Wenn der Redaktor am Boden liegt ...

Fabio Vonarburg
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... dann eilen die Solothurner zur Hilfe. Das habe ich, ein im Kanton Luzern Geborener, in den vergangenen Jahren erlebt. Und dies auch im wörtlichen Sinn. Denn als ich vor ein paar Wochen mitten auf dem Rossmarktplatz auf dem Boden lag, rief mir einer quer über die Strasse zu, «brauchst du Hilfe?». Brauchte ich zwar nicht, denn ich lag nur am Boden, weil mein noch nicht ganz zweijähriger Sohn manchmal auf die Idee kommt, sich hinzulegen und dann so lange mit der Hand auf den Boden zu klopfen, bis es sein Vater auch tut. Ich bin folgsam.

Das ist einer der Gründe, warum die Stadt Solothurn immer noch den Dorf-Charme hat: Man hilft einander. Ein anderes Beispiel, wo es nicht nur so aussah, als würde ich Hilfe brauchen, es war auch der Fall. Meine Freundin war soeben in eine neue Wohnung gezogen, und wir parkten mit einem Lieferwagen vor dem Haus. Wir wollten nur kurz ein Sofa hineintragen und liessen die Türen des Lieferwagens währenddessen offen. In unserer Abwesenheit stieg jemand in den Lieferwagen, griff in der dort liegenden Handtasche nach dem Portemonnaie, doch der Nachbar von vis-à-vis war aufmerksamer als wir und rief den potenziellen Dieb in die Flucht.

Noch ein drittes Beispiel gefällig? Da war ich aber nicht selber dabei, sondern im Bett. Während ich ausschlief, ging meine Freundin schon mal einkaufen. Zurück liess sie aber nicht nur mich, sondern auch ihr Portemonnaie. Dies merkte sie aber erst an der Kasse im Lidl. Als ihr die Verkäuferin entschuldigend erklärte, dass sie Twint nicht akzeptieren, klinkte sich die Kundin dahinter ins Gespräch ein und übernahm die Einkäufe im Wert von über 50 Franken. Meine Freundin, unendlich dankbar, bat um die Kontaktdaten, um den Betrag zurückzahlen zu können. Davon wollte die Helferin nichts wissen. «Dann habe ich heute schon eine gute Tat getan», meinte sie nur.

An alle drei: Danke.

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