Laupersdorf
Kredit bewilligt: Kirche St. Martin wird innen saniert

Die Stimmberechtigten bewilligten an der römisch-katholischen Kirchgemeinde Laupersdorf den Kredit von 1,65 Mio. Franken für die Innensanierung der Kirche St.Martin. Baubeginn erfolgt im Oktober.

Rudolf Schnyder
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Bei der Innen-Sanierung der Pfarrkirche St. Martin Laupersdorf sind keine baulichen Veränderungen vorgesehen, die Gestaltung des Chorraumes bleibt wie bisher bestehen.

Bei der Innen-Sanierung der Pfarrkirche St. Martin Laupersdorf sind keine baulichen Veränderungen vorgesehen, die Gestaltung des Chorraumes bleibt wie bisher bestehen.

Rudolf Schnyder

Die ausserordentliche Gemeindeversammlung der römisch-katholischen Kirchgemeinde Laupersdorf wurde von 29 Stimmberechtigte besucht. Die Versammlung wurde von Olaf Ackermann, Büro Meier& Ackermann, Planung und Bauleitung GmbH, Laupersdorf sowie von Irene Kamm und Hans Hagenbuch, Firma Hagenbuch Restaurierungen, Oberlunkhofen, umfassend über den Ist-Zustand und die geplante Sanierung des Kircheninnern informiert.

Die 155 Jahre alte und unter Denkmalschutz stehende Pfarrkirche St.- Martin Laupersdorf wurde in den Jahren 2006/07 aussen komplett saniert und innen vor rund 20 Jahren letztmals renoviert und im Chorraum auch umgestaltet. Damals wurde auch eine neue Kirchenorgel eingebaut. In den letzen Jahren lagerte sich aber immer stärker Schmutz an den Wänden ab, wodurch sich schwarze Flecken bildeten. Auch im Innern der Orgel lagerte sich Schmutz ab. Dies bewog den Kirchgemeinderat, Massnahmen durch Fachleute für eine Sanierung des Kircheninnern zu eruieren und die Kosten hierfür zu ermitteln.

Schadhafter Putz wird entfernt

Die Projektarbeiten wurden durch das Büro Meier & Ackermann, Planung und Bauleitung GmbH, Laupersdorf, ausgeführt. Zudem hat die Firma Hagenbuch Restaurierungen, Oberlunkhofen, an der Südwand unter der Empore Sanierungsmuster erstellt und diese während mehreren Jahren beobachtet. Gestützt auf die Ergebnisse dieser Beobachtung kam der Kirchgemeinderat in Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege und dem Projektplaner zum Entschluss, den schadhaften Verputz bis zum Kalkstein abzutragen und mit einem neuen Grund- und Deckverputz (poröser Isolier- und Entfeuchtungsverputz) zu sanieren. Die Oberfläche wird mit einem Reversil-Anstrich vergütet. Die Fresken an den Wänden vom Tessiner Maler Ottorino Olgiati (1953) müssen dabei besonders geschützt werden.

Baubeginn erfolgt im Oktober

Der Zeitplan für die Innensanierung der Kirche St. Martin sieht vor, dass vorerst nun die Submission der Bauarbeiten durchgeführt wird (Ausschreibung, danach Einholung der Offerten). Mit dem Beginn der Bauarbeiten ist für den Monat Oktober 2015 zu rechnen und die Bauarbeiten werden etwa ein Jahr beanspruchen. Während dieser Zeit der Sanierung ist die Kirche geschlossen, denn die Kirchenbänke werden entfernt und eingelagert und im Kircheninnern wird ein Gerüst erstellt. Die Gottesdienste finden während der Sanierung der Kirche im Pfarreisaal (Gemeindezentrum) statt. Voraussichtlich findet die Einsegnung der Kirche dann im Dezember 2016 statt. (rsl)

Die Beheizung historischer Kirchen ist äusserst schwierig. Einerseits sind die gestiegenen Komfortansprüche der Besucherinnen und Besucher der Gottesdienste zu beachten, andererseits führen höhere Temperaturen zu erhöhtem Feuchtetransport und damit zu Verunreinigungen der Oberflächen. Deshalb wird eine herkömmliche elektrische Sitzbank-Heizung mit erhöhter Leistung eingebaut und die Konvertoren im Chorbereich ausgewechselt.

Die bestehende Audio-Anlage für die Übertragung des gesprochenen Wortes wird gänzlich ersetzt. Für die Übertragung von Musik kann die Anlage mit zusätzlichen mobilen Tiefton-Lautsprechern ergänzt werden. Die Schlaufe für die Schwerhörigen-Anlage wird neu eingebaut, die sich bewährenden Wand-Lautsprecher bleiben dabei erhalten. Bei der Kirchenorgel werden die Pfeifen ausgebaut und danach wie das Orgelgehäuse gereinigt. Im Deckenbereich wird für den Luftwechsel eine Lüftung mit einem elektrischen Lufterhitzer eingebaut. Auch werden die Taufkapelle und das Treppenhaus sanft saniert. Bei der Beleuchtung werden die Leuchtmittel aufgerüstet und die Lichtintensität erhöht. Die Grundstruktur der jetzigen Beleuchtung wird beibehalten.

Finanzierung ist gesichert

In den letzten Jahren nahm die Kirchgemeinde Laupersdorf Rücklagen für die Innenrenovierung der Pfarrkirche St. Martin vor und bis Ende 2013 resultierte ein Betrag in der Höhe 213 243 Franken, hinzu kommt noch die Rücklage des Jahres 2014. An Eigenmitteln verfügte die Kirchgemeinde Ende 2013 über eine Summe von 667 031 Franken. Von der kantonalen Denkmalpflege wurde ein Kantonsbeitrag von 108 726 Franken und von der Synode des Kantons Solothurn ein Beitrag von 167 768 Franken zugesichert. Die Finanzierung der Innenrenovierung der Pfarrkirche St.- Martin ist somit gesichert. Der Steuerfuss von derzeit 19 Prozent der einfachen Staatssteuer muss künftig wegen der Innenrenovierung der Pfarrkirche nicht erhöht werden und die Kirchgemeinde kann die geplante Sanierung finanziell verkraften.

Projektleiter Olaf Ackermann erwähnte, dass die Erneuerung der Heizung und der Einbau einer Lüftung zu besseren klimatischen Bedingungen in der Kirche beitragen werden. Auch wäre es künftig möglich, allfällige Verfärbungen der Kirchenwände mit einer Trocken-Reinigung zu entfernen. Keinesfalls dürfe man jedoch davon ausgehen, dass es künftig keine Verfärbungen der Wände mehr geben werden, denn die Sanierung sei keine Lösung für alle Ewigkeit.

Mit 27 Ja-Stimmen, einer Gegenstimme und bei einer Enthaltung genehmigte die Versammlung das Projekt für die Innen-Sanierung der Kirche St. Martin und bewilligte den Baukredit von 1 650 000 Franken.

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