seiltanz.

Die Zirkusleidenschaft wurde bei ihm geweckt, als er mit seiner Familie eine Woche mit dem Zirkus Monti mitreisen durfte. Damals war er acht Jahre alt, zwei Jahre später hat er beim Kinder- und Jugendzirkus Pitypalatty in Lommiswil angefangen zu trainieren. Jetzt ist er mit Zirkus Chnopf unterwegs. Dass er das Casting bestehen würde, hätte er nicht gedacht. «Ich dachte, ich sei zu schlecht. Dass es geklappt hat, ist mega mega cool.» Wohin die Reise ihn führen wird, weiss er noch nicht. «Für den Circus Monti auf der Bühne zu stehen, wäre schön.»

«Langweilig wird es nicht, immer das gleiche zu spielen»

Jetzt wieder in Solothurn zu sein, komme ihm schon komisch vor. «Es ist aber auch schön, wieder hier zu sein.» Obwohl seine Eltern in der Vorstadt wohnen, wird er trotzdem in seinem Wohnwagen schlafen, den er mit jemandem teilen muss. Dass er manchmal kein warmes Wasser hat und auf kleinstem Raum wohnt, störe ihn nicht. «Ich hätte ja sonst all das nicht» und zeigt auf seine Kollegen, die dabei sind die Bühne aufzustellen. Die Crew sei für ihn wie eine Familie geworden. Wenn sie gerade nicht auf der Bühne stehen, gehen sie zusammen baden oder machen sonst was zusammen.

Am Mittwoch heisst es dann Vorhang auf für die erste Aufführung in der Barockstadt, aber die 10. Vorführung für Schwägli: «Langweilig wird es nicht, immer das Gleiche zu spielen. Wir wollen für jedes Publikum eine gute Show machen.» Die nächste Vorstellung wird für ihn speziell werden: «Ich werde dann schon nervöser sein, wenn ich weiss, dass Menschen im Publikum sitzen, die mich kennen.»

Vorführungen finden am 23.06. um 16.30, 25.06. um 19:30, 26.06. um 16:30 und 19:30, 27.06. um 16:30 statt. Registration obligatorisch.

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