Solothurn
Schneller mit dem Velo durch die Stadt: Gemeinderäte fordern die Prüfung von Velostrassen

Zwei Vorstösse im Solothurner Gemeinderat fordern die Stadt auf, die Umsetzung der neuen Verkehrsregeln zu prüfen.

Judith Frei
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Einige Städte haben in den letzten Jahren Velostrassen getestet. Hier die Taubenhausstrasse in Luzern.

Einige Städte haben in den letzten Jahren Velostrassen getestet. Hier die Taubenhausstrasse in Luzern.

Dominik Wunderli

Während des letzten Gemeinderats sind gleich zwei Vorstösse betreffend Langsamverkehr in der Stadt eingegangen. Diese Häufung ist kein Zufall, sondern rührt daher, dass am 1. Januar neue Verkehrsregeln schweizweit eingeführt wurden.

Bei diesen Regeln geht es unter anderem darum, dass der Verkehrsablauf flüssiger wird, diese Regelungen betreffen auch den Langsamverkehr. Neu ist beispielsweise, dass Velo- und Mofafahrende an einer Ampel bei Rot rechts abbiegen dürfen, falls dies mit einem Pfeil signalisiert wird. Dabei haben der Querverkehr und auch Fussgängerinnen und Fussgänger immer Vortritt. Wenn bei der Ampel nichts signalisiert ist, dann müssen auch die Velo- und Mofafahrenden anhalten.

Zudem können neu Fahrradstrassen in Tempo-30-­Zonen errichtet werden. Auf diesen Strassen gilt der Rechtsvortritt nicht mehr, und bei den einmündenden Strassen muss diese veränderte Regelung mit einem Stop- oder Kein-Vortritt-Zeichen signalisiert werden. Diese Massnahme soll den Verkehr entflechten, dass heisst, dass weniger Fahrradfahrer auf stark frequentierten Strassen fahren. Ausserdem können neu Kinder bis zu 12 Jahren auf dem Trottoir fahren, falls kein Veloweg vorhanden ist.

Motion und Postulat sollen die Änderung vorantreiben

Eine Motion der SP-Fraktion fordert, dass die Stadt «sämtliche Möglichkeiten prüft, um die neuen Verkehrsregeln für Velofahrerinnen und Velofahrer umzusetzen beziehungsweise zu signalisieren». Der Erstunterzeichner Matthias Anderegg erklärt: «Wir müssen unsere Langsamverkehrsverbindungen verbessern, wir haben noch viel Luft nach oben.» Das Ziel sei es, dass möglichst viele Menschen auf den Langsamverkehr umsteigen. Mit den neuen Massnahmen würde dieser attraktiver werden. «Man ist dank der neuen Regelungen innerhalb der Stadt schneller mit dem Velo als mit dem Auto», ist er überzeugt. Er spricht aus Erfahrung, da er selbst häufig mit dem Fahrrad unterwegs ist.

«Je nach Tageszeit bin ich zwischen meinem Arbeitsort in Bellach und dem Hauptbahnhof in Solothurn mit meinem E-Bike schneller als mit dem Auto.»

Ein Postulat der Grünen beauftragt das Stadtpräsidium, alle Strassenabschnitte aufzulisten, die in eine Fahrradstrasse umgewandelt werden könnten. Dabei sollen besonders die Fahrradstrassen in der Umgebung von «Schulen, publikumsintensiven Einrichtungen und auf querenden Achsen in Betrachtung gezogen werden». Die Massnahmen sollen mit Kanton koordiniert sein Für den Erstunterzeichnenden Christof Schauwecker ist es wichtig, dass die Wege sorgfältig geprüft werden. Er sagt:

«Es sind nicht alle Strassen für die neuen Regelungen geeignet»

Im Gebiet der Kantonsschule und der Pädagogischen Hochschule sieht er Potenzial, solche Fahrradstrassen zu errichten, da durch die Schüler- und Studentenschaft viele Velos auf den Strassen sind. Die neuen Massnahmen sollen mit dem Kanton koordiniert sein. Denn es gäbe viele Beispiele von Gemeindestrassen, die in einer Kantonsstrasse münden, und die Gefahr besteht, dass durch eine fehlende Koordination Lücken in dem Fahrradnetz entstehen.

Der Kanton ist auch für die Planung und Erstellung von Velowegen kantonaler Bedeutung zuständig. Es sei durchaus wünschenswert, dass die Stadt Solothurn ein Knotenpunkt für diese Fahrradstrassen wird. Auch die Lichtsignalisation befindet sich auf Kantonsstrassen, und der Kanton ist für die Signalisation zuständig.

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