Volleyball NLA
Zusatzschlaufe für die Schönenwerder

Im dritten Spiel der Viertelfinalserie gegen Jona gibt Volley Schönenwerd eine 2:0-Führung aus der Hand und hält den Gegner damit im Rennen um den Einzug in die Halbfinals.

Raphael Wermelinger
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Trotz einer 2:0-Führung konnten die Schönenwerder den Sack im ersten Anlauf nicht zumachen. Am Samstag haben sie den zweiten Matchball für den Einzug in die Halbfinals.

Trotz einer 2:0-Führung konnten die Schönenwerder den Sack im ersten Anlauf nicht zumachen. Am Samstag haben sie den zweiten Matchball für den Einzug in die Halbfinals.

Jörg Oegerli

Die Serie ist gerissen: Nach acht Siegen in Folge müssen sich die Schönenwerder zum ersten Mal in diesem Jahr geschlagen geben. Es ist die erste Niederlage unter Trainer Liam Sketcher, der das Team Ende Dezember übernommen hat. Und es ist eine ärgerliche Niederlage. Denn obwohl sie weit von ihrer Form der vergangenen Spiele entfernt waren, konnten die Gastgeber die ersten beiden Sätze für sich entscheiden. Doch dann liessen sie den Gegner zurück ins Spiel und schliesslich auch zurück in die Viertelfinalserie kommen.

Erneut mit Leandro Gerber für den verletzten Albaner Redjo Koci in der Startaufstellung, setzten sich die Schönenwerder im ersten Satz mit 25:19 durch. Allerdings da schon alles andere als souverän. Bei der zweiten Auszeit lagen sie noch mit 13:16 hinten, mit 19:19 ging es in die Money Time und in dieser gelang den Gästen dann kein einziger Punkt mehr. Für die Schönenwerder war Luca Ulrich dreimal erfolgreich. Dazu Shonari Hepburn mit einem Block, Gerber mit einem Ass sowie ein Angriffsfehler von Jonas Topskorer Bojan Strugar – 25:19 für das Heimteam.

Der zweite Satz verlief ähnlich. Jona lag phasenweise vorne, konnte sich allerdings nicht richtig absetzen und in der Schlussphase schaffte Schönenwerd wiederum die Wende. Unter anderem dank einem Ass von Passeur Reto Giger zum 19:17 und einem Block von German Johansen zum 21:17. Der argentinische Diagonalangreifer war im dritten Spiel der Serie der beste Skorer der Schönenwerder und beendete den zweiten Durchgang mit dem Punkt zum 25:21.

Im vierten Durchgang komplett den Faden verloren

Die Schönenwerder selbst hatten stets betont, man dürfe Jona nie abschreiben. «Sie sind eine Stimmungsmannschaft», sagte Gerber. Und CEO Daniel Bühlmann: «Wenn sie einen guten Tag haben, sind sie brandgefährlich.» Doch es geschah genau das, was Schönenwerd unbedingt verhindern wollte. Jona krallte sich Satz drei mit 25:22 und kam immer besser in Fahrt.

Begünstigt dadurch, dass die Schönenwerder mit dem Service diesmal kaum Druck aufbauen konnten. Der Aufschlag war in den vergangenen Spielen noch die grosse Waffe, gestern leisteten sie sich nicht weniger als 28 Servicefehler und damit knapp doppelt so viele wie der Gegner. Das konnte auf Dauer nicht gut gehen. Und im vierten Satz passte dann plötzlich auch im Angriff gar nichts mehr zusammen. Jona zog rasch auf 6:1 davon. Von diesem Fehlstart erholte sich das Heimteam nicht mehr – 17:25 und 2:2 nach Sätzen.

«Schöni» fing sich im Tiebreak zwar wieder etwas, konnte das Ruder aber nicht mehr herumreissen. Mit zwei Blocks in Folge sorgte Jona für die Vorentscheidung zum 12:8. Insgesamt blieb Schönenwerd im Tiebreak gleich fünfmal am gegnerischen Block hängen. Die St. Galler dagegen konnten sich im Angriff in dieser Phase auf Nico Beeler und Topskorer Strugar verlassen. Mit dem 15:12 machte Jona die Wende perfekt.

Im Gegensatz zu Amriswil und Chênois, die den Sack mit dem dritten Erfolg zumachten, müssen die Schönenwerder am Wochenende nochmals ran. Am Samstag auswärts in Jona. Bei einer weiteren Niederlage käme es am Sonntag zum entscheidenden fünften Spiel. Bleibt zu hoffen für Schönenwerd, dass die Zusatzschlaufe nicht noch zu einer Bruchlandung führt.

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