Subingen

Auf Spurensuche nach der Identität der Ingolds

Das steinerne Wegkreuz auf dem Friedhof wurde 1687 von Hans-Jakob und Maria Ingold-Gasche gestiftet.rm

Das steinerne Wegkreuz auf dem Friedhof wurde 1687 von Hans-Jakob und Maria Ingold-Gasche gestiftet.rm

Ingold ist ein beliebter Familienname in Subingen. Auf Spurensuche zeigt sich: Viele Einzelteile lassen sich zu einem Gesamtbild zusammensetzen – eine ganzheitliche Familiengeschichte fehlt aber.

In Subingen wohnen laut Staatskalender Ende Dezember 2011 2972 Einwohnerinnen und Einwohner. Die Bürgergemeinde hat total 2374 Bürgerinnen und Bürger; 432 wohnen in ihrer Heimatgemeinde. Und wiederum 49 davon heissen Ingold. Je nachdem auf welcher Internetseite man sich die Telefonanschlüsse in Subingen geben lässt, sind es mehr oder weniger Einträge mit dem Namen «Ingold» – über 50 sind es immer.

Tatsächlich ist der Name Ingold schon vor dem 14. Jahrhundert im Wasseramt bekannt. Am 26. Juni 1528 wurde Hans Ingold zum Ammann von Subingen ernannt. Bis 1787 folgten weitere Männer aus der Familie Ingold in diesem Amt nach. Ammänner gibt es keine mehr, heute sind dies Gemeindepräsidenten. Sie werden auch nicht mehr von der Obrigkeit in Solothurn ernannt, sondern vom Volk gewählt. Trotzdem will es der Zufall, dass auch zurzeit ein Ingold Gemeindepräsident in Subingen ist.

Verschiedene Übernahmen

Doch gibt es überhaupt eine einzige Familie Ingold? Rene Schärer aus Kriegstetten beschäftigte sich mit der Geschichte der Ingolds. Er geht davon aus, dass alle heutigen Subinger Ingolds von Johann-Jakob Ingold abstammen, der von 1728 bis 1787 lebte und fünf Söhne und sechs Töchter hinterliess. Die Familien, die heute in Subingen wohnen, und Ingold heissen haben zum Teil verschiedene Wappen. Das zeigt, dass sie mindestens heute aus verschiedenen Familienzweigen kommen. Im Dorf selbst haben die Familien Übernamen, damit man sie auseinanderhalten kann. Nicht immer sind diese auch gern gehört: Da gibt es beispielsweise die «Tschäderis», «Vikterlis», «Manze», «Meieli Nouds» oder «Weibus».

Traurige Berühmtheit erlangte Peter Ingold. Der 22-jährige Lehrer wurde 1803 in Solothurn enthauptet, weil er seine Haushälterin – und vermutlich auch Geliebte – Anna Maria Jäggi ermordet hatte. Zur Gerichtsverhandlung erschien er unter anderem mit einer Schnalle am Hemd mit Stier – dem Ingold-Wappen – das später zum Gemeindewappen wurde.

Früher gab es keine Einwohnerregister

So gibt es viele Einzelteile, die sich zusammentragen lassen. Ein Dr. Schoch aus Solothurn soll eine Subinger-Chronik geschrieben haben, die angeblich bei einem Bombardement in Wien zerstört wurde. Viel an Wissen hat Beat Schmidlin. Er beschäftigt sich mit Ahnenforschung und hat in seinem Stammbaum gleich zwei verschiedene Ingold-Familienzweige. Er erklärt auch, wieso es nicht einfach ist, die einzelnen Familien nachzuverfolgen. Einwohnerregister, wie es sie heute gibt, waren nämlich früher nicht üblich. Wer Ahnenforschung betreiben will, muss sich die Informationen beispielsweise in alten Taufbüchern zusammensuchen. So ist es möglicherweise auch dem Zufall zu verdanken, dass die Auswanderung von Urs Josef Ingold und seiner Familie nach Uruguay dokumentiert ist. Da der Regierungsrat des Kantons Solothurn der Familie die Überfahrt bezahlte, wurde eine «Rahts-Manual» erstellt.

Zurück ins World Wide Web und auf direktem Weg nach Uruguay. Wer bei einem Suchdienst «Ingold» und «Nueva Helvecia» eingibt bekommt einiges zu sehen. Tatsächlich ist der Name Ingold in dieser Stadt omnipräsent. Früher oder später trifft man auch auf allerlei Informationen über Subingen. Die Uruguayer sind stolz, dass eine offizielle Delegation aus dem Wasseramt an ihr Jubiläumsfest kommt. Mit Ueli, Josef und Daniel Ingold fliegen sogar drei Vertreter nach Nueva Helvecia, die den Stier im Familienwappen tragen.

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