Härkingen
Härkingen hat «gesunde Finanzen»: Die Rechnung schliesst mit einem Plus von 1,1 Millionen Franken

An der Gemeindeversammlung in Härkingen waren mehr Behördenmitglieder als sonstige Stimmberechtigte anwesend. Sie genehmigten die Traktanden.

Rahel Bühler
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Die Jahresrechnung der Gemeinde Härkingen schliesst deutlich besser ab als budgetiert.

Die Jahresrechnung der Gemeinde Härkingen schliesst deutlich besser ab als budgetiert.

Bruno Kissling

«Die Gemeindeversammlung findet nicht in der oberen Mehrzweckhalle sondern im Fröschensaal statt.» Diese Mitteilung hängt an der Eingangstüre der Mehrzweckhalle in Härkingen. Ist sie bereits ein Indiz für eine Versammlung im kleinen Rahmen? Wenige Minuten später wird klar: Ja, ist sie. Gemeindepräsident Daniel Nützi (CVP) begrüsst um punkt 20 Uhr sechs Stimmberechtigte, die nicht dem Gemeinderat oder dem Ersatzgemeinderat angehören. Mit Letzteren sind an der Versammlung 15 stimmberechtigte Härkingerinnen und Härkinger anwesend.

Das wichtigste Traktandum am Dienstagabend ist die Rechnung 2020. «Wir dürfen nun eine Jahresrechnung präsentieren, die viel besser abschliesst, als budgetiert», eröffnet Gemeindepräsident Nützi das Traktandum. Denn sie schliesst mit einem Plus von 1,1 Millionen Franken. Budgetiert war ein Minus von 136'600 Franken.

Härtefallausgleich führt zu besserem Resultat

Finanzverwalterin Franziska Wyss führt anschliessend die Gründe aus, die zu diesem guten Abschluss führten. Es seien primär deren zwei: Einerseits der Infrastrukturbeitrag der Post über 321'180 Franken, den sie rückwirkend für die Jahre 2017 und 2018 ausbezahlt hat. Andererseits die Zahlung für den Härtefallausgleich (STAF) in der Höhe von 665'400 Franken.

«Als wird das Budget 2020 gemacht haben, war uns schlicht noch nicht bekannt, wie hoch der allfällige Betrag sein wird.»

Zudem musste die Gemeinde 2020 auch weniger Geld für den Sold der Feuerwehr oder die Organisation von Bundes- und Neujahrsfeier ausgeben. Die anwesenden Stimmberechtigten genehmigten die Rechnung 2020 einstimmig. Im Anschluss beantragte der Gemeinderat, den Ertragsüberschuss von 1,1 Millionen Franken dem Eigenkapital zuzuführen. «Der Härtefallausgleich und die Coronapandemie können Einfluss auf die Steuern der juristischen Personen haben», erklärt Nützi den Antrag. Durch eine Einlage ins Eigenkapital könne man allfällige künftige Ausfälle abfedern. Auch damit waren alle Stimmberechtigten einverstanden. «Wir haben äusserst gesunde Gemeindefinanzen», bilanziert Daniel Nützi zum Ende des Traktandums.

Kennzahlen zur Rechnung 2020 von Härkingen

Rechnung 2019 Rechnung 2020
Erfolgsrechnung (Angaben jeweils in 1000 Fr.)
Gesamtaufwand9582.79390.4
Gesamtertrag10'550.810501.3
Jahresergebnis9681110.8
Steuereinnahmen nat. Pers.39653962.9
Steuereinnahmen jur. Pers.3483.32778.5
übrige Steuereinnahmen128.8158.7
Gesamtabschreibungen (inklusive Spezialfinanzierung)453.7505.4
Investitionsrechnung (Angaben jeweils in 1000 Fr.)
Investitionsausgaben457.3480.2
Investitionseinnahmen138.766.3
Nettoinvestitionen318.6413.9
Weitere Kennzahlen
Steuerfuss nat. Pers.89 %89 %
Steuerfuss jur. Pers.89 %89 %
Selbstfinanzierungsgrad537 %391 %
Eigenkapitaldeckungsgrad79 %92%
Netto-Vermögen pro Kopf4’9815'693
Netto-Schulden pro Kopf

Als Nächstes entscheiden die Stimmberechtigten über die Rechnung der hauseigenen Elektrizitätsversorgung «HEnergie» Härkingen. Sie schliesst mit einem Jahresgewinn von 141'400 Franken und ist damit leicht tiefer als im Vorjahr, wie Jörg Dietschi vom geschäftsführenden Ausschuss erklärt. «Trotz der Pandemie ist der Bedarf an elektrischer Energie bei uns nur wenig gesunken.» Das habe primär mit den stark ausgelasteten Logistikbetrieben zu tun.

Nach 54 Minuten beendete Daniel Nützi die Versammlung. Es war im Übrigen seine letzte Rechnungsgemeindeversammlung. Ab September übernimmt André Grolimund sein Amt.

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