Kantonsratswahlen Thal-Gäu
Fazit der Grünliberalen: Es gibt zu wenig Frauen und zu wenig Thaler

Im ganzen Kantonsrat gewinnt die Partei zwar an Wählerstärke - im Thal-Gäu gibt es jedoch keinen Sitz. GLP-Präsident Markus Oegerli ist enttäuscht.

Rahel Bühler
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Markus Oegerli ist Präsident der GLP Thal-Gäu.

Markus Oegerli ist Präsident der GLP Thal-Gäu.

Zvg

Eine der Gewinnerinnen der Kantonsratswahlen ist die GLP: Bisher war die Partei der CVP-Fraktion angeschlossen. Bei den Wahlen am Sonntag hat sie aber sechs Sitze geholt. Damit kann sie nun mit sechs Kantonsrätinnen und Kantonsräten eine eigene Fraktion stellen. Ihr Wähleranteil stieg um fast drei auf sieben Prozent. In der Amtei Thal-Gäu hat es trotzdem nicht für einen Sitz gereicht. Mit 1318 Stimmen hat Markus Oegerli, Präsident der GLP Thal-Gäu, das beste Resultat erzielt.

«Natürlich war ich erfreut, konnten wir den Wähleranteil steigern. Etwas gefuchst hat es mich dann doch, weil es im Thal-Gäu nicht ganz gereicht hat.»

Mit seinem persönlichen Ergebnis zeigt der sich der 48-Jährige zufrieden. «Ich bin zum zweiten Mal angetreten und an zweiter Stelle der Kandidatenliste. Andererseits spielt der Platz auf der Liste nicht so eine Rolle. Wir wollten einen Sitz.»

Die Grünliberalen geloben Besserung für die nächsten Wahlen

Für ihn gibt es zwei Gründe, warum die Grünliberalen im Gäu und vor allem im Thal nicht besser reüssiert haben: Erstens war der Frauenanteil mit einer Frau klein. Zweitens wohnt niemand der Kandidierenden im Thal. Man wusste um dieses Manko bereits vor den Wahlen, gibt Oegerli zu. Es sei schwierig gewesen, Kandidierende aus dem Thal zu finden. Zwar war man in den sozialen Medien, etwa mit Videos, aktiv. Wegen der Pandemie fielen aber sämtliche Wahlveranstaltungen, so ein Stand am Wochenmarkt in Balsthal, ins Wasser.

«Wenn es darum geht, jemanden für ein politisches Amt zu begeistern, macht das persönliche Gespräch viel aus»,

weiss der Härkinger. Das wolle man für die nächsten Wahlen in vier Jahren verbessern. Oegerli ist sich bewusst: Das wird nicht einfach. Es brauche Geduld. Zudem müsse die GLP sichtbarer werden in den beiden Bezirken. Genau dies will sie an den Gemeinderatswahlen, die im ganzen Kanton am 25. April anstehen, versuchen. «Das ist eine Plattform, um uns zu präsentieren und zu zeigen: Wir übernehmen Verantwortung.» Die GLP wird in Wolfwil, Oensingen und Härkingen antreten. In letztgenannter Gemeinde kandidiert Oegerli selbst. In Oensingen ist eine Kandidatin darunter.

Übrigens: Für die Kantonsratswahlen sind die Grünliberalen in der Amtei eine Listenverbindung mit CVP und EVP eingegangen. Das heisst: Die Parteistimmen von GLP, EVP und CVP wurden zusammengezählt. Dadurch ergibt sich die Anzahl Sitze, die die CVP belegen kann: sechs. Die Listenverbindung hat also in erster Linie den Christdemokraten genutzt. Für die GLP habe sich diese Verbindung aber auch gelohnt, sagt der Härkinger Architekt. «Sonst hätten wir noch Stimmen mehr gebraucht, bis es für einen Sitz gereicht hätte.»