Solothurn Stadtpräsidium
Niemand hat diese Pattsituation erwartet, einige aber erhofft

Es braucht einen zweiten Wahlgang um das Stadtpräsidium: So fallen die ersten Reaktionen aus der Politik aus.

Judith Frei
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Für Markus Schüpbach und Stefanie Ingold ist der Wahlkampf noch nicht vorbei.

Für Markus Schüpbach und Stefanie Ingold ist der Wahlkampf noch nicht vorbei.

Hanspeter Bärtschi

Hauchdünn ist der Vorsprung der Sozialdemokratin Stefanie Ingold auf den bürgerlichen Kandidaten Markus Schüpbach. Nur gerade 47 Stimmen trennen die zwei Kandidierenden voneinander.

«Noch ist nichts verloren», sagt der Präsident der FDP Stadt Solothurn, Charlie Schmid: «Wir sind jetzt vorsichtig optimistisch.» An der kommenden Vorstandssitzung wird das weitere Vorgehen besprochen. «Aber ich glaube nicht, dass wir etwas verändern müssen.» Die FDP hat mit einem knappen Resultat gerechnet. «Der Unterschied ist auch sehr klein und die Chancen bleiben intakt.»

Der Parteipräsident ist aber froh, dass auch das Vizestadtpräsidium noch nicht entschieden ist: «So können wir im Herbst auch die CVP-Wähler mobilisieren.»

Kandidaten Vize-Stadtpräsidium Pascal Walter und Laura Ganteinbein nach der Verkündung des Resultats.

Kandidaten Vize-Stadtpräsidium Pascal Walter und Laura Ganteinbein nach der Verkündung des Resultats.

Hanspeter Bärtschi

Pierric Gärtner, Präsident der SP Stadt Solothurn, hat auf einen zweiten Wahlgang sogar gehofft. «Wir sind happy über das Resultat. Das Superresultat ist ein gutes Zeichen für Stefanie Ingold und für die SP.» Vor vier Jahren habe das noch ganz anders ausgesehen. Die weitere Strategie wird jetzt mit der Basis besprochen, doch sehe er jetzt keinen Grund, diese zu ändern, sagt Gärtner.

Wie wichtig sind grüne Themen in der Stadt Solothurn?

Auch die Grünen der Stadt Solothurn sind erfreut über das «sehr gute Abschneiden ihrer Kandidatin für das Vizestadtpräsidium, Laura Gantenbein, und auch über das ausgezeichnete Resultat der SP-Kandidatin Stefanie Ingold, der nur wenige Stimmen zum absoluten Mehr gefehlt haben.» Die Grünen sind überzeugt, dass die beiden Kandidatinnen «die Stadt Solothurn in ökologischen Fragen weiterbringen können».

Über die Resultate der nationalen Vorlagen in der Stadt Solothurn sind die Grünen erfreut: 66 Prozent haben das CO2-Gesetz und 56 Prozent die beiden Landwirtschaftsinitiativen angenommen. «Das gibt Hoffnung für die lokale Politik», schreiben sie in einer Mitteilung. Es zeige, dass Mehrheiten möglich seien.

Kurt Fluri gratuliert zum fairen Wahlkampf, der noch in die Verlängerung geht.

Kurt Fluri gratuliert zum fairen Wahlkampf, der noch in die Verlängerung geht.

Hanspeter Bärtschi

Der amtierende Stadtpräsident Kurt Fluri sieht hier eine Diskrepanz vorliegen. Zum einen seien die rot-grünen Vorlagen deutlich angenommen worden und zum anderen habe Stefanie Ingold lediglich 47 Stimmen Vorsprung.

«Das ist für mich ein Zeichen, dass Stadtpräsidiumswahlen Persönlichkeitswahlen sind.»

Für ihn ist das knappe Resultat weiter ein Zeichen, «dass die Bevölkerung es den beiden Kandidierenden zutraut, das Amt zu übernehmen».

Beim zweiten Wahlgang am 26. September wird nur noch das einfache Mehr gelten. An diesem Tag wird es also definitiv eine Entscheidung geben. Dann ist klar, wer die neue Stadtpräsidentin oder der neue Stadtpräsident ist.

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