Wynau
Fast die 100-Gigawattstunden-Grenze erreicht

Die Onyx Energie Mittelland AG blickte an der 15. Generalversammlung auf ein gutes Geschäftsjahr zurück. 2013 wurde genug Strom produziert, um rund 26 000 Haushalte rund um die Uhr zu versorgen.

Karin Schmid
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Unter anderem das Wasserkraftwerk in Wynau verhalf der Onyx 2013 zu einem Umsatz von 110 Mio. Franken.

Unter anderem das Wasserkraftwerk in Wynau verhalf der Onyx 2013 zu einem Umsatz von 110 Mio. Franken.

HR.Aeschbacher

Verwaltungsratspräsident Rolf Büttiker begrüsste am Dienstag die Anwesenden, darunter 25 von 36 Aktionärsvertretern, zur 15. Generalversammlung der Onyx Energie Mittelland AG auf dem Gelände des Laufwasserkraftwerks Wynau/Schwarz- häusern.

«Im vergangenen Jahr konnten wir auf diesen installierten Anlagen dank günstigen hydrologischen Verhältnissen und einer grossen Anlagenverfügbarkeit fast die 100-Gigawattstunden-Grenze knacken. Und auch in den vier Monaten dieses Jahres stehen die Zeichen gut.» Die Produktionsmengen aus dem Laufwasserkraftwerk reichen laut Büttiker aus, um rund 26 000 Haushalte rund um die Uhr mit Strom zu versorgen.

CEO Arturo J. Egli informierte die Anwesenden über das Geschäftsjahr 2013. Die Grosswetterlage beeinflusse das Geschäft der Energieversorger. «Unsere Kernaufgabe ist und bleibt die sichere und kostengünstige Energieversorgung in der Region.» Mittlerweile haben laut Egli rund 15 Gemeinden ihren Betrieb teilweise oder ganz an die Onyx ausgelagert. Seit diesem Jahr ist sie auch für die Energieversorgung der Gemeinde Niederbipp zuständig. Aufgrund neuer Mitbewerber hat die Onyx 2013 hingegen die Gemeinde Melchnau als Abrechnungskundin verloren.

235 Anlagen im Förderprogramm

Zur Rechnung 2013: Nach Angaben von Arturo Egli kann die Onyx «wiederum auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr» mit einem – trotz nach wie vor angespanntem Marktumfeld – «guten Ergebnis» zurückblicken. Mit 110.1 Mio. Franken erreichte die Onyx-Gruppe im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz, der 2.6 Prozent unter dem Vorjahresresultat von 113.1 Mio. Franken liegt.

Grund dafür sind laut Egli Kundenverluste und die tieferen Energiepreise im offenen Markt. Trotzdem wurde «dank einem weiterhin konsequenten Kostenmanagement, dem Ausbau von innovativen Dienstleistungsangeboten und einer kontinuierlichen Prozessoptimierung in Zusammenarbeit mit dem BKW-Konzern» eine Steigerung der Gewinnmarge um 7.5 Prozent auf 10.7 Mio. Franken möglich.

Der Stromverbrauch im Marktgebiet der Onyx, zu dem weit über 100 Gemeinden in den Regionen Oberaargau, Thal-Gäu, Bucheggberg und Unteres Emmental gehören, beträgt 931.5 Gigawattstunden und ist damit gegenüber dem Vorjahr um ein Prozent angewachsen. Der Stromabsatz der Onyx Dienste AG betrug 2013 total 668 Gigawattstunden. Diese Nachfrage konnte mit der Stromproduktion in den Kraftwerken Wynau und Schwarzhäusern zu 15 Prozent gedeckt werden.

83 Prozent stammen aus Fremdbeschaffung, zwei Prozent von Rücklieferungen aus erneuerbaren dezentralen Produktionsanlagen. Egli bezeichnete diese Zahl als «nach wie vor bescheiden. Sie ist aber 2013 von 1.2 auf 2 Prozent angewachsen, was auf einen starken Zubau in unserem Gebiet hinweist». Der Betriebsgewinn 2013 beträgt 10.7 Mio. Franken, der Jahresgewinn der Holding rund 5.9 Mio. Franken.

Laut Arturo Egli wurde das Förderprogramm, das die Onyx 2012 zur Überbrückung der Wartezeit bei der KEV lancierte, per Ende 2013 abgekündigt und auf Ende März 2014 eingestellt. Die Onyx hat darin insgesamt 235 Anlagen – alle Photovoltaik – aufgenommen. Das Dienstleistungsangebot wurde unter anderem ausgebaut mit der Energie Oberhofen.

Für die Versorgung der Gemeinde Egerkingen übernimmt die Onyx künftig den Regulierungsprozess. Auch im Netzbereich will die Energieversorgerin ihre Kooperationen verstärken, wobei die Netze nach Angaben ihres CEOs als Asset im Eigentum der jeweiligen Gemeinde bleiben. Ebenfalls vorangetrieben hat die Onyx im letzten Jahr den regionalen Netzausbau im 16-kV-Spannungsbereich; dazu wurden 13 Kilometer neue Mittelspannungskabel verlegt und 7.5 Kilometer Holzstangenleistungen oder Kabel abgebrochen.

Die Stranglängen im Mittelspannungsbereich betragen inzwischen 513 Kilometer, wovon gut die Hälfte verkabelt ist. Auch der Bereich Ortsnetzausbauten hat sich laut Egli weiterentwickelt. Die Stranglänge wurde um drei Prozent auf insgesamt 1198 Kilometer erhöht. Die Onyx Produktions AG hat 2013 an den Staustufen Bannwil und Wynau/Schwarzhäusern 584 Tonnen Rechengut entnommen, was einen Kostenblock von fast 100 000 Franken entspricht.

Die Generalversammlung stimmte den Geschäftsunterlagen 2013 und der vom Verwaltungsrat beantragten Ausrichtung einer Bruttodividende von Fr. 4.769 pro Namensaktie oppositions- und diskussionslos zu.

«Wynau II»: Onyx ist bereit

In seiner Ansprache ging Verwaltungsratspräsident Rolf Büttiker auch auf den aktuellen Stand beim Ausbauprojekt «Wynau II» zur Erhöhung der Produktionskapazität um rund 50 Prozent und die Anpassungen an die neuen geltenden gesetzlichen Vorgaben ein.

Dessen Ausarbeitung sei im vergangenen Jahr weiter vorangetrieben worden. «Wir wären für eine Realisierung des Projekts bereit», betonte Büttiker. Eingehende Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen hätten jedoch deutlich gezeigt, dass eine vertretbare Rentabilität unter den aktuellen Voraussetzungen nicht gegeben sei.

Die Swissgrid habe einen Antrag auf KEV-Unterstützung abgelehnt. Ein Rekurs bei der EICom endete mit demselben Ergebnis. Die Onyx behält nach Angaben von Rolf Büttiker die klare Absicht, das Ausbauprojekt Wynau II zu realisieren und den durch das Volk geäusserten Willen wie auch die bundesrätliche Strategie hin zu erneuerbarer Energieproduktion zu unterstützen.

«Momentan heisst dies für die Onyx: abwarten.» Deshalb habe der Verwaltungsrat beschlossen, «vorerst die bestehenden Kraftwerksanlagen so optimal wie möglich zu betreiben, ohne uns eine spätere Leistungssteigerung zu verbauen. Die Ausgangslage für das Projekt ‹Wynau II› würde sich deutlich verbessern, wenn die Idee, Wasserkraftwerkprojekte zu interessanten Konditionen mit Investitionskapital zu versorgen, auf Zustimmung stossen würde». Die Energielandschaft befindet sich nach Auffassung des Wolfwiler Präsidenten «inmitten eines riesigen Transformationsprozesses.

Nehmen wir das turbulente Umfeld als Herausforderung an und packen die Chance, unser Unternehmen erfolgsversprechend weiter zu entwickeln. Pioniergeist ist gefragt». Wie die BKW Energie AG wandle sich auch die Onyx AG zu einer umfassenden Energiedienstleisterin. Die regionale Präsenz erweise sich dabei als grosser Vorteil.

«Obste Maxime jedoch ist und bleibt, dass Energieversorgungsunternehmen wohl Teile ihres Geschäfts auslagern, aber trotzdem Eigentümer ihres Versorgungswerks bleiben und auch weiterhin Entscheidungsträger in allen strategischen Belangen sind», zeigte sich Rolf Büttiker überzeugt. (kas)

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