Solothurn
«Taxi-Rosi» Rosi Gadient ist im Alter von 74 Jahren verstorben

Sie war in Solothurn als «Taxi Rosi» bekannt und fuhr noch bis zu ihrem 70. Lebensjahr Partygäste durchs Solothurner Nachtleben. Die beliebte Taxifahrerin Rosi Gadient ist nun am vergangenen Samstag verstorben.

Joel Dähler
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Rosi Gadient war als «Taxi-Rosi» in Solothurn bekannt.

Rosi Gadient war als «Taxi-Rosi» in Solothurn bekannt.

Thomas Ulrich

Im Alter von 74 Jahren ist am Samstag Rosa-Maria Gadient verstorben. Rosi Gadient, auch bekannt als «Taxi Rosi», war eine der bekanntesten Taxifahrerinnen in Solothurn, zeitweise auch die dienstälteste Chauffeurin im Kanton und in den letzten Jahrzehnten immer wieder Teil unserer Berichterstattung.

Im Zuge dieser erzählten einst Arbeitskollegen von Rosi Gadient, dass niemand in der Region eine so grosse Stammkundschaft hatte wie sie. Oft bestanden Kunden bei der Taxizentrale darauf, mit ihr zu fahren.

Anfang der 1970er-Jahre, als in der Schweiz das Frauenstimmrecht eingeführt wurde, machte Gadient die Taxiprüfung. Sie führte zeitweise auch ein Restaurant und arbeitete in einem Spital. Später meldete sie sich freiwillig für die Armee, erreichte dort den Rang eines Feldweibels. Sie kehrte aber stets zum Taxi zurück. Dort fühlte sie sich am wohlsten.

«Taxi Rosi» fuhr ausschliesslich in der Nacht. Auch noch als sie eigentlich schon längst im Pensionsalter war. Sie hielt es gerade einmal zwei Wochen im Ruhestand aus, bevor es ihr in den Finger kribbelte, wieder Solothurner durch die Wochenendnächte zu chauffieren. Bruno Friedli, ihr Chef beim «Taxi Hammer», schuf daraufhin für sie ein Teilzeitpensum.

Taxifahrerin bis zum 70. Lebensjahr

Bis zu ihrem 70. Geburtstag fuhr Rosi Gadient weiter, bis sie im März 2017 ihr Taxibillett abgab. Doch damit war noch nicht Schluss.

Rosi Gadient, als sie ihr Taxibillett auf der MFK abgab.

Rosi Gadient, als sie ihr Taxibillett auf der MFK abgab.

Wolfgang Wagmann

An den Wochenenden koordinierte sie weiterhin die Einsätze ihrer Taxi-Kollegen als Schichtleiterin in der Zentrale. Laut ihrem Chef Bruno Friedli hat sie so noch mindestens zwei Jahre weitergearbeitet.

Ihr Chef behält sie in freudiger Erinnerung

Friedli erklärt, dass es das «Taxi Hammer» mittlerweile in der Form nicht mehr gebe. Das Unternehmen habe nun einen anderen Namen und es laufe auch nicht mehr so viel wie früher.

Bruno Friedli behält Gadient in freudiger Erinnerung:

«Sie war oft am Bahnhof stationiert und hatte die Sache im Griff. Sie fehlt.»

Sie habe sehr viel für den Betrieb getan und sei immer mit Leib und Seele dabei gewesen. Ihren Einsatz habe man sehr geschätzt.

Wie der Todesanzeige zu entnehmen ist, hatte sie zuletzt mit einer schweren Krankheit zu kämpfen.

Eine Autobiographie angefangen?

Vor vier Jahren noch stand Gadient mit einem Autor in Kontakt. Die Idee einer Biografie über die bekannte Taxifahrerin stand im Raum. Ein solches Werk ist aber bis anhin nicht veröffentlicht worden. In guter Erinnerung bleibt sie aber auch so.

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