Solothurn
Teppichstangen, Hürdenlauf oder zum Limbotanzen? Neue Veloabstellbügel führen zu Diskussionen

Die Stadt Solothurn hat Veloabstellbügel im Unteren Winkel installiert. Was die dort genau sollen, fragen sich nun einige.

Judith Frei
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Die Veloständer scheinen wenig benutzt.

Die Veloständer scheinen wenig benutzt.

Fabio Vonarburg

Die Metallbügel stehen im regelmässigen Abstand nebeneinander im Unteren Winkel in der Vorstadt. Sie sehen aus wie riesige Bostitche, die aus dem Asphalt ragen. Auf Facebook wird mit einem Augenzwinkern gerätselt, wofür die Konstruktion dienen. «Du bist von Solothurn, wett du weisch, dass mer jetzt ir Vorstadt eini vo de spektakulärsche Diszipline vor Liechtathletik, nämlich der Hürdelouf, cha trainiere. Soledurn isch halt äbe doch ä ideerichi Stadt», schreibt eine Userin in der Gruppe «Du bist von Solothurn, wenn». Ein Anderer vermutet, dass das zu kurz geraten Teppichstangen sind, jemand weist darauf hin, dass die Stangen sich auch zum Limbotanzen eignen würden.

Dass es sich um Veloständer handelt, war allen klar. Denn in der Diskussion wird nicht nur die Erscheinung der sogenannten Abstellbügel besprochen, sondern auch der Standort. Es sei der falsche Ort für einen Veloabstellplatz und wieso habe man die Veloständer nicht auf dem leeren Postplatz installiert? Dort sei es besser für die Besucher des Landhausquais, wenn man in die Hafebar will, würde man bis vor das Lokal fahren.

Die Veloständer sind schon seit Ende 2019 geplant

Das Stadtbauamt hat auf diese Fragen eine Antwort. Die 13 Abstellbügel, die anfangs März installiert wurden, sind im Zuge der Neugestaltung der Vorstadt entstanden. Vor der Bar «The Dock», die sich gerade an der Ecke Unterer Winkel und Berntorstrasse befindet, wurde ein Trottoir erstellt. «Dies hatte zur Folge, dass Velos auf dem Trottoir vor der ‹The Dock Bar› abgestellt wurden», erklärt das Stadtbauamt. Daher hat man entschieden, Veloabstellplätze an diesem Ort zu installieren, im November 2019 lag das Baugesuch bei der Stadt auf.

Entstanden sind zwei Velobügel vor dem Haus der Bürgergemeinde Solothurn und nochmal elf, nur wenige Schritte von den anderen entfernt Richtung Prisongasse.

Das Stadtbauamt erklärt weiter, dass auch für den Postplatz Veloständer geplant sind. Heute findet man auf dem zwischengenutzten Platz zwar keine fix montierten Bügel, sondern «mobile Elemente», wie es das Amt beschreibt. Da es sich beim Postplatz um ein Provisorium handelt, hat man sich vorläufig gegen eine permanente Lösung entschieden. Es sei vorgesehen, dass nach baulichen Umgestaltung auch fest montierte Abstellbügel installiert werden.

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