Laupersdorf
Kameruner wirkt schon seit 15 Jahren als Pfarrer im Thal

Marc Ntetem konnte am Sonntag in der Kirche St.Martin in Laupersdorf sein Goldenes Priesterjubiläum feiern.

Rudolf Schnyder
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Pfarrer Marc Ntetem beim Festgottesdienst.

Pfarrer Marc Ntetem beim Festgottesdienst.

Rudolf Schnyder

In der Pfarrei St. Martin ist er als Priester tätig, aber er ist mehr als das, nämlich auch Professor und trägt einen Doktortitel: Marc Ntetem. Er konnte nun sein Goldenes Priesterjubiläum feiern mit einem gebührend gestalteten Gottesdienst in der voll besetzten Kirche St. Martin. Die Gäste waren aus verschiedenen Thaler Gemeinden und aus Deutschland gekommen.

Zelebrant des Festgottesdienstes, der durch den Kirchenchor Laupersdorf und Organist Patrik Fluri musikalisch mitgestaltet wurde, war Rudolf Schmid, ehemaliger Generalvikar des Bistums Basel. Auch der ehemalige Bischof von Marc Ntetem in Afrika, Bischof Dieudonné Bogmis, war extra aus Kamerun nach Laupersdorf angereist.

«Gegenseitige Bereicherung»

Seit rund fünfzehn Jahren wirkt Marc Ntetem in Laupersdorf. Während zwölf Jahren war er als Pfarr-Administrator der Pfarrei Laupersdorf tätig und zuletzt wirkt er in einem Teil-Pensum als Priester für den Pastoralraum Dünnernthal. «Viele schöne, bewegende und berührende Momente» hat Pfarrer Marc Ntetem in dieser Zeit mit der Pfarrei Laupersdorf erlebt.

In seiner Tätigkeit hat er Aspekte aus seiner Kultur eingebracht und auch solche von der hiesigen Kultur übernommen. So ist der gemeinsame Weg von Marc Ntetem und der Pfarrei zu einer gegenseitigen Bereicherung geworden», bemerkte Pastoralraum-Pfarrer Simon Moser.

In Kamerun geboren

Marc Ntetem wurde am 18. Februar 1935 in Nkoton (Kamerun) geboren und genoss ab 1946 eine Schulausbildung mit Latein und Griechisch. Er unterrichtete ab 1958 als Lehrer für Latein, Griechisch und Französisch am katholischen Knabenseminar in Bonepupa (Kamerun). Dann folgte ab 1960 ein Studium der Philosophie, Theologie und Ethnologie in Bamberg und Mainz (Deutschland). Im Jahre 1965 wurde Marc Ntetem in Kamerun zum Priester geweiht und er setzte danach sein Studium in Deutschland fort.

Während der Studienzeit weilte er mehrmals während Monaten in seiner Heimat, um die Vertretung für einen Priester zu übernehmen und Feldstudien seiner Doktorarbeit zu betreiben. In den Jahren 1965 bis 1968 wirkte er als Studenten-Seelsorger für ausländische Priester in Mainz, von 1976 bis 1978 war er Haus-Geistlicher im Altersheim St. Raphaelsheim in Würzburg und von 1978 bis 1987 Haus-Geistlicher im St. Antonius-Heim (Kloster Oberzell) in Würzburg.

Im Jahr 1981 erfolgte die Promotion über die Negro-afrikanische Stammesinitiation, gegliedert in Religionsgeschichtliche Darstellung, Theologische Wertung und Möglichkeit der Christianisierung. Marc Ntetem wird dabei attestiert, die Problematik in umfassender Weise durchgearbeitet und einer theologisch verantwortbaren Lösung entgegen geführt zu haben.

Seit 15 Jahren in Laupersdorf

1987 wurde er Professor für Dogmatik und Patrologie am Priesterseminar der Erzdiözese Douala in Kamerun und 1992 Bischofsvikar und Pfarrer in Cité-SIC Douala. Aus gesundheitlichen kam er nach Deutschland zurück und seit dem 2. Januar 2000 wirkte er als Pfarr-Administrator in Laupersdorf.

«Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben», wählte Marc Ntetem nach Johannes zum Leit-Vers für sein besonderes Jubiläum.