Deitingen
Gehört die Förderung des Kofmehls zu den Aufgaben der Repla?

Der Gemeinderat will die Frage nach Kulturbeiträgen der Repla grundsätzlich klären. Zudem weist die Gemeinde nach fetten Überschüssen der letzten Jahre noch immer ein achtbares Jahresergebnis aus.

Gundi Klemm
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Kulturfabrik Kofmehl

Kulturfabrik Kofmehl

Oliver Menge

Seit dem Umzug in den Neubau vor sieben Jahren geniesst die Kulturfabrik Kofmehl die finanzielle Unterstützung durch die Regionalplanung Espace Solothurn. Deitingens Gemeindepräsident Hans Frei (CVP) stösst nun eine grundsätzliche Diskussion darüber an, ob diese Form der Kulturförderung für ein Objekt überhaupt in die Zuständigkeit der Repla gehört. Aus seiner Sicht müsse innerhalb der Repla geklärt werden, ob dieses zusätzliche Finanzengagement nicht zu hinterfragen sei oder ob das Gefäss für weitere Förderungen gegenüber anderen Institutionen zu öffnen sei.

Spontan nannte er mehrere Einrichtungen wie etwa den Wasserämter Turm zu Halten, die ebenso gerne von Zuwendungen profitieren würden. «Die Unterstützung eines einzigen Jugendprojektes, wie es das Kofmehl darstellt, hat mit dem Repla-Zweck nichts zu tun», bekräftigte der Gemeindepräsident. Er will eine «saubere Definition» erreichen.

Yolanda Klaus (SP) und Anneliese Peduzzi (CVP) machten geltend, dass es sich um eine überregionale Einrichtung für die Jugend handle, die nur dank Repla-Beiträgen – aber ohne finanzielle Unterstützung durch die Standortgemeinde – überlebe. «Wenn die Repla nicht hilft, könnte die Existenz dieses Treffpunkts bedroht sein», warnte Peduzzi. Hans Frei aber ging es nicht ums «Sparen und Streichen», sondern um eine vertiefte Definition dessen, was die Repla im Kultursektor fördern will. «Dafür sollten wir konkrete Vorschläge machen», so Daniel Schreier (FDP). Schliesslich einigte sich der Rat mit 5 zu 2, dass dieser Punkt in einem Brief an die Repla-Delegierten aufgegriffen wird.

Rechnung: Fast-Ziellandung

Bruno Eberhard (CVP) führte als Finanzressortleiter durch die Jahresrechnung 2011 zuhanden der Gemeindeversammlung vom 24. Mai. Vorbei ist die Zeit der grossen Ertragsüberschüsse der letzten Jahre, die zum Schuldenabbau verwendet wurden. Aber immerhin konnte bei Aufwand und Ertrag von rund 10,2 Mio. und Nachtragskrediten im Umfang von 93000 ein Plus von 23000 Franken erwirtschaftet werden.

Gemeindeverwalter Christoph Lütolf beurteilte das Ergebnis als erfreulich, zumal das Budget ein Defizit der laufenden Rechnung von 61000 Franken vorsah, das durch weitgehende Ausgabendisziplin und wenig Abweichungen vom Budget verhindert wurde. Mehrausgaben von 119000 Franken entstanden in der Bildung (2,9 Mio.), wofür Deitingen 48 Prozent seines Nettoaufwandes ausgibt sowie mit 15000 Franken in der sozialen Wohlfahrt (1,3 Mio.), die 23 Prozent des Aufwandes ausmacht.

Um 1 Prozent höhere Steuereinnahmen der natürlichen Personen, aber um 1,5 Prozent verminderte Eingänge der juristischen Personen kennzeichnen die Steuersituation mit 6,6 Mio. Franken. Die Abschreibungen inklusive weniger Erlasse betrugen hier 35000 Franken, wobei die Verlustscheine laut Lütolf weiterhin bewirtschaftet werden. Die Nettoinvestitionen umfassten 2,4 Mio., wobei der grösste Anteil mit 2 Mio. als «aufgestockte» Beteiligung an der Dorfzentrum Deitingen AG eingesetzt wurde.

Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt 2154 Franken. Für ihre Arbeit gelobt wurde die von Walter Brunner präsidierte Rechnungsprüfungskommission, die gemäss gesetzlichen Auflagen Schwerpunkte setzt und inzwischen vom Amt für Gemeinden als Referenz und gutes Beispiel genannt wird.

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