Oensingen
Vebo: Martin Plüss übergibt die Leitung an Gilbert W. Giger

Die 49. Generalversammlung der Vebo stand im Zeichen von Wahlen, Verabschiedungen und dem 50-Jahr-Jubiläum der Genossenschaft. Musikalisch umrahmt wurde der Anlass vom Christoph Walter Orchester.

Irmfriede Meier
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Adieu und willkommen (v. l.): Beat Lorétan, Ursula Meise, Aloysia Sieber, der neue Verwaltungsratspräsident Martin Plüss, Gilbert W. Giger, neuer Direktor, sowie Urs Trösch. Es fehlt Roland Fürst.

Adieu und willkommen (v. l.): Beat Lorétan, Ursula Meise, Aloysia Sieber, der neue Verwaltungsratspräsident Martin Plüss, Gilbert W. Giger, neuer Direktor, sowie Urs Trösch. Es fehlt Roland Fürst.

Irmfriede Meier

Veritabler Grossaufmarsch bei der 49. Generalversammlung der Vebo Genossenschaft Oensingen: 512 Personen waren in den Bienken-Saal gekommen, darunter 322 Genossenschafterinnen und Genossenschafter sowie 63 Dienstjubilare. Hinzu kamen 127 Gäste, unter ihnen Regierungsrat Roland Fürst, ferner Roberto Zanetti, Ständerat und Präsident der IG pro Vebo, sowie Ständerat Pirmin Bischof.

Die Versammlung war geprägt vom 50-Jahr-Jubiläum der Vebo (siehe separate Textbox), von Wahlen und Verabschiedungen. Martin Plüss ist nun Verwaltungsratspräsident, Gilbert W. Giger Vebo-Direktor, Aloysia Sieber Verwaltungsrätin und Urs Trösch Sekretär des Verwaltungsrates. Musikalisch bereichert wurde der Anlass vom Christoph Walter Orchester.

Ziel schwarze Null knapp verfehlt

Mit einem Ertrag von 76 Mio. Franken - gleich hoch wie im Vorjahr - und einem Aufwand von 77 Mio. Franken inklusive Rücklage für bauliche Erneuerungen, habe das Ziel einer schwarzen Null wie vorausgesehen nicht erreicht werden können, berichtete Verwaltungsratspräsident Beat Lorétan.

Die Zahl der Mitarbeitenden ist im Vergleich zum Vorjahr mit 1616 Personen per Ende 2013 in etwa konstant geblieben. Die Genossenschaft zählt 1483 Mitglieder. Die Entwicklung der Vebo, so betonte Lorétan, sei in den letzten 25 Jahren ganz entscheidend durch den Direktor Martin Plüss geprägt worden. «Es existiert kaum ein Unternehmensbereich, in dem seine Handschrift nicht klar zu erkennen ist.»

Einen Markstein setzen konnte das Unternehmen Vebo, als es sich für den Final um den Esprix Swiss Award 2014 qualifizierte (wir berichteten). Der Award gilt als höchste nationale Auszeichnung für nachhaltige unternehmerische Excellence, für hohe Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsstärke.

Aloysia Sieber im Verwaltungsrat

Am Ende dieser 49. Generalversammlung führte Lorétan weiter aus, werde Martin Plüss das Amt des Direktors und eine gesunde Vebo an seinen Nachfolger Gilbert W. Giger übergeben. Einstimmig gewählt wurden Martin Plüss zum Verwaltungsrat und danach zu dessen Präsidenten, ebenso Aloysia Sieber zur Verwaltungsrätin.

Nach gebührender Würdigung ihrer Verdienste verabschiedet wurden Vebo-Direktor Martin Plüss nach 26 Dienstjahren, Verwaltungsratspräsident Beat Lorétan nach zehn Jahren, VR-Vizepräsidentin und Gründungsmitglied Ursula Meise sowie VR-Sekretärin Aloysia Sieber, beide nach jeweils 40 Dienstjahren, ferner VR-Mitglied Roland Fürst nach zwei Jahren.

Für das Geschäftsjahr wiedergewählt wurde die Revisionsstelle BDO AG, Olten. Ehre erfuhren zudem insgesamt 63 Vebo-Mitarbeitende für 10, 20, 30 und 40 Dienstjahre.

Jubiläum: Vor 50 Jahren wurde die Vebo gegründet

«1964 hat die Gründungsversammlung der Institution Verein einer Eingliederungsstätte für Behinderte, Oensingen stattgefunden», leitete Vebo-Verwaltungsratspräsident Beat Lorétan seinen Jahresbericht 2013 ein. Nach Einführung des Invalidenversicherungsgesetztes von 1960 sei auch im Kanton Solothurn ein grosser Bedarf nach Werkstätten für Menschen mit Behinderung sichtbar geworden. Das Ziel: «Eingliederung vor Rente». Volle Unterstützung für die Schaffung eines Arbeitszentrums für Behinderte kam vom damaligen Regierungsrat Willi Ritschard. «Damit war der Grundstein für die bis heute andauernde, ausgezeichnete Zusammenarbeit mit unserem Standortkanton gelegt», sagte Lorétan. Das rasche Wachstum der Institution spiegle die enorme Nachfrage wieder. Der Gedanke, den Menschen mit einer Behinderung Arbeit zu geben, einen strukturierten Tagesablauf zu ermöglichen und die Eltern zu entlasten, sei nicht Theorie geblieben. «Mit Stolz blicken wir heute auf ein Unternehmen mit über 1600 Mitarbeitenden, das an elf über den Kanton verteilten Standorten soziale Dienstleistungen in den Bereichen Werkstätten, Wohnheimen, Tagesstätten sowie Integrations- und berufliche Massnahmen der IV anbietet.» Die erfolgreiche Strategie, die Förderung der Eingliederung durch Produktion und das Erzielen von Wertschätzung durch Wertschöpfung seien bei den Mitarbeitenden täglich im Betrieb spürbar. Und die Umsatzzahl von gegen 76 Mio. Franken aus der Produktion spreche für sich. (imw)

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