Hellchöpfli
Bern informierte alleine über Asylunterkunft in Rumisberg

Auf dem Hellchöpfli sollen ab April 80 Asylbewerber unterkommen. Polizeidirektor Hans-Jürg Käser informierte am Mittwochabend in Rumisberg über das Vorhaben. Zutritt hatten jedoch nur die betroffenen Berner Gemeinden.

Drucken
Teilen
Informationsveranstaltung zum Hellchöpfli in Rumisberg

Informationsveranstaltung zum Hellchöpfli in Rumisberg

Marco Wölfli

Auf dem Hellchöpfli bei Rumisberg wird eine neue kantonale Asylunterkunft für 80 abgewiesene Asylbewerber eröffnet. Diese soll befristet vom 1. April 2012 bis 31. März 2013 in Betrieb genommen werden. Gestern Abend reiste Hans-Jürg Käser in die Berner Gemeinde an der Grenze zum Kanton Solothurn, um zu informieren.

Das Asylzentrum auf dem Hellchöpfli, welches zum Gemeindegebiet Rumisberg gehört, soll von beiden Kantonen gemeinsam betrieben werden. Das interkantonale Projekt sei eine Schweizer Premiere, betonte Iris Rivas, Leiterin Migrationsdienste Kanton Bern.

Hans-Jürg Käser leitete die Veranstaltung

Hans-Jürg Käser leitete die Veranstaltung

Rund 170 Personen aus den drei Berggemeinden nahmen gestern den Weg durch den Schnee auf sich. Neben Rivas und Käser, informierte Daniel Rudin, Projektleiter Migrationsdienst konkreter über die geplante Asylunterkunft auf dem Hellchöpfli. Bisher sei das Grobkonzept ausgearbeitet worden, erklärte er. Nun gehe es an das Detailkonzept.

Rudin versicherte den Anwesenden, dass die Asylsuchenden auf dem Hellchöpfli keine Ferien machen werden: «Das Zentrum wird 24 Stunden überwacht und es herrscht ein striktes Alkoholverbot.» Bei Widerhandlungen gegen die Hausordnung könne das Taschengeld von drei Franken pro Tag gestrichen werden.

Nur Bern informierte

Die Asylunterkunft auf dem Hellchöpfli kann nur über eine Strasse von Solothurner Seite her erreicht werden. Trotzdem traten bei der gestrigen Informationsveranstaltung nicht beide Kantone zusammen auf. Bern informierte alleine. Solothurn würde zu einem späteren Zeitpunkt nachziehen, hiess es. Derzeit würden noch keine konkreten Inforationen vorliegen. Fest steht; im März soll eine Begehung stattfinden. Erst dann sollen die Solothurner informiert werden. Dafür auch über Details, die momentan noch nicht klar sind.

Die Solothurner Informationspolitik stiess Beat Künzli vom Komitee «Besorgte Thalerinnen und Thaler» sauer auf: «Je länger es in Solothurn keine Informationen gibt, desto grösser wird die Ablehnung. Der Kanton Bern macht es heute Abend sehr gut, da muss ich den Behörden ein Kränzchen winden.» Für diese Worte erntete er grossen Applaus.

Shuttlebetrieb gefordert

«Es ist auch zwingend sicherzustellen, dass aus Sicherheitsgründen kein Bewohner diese Anlage ohne Begleitung und auf eigene Faust verlassen kann», fordert die CVP Laupersdorf heute in einer Stellungnahme. Zudem müsse ein Shuttlebetrieb von der Asylunterkunft zum Bahnhof Oensingen eingerichtet werden. «Mit diesen Massnahmen kann der Verkehr in einem geordneten Rahmen gehalten und die Asylbewerber überwacht werden, damit sie sich nicht in den Dörfern des Thals aufhalten und die Bevölkerung verunsichern», heisst es weiter.

Für die CVP Laupersdorf ist klar: die Unterkunft muss rund um die Uhr überwacht werden.

Falls die Forderungen nicht eingehalten werden, will die Ortspartei beim Gemeinderat Laupersdorf ein «Fahrverbot für nicht forstwirtschaftliche und militärische Zwecke beantragen», was einen Weiterbetrieb des Asylzentrums verunmöglichen würde. (ldu)

Aktuelle Nachrichten