Oensingen
Die Entscheidung für das Unterdorf fällt am 18. März

Eine ausserordentliche Gemeindeversammlung vom 18. März 2019 soll Weichen stellen, wie es mit dem alten «Kronen»-Gebäude und weitern Gebäuden im Unterdorf Oensingen weitergehen soll.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Projekt Unterdorf in Oensingen
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Um dieses Grundstücksdreiecks geht es im Projekt. Das Areal Unterdorf soll laut Gemeinderat hochwertig entwickelt werden.
Links ist das Gebäude Hauotstrasse 90 mit dem Kronenkeller zu sehen.
Nachdem die damalige «Zehntenschüür» im Jahr 1820 abgebrannt war, wurde sie als Gasthaus Krone wieder aufgebaut. 80 Jahre lang bestand dieses. Inzwischen diente es als Bauernhaus und Eventraum.

Projekt Unterdorf in Oensingen

zvg

Soll das Gebäude Hauptstrasse 90 mit dem Kronenkeller erhalten bleiben?» Diese Frage soll dem Oensinger Stimmvolk an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom kommenden 18. März 2019 im Rahmen der Kaufoption zum Unterdorf unterbreitet werden. Das beschloss der Gemeinderat noch an seiner letzten Sitzung von 2018 im Dezember.
Das Gebiet Unterdorf, mit der ehemaligen Krone und dem Kellergewölbe Kronenkeller, beschäftigt die Einwohnergemeinde Oensingen seit geraumer Zeit (s. Chronologie).

Der Gemeinderat hält fest, dass er auf dem Areal Unterdorf das Ziel einer hochwertigen Entwicklung in jeder Hinsicht verfolgt, und dass dafür das Eingehen einer Kaufoption der geeignete Weg darstellt. Allerdings verstehe er die Anliegen jener Personen, die sich gegen die Eingriffe insbesondere des bestehenden ehemaligen Kronen-Gebäudes wehren. Er sei sich auch bewusst, dass die Gebäude auf den betreffenden Parzellen über eine wichtige Funktion und Ästhetik verfügen, obwohl keines davon unter Denkmalschutz steht.

Es sei also erkennbar, dass sich die Zielsetzung von Behörden und Bevölkerung in mancher Hinsicht decke, dass aber unterschiedliche Wege zum Ziel führen würden. «Auf Wunsch und Druck der Gemeinde wurden diverse Varianten und Wege unter die Lupe genommen, sowie zahlreiche Möglichkeiten geprüft», hält der Gemeinderat fest. Das Planungsbüro und Investor Nüesch Development AG Zürich habe deshalb eine weitere Untersuchung des Gebäudes vorgenommen.

«Hauptstrasse 90 erhalten»

Nüesch Development erarbeitete entsprechend der Prämisse «Erhalt des Gebäudes Hauptstrasse 90» weiter, denn die anderen Gebäude stünden entweder nicht im Eigentum der Gemeinde oder seien aufgrund der immens hohen Sanierungskosten nicht langfristig erhaltbar. Dies betreffe insbesondere jenes, in dem der Werkhof untergebracht ist, wurde gesagt.
Bei der nun anstehenden Konsultativabstimmung anlässlich der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 18. März seien folgende Positiv- und Negativpunkte zu beachten: Positiv für die Gemeinde wirke sich bei einem Erhalt der «Krone» aus, dass ein weiterer, ursprünglicher Ortsteil erhalten bleibe, insbesondere der Kronenkeller.

Chronologie zu den Gestaltungsplänen Unterdorf Oensingen

Mit dem Ziel, das Unterdorf aufzuwerten, wurde 2010 erstmals eine Entwicklungsstrategie verabschiedet. Im Februar 2011 wurde eine Planungszone für fünf Jahre verhängt. Planungskredite von insgesamt 450 000 Franken wurden an den Gemeindeversammlungen von 2012 und 2013 genehmigt. Weitere Berichte mit Ideen wurden 2015 ausgearbeitet. Die Umzonung in der Kernzone Unterdorf wurde 2016 und 2017 im Zusammenhang mit der Ortsplanung mehrmals aufgelegt und verabschiedet. Der Ortsplanung ist 2018 in Rechtskraft erwachsen. Das Projekt wurde mit einer breit aufgestellten Arbeitsgruppe weiter vorangetrieben und Ende 2018 dem Gemeinderat vorgelegt. Es wird auf die kommende ausserordentliche Gemeindeversammlung hin 2019 dem Souverän unterbreitet. (frb)

Positiv- und Negativpunkte

Negativ sei, dass eine optimale Ausnutzung und Gestaltung des Areals damit erschwert werden, dass die Ziele der Umzonierung und dem entsprechenden Ortsbild nicht vollständig erreicht würden; dass das Ziel einer hochwertigen Nutzung mit Wohnungen im Mittelstandssegment nur teilweise erreicht wird; dass die Chance eines Neubaus und damit eine Aufwertung verpasst wird.

«Mit der Konsultativabstimmung wird für jeden Entscheid eine gewisse Verbindlichkeit für das Gestaltungsplanverfahren hergestellt», sagt dazu der Oensinger Gemeindepräsident Fabian Gloor.

Alle zwei Jahren eine Carreise

Vor allem aus organisatorischen, sowie demografischen aber auch aus Spargründen wurde das Mindestalter für die Teilnahme an der Seniorenreise im letzten Jahr von 70 auf 75 Jahre angehoben. Gleichzeitig wurden im Budget die Ausgaben dafür von 40 000 Franken auf 19 000 Franken gesenkt. Die 2018 durchgeführte Reise ging nach Grindelwald, wo anstelle eines Mittagessens lediglich ein Dessert konsumiert wurde. Danach ging es zurück nach Oensingen in den Bienken-Saal, wo noch ein Nachtessen serviert wurde. Damit konnten die budgetierten Kosten mit 18 000 Franken eingehalten werden. Am Anlass selbst wurde zum Thema Seniorenreise gleich noch eine Umfrage bei den Teilnehmern durchgeführt. Die Behörden wollten erfahren, wie künftig ein solcher Anlass durchzuführen sei.

Der Gemeinderat nahm an seiner Sitzung von dieser Woche Kenntnis vom Ergebnis der Umfrage. 100 Seniorinnen und Senioren machten bei der Befragung mit und die Mehrheit davon möchte weiterhin an einem Seniorenanlass teilnehmen. Jedoch äusserten sehr viele den Wunsch, auf ein Abendessen zugunsten eines Mittagessens zu verzichten. Ebenfalls sei eine längere Carreise nicht mehr von allen Seniorinnen und Senioren gewünscht. Die Stabsstelle der Gemeinde hat nun folgenden Vorschlag zuhanden des Gemeinderates ausgearbeitet: In Zukunft soll noch alle zwei Jahre eine Carreise durchgeführt werden. In den «Zwischenjahren» soll ein Seniorenanlass im Bienken-Saal stattfinden. Das Mindestalter für die Einladung zum Anlass soll bei 75 Jahren beibehalten bleiben. 2019 wird nun also eine Reise durchgeführt; 2020 ein Seniorenanlass im Bienken-Saal.

Kein dritter Schulzahnarzt

Im Weiteren lehnte der Gemeinderat das Gesuch eines Zahnarztes ab, als dritter Schulzahnarzt für die Gemeinde tätig zu werden. Man sei mit den momentanen Schulzahnärzten gut aufgestellt, wurde im Rat gesagt. Zudem werde das Schulzahnarzt-Reglement sowieso in nächster Zukunft überarbeitet und die entsprechende Grundsatzdiskussion erneut geführt.

Ebenfalls lehnte der Gemeinderat das Gesuch des Vereins Lernort Oensingen, um Mitbenutzung der Turnhallen der Primarschule Oberdorf, ab. Die Turnhallen werden tagsüber vollständig von der Primarschule belegt, wurde argumentiert. Am Mittwochnachmittag würde die Halle gereinigt. Als Alternative schlägt der Gemeinderat dem Verein vor, beim Sportzentrum Bechburg oder der Vebo-Turnhalle um Nutzung nachzufragen.
Wie eingangs erwähnt, beschloss der Gemeinderat, am kommenden 18. März eine ausserordentliche Gemeindeversammlung durchzuführen. Traktandiert werden voraussichtlich die Teilrevision des Abfallreglements, die besprochene Kaufoption Unterdorf, der Bericht der GPK, sowie eventuell Vorstösse aus der Bevölkerung.

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