Biel
Tissot-Arena: Dieses Bauwerk ist ein Meilenstein in der Stadtentwicklung

Gestern wurde die Tissot-Arena vom Bauunternehmer HRS an die Stadt übergeben. Das Bauwerk vereint Fusball- und Eishockeystadion, Eis- und Fussballtrainingsfeld und Curlinghalle unter einem Dach.

Oliver Menge
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Das Fussballstadion mit Naturrasen bietet Platz für rund 5'000 Zuschauer und kann modular auf bis 10'000 Zuschauerplätze erweitert werden.

Das Fussballstadion mit Naturrasen bietet Platz für rund 5'000 Zuschauer und kann modular auf bis 10'000 Zuschauerplätze erweitert werden.

Oliver Menge

Martin Kull, CEO der HRS Real Estate AG, gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass man wie vorgesehen gestern pünktlich um 11 Uhr das Abnahmeprotokoll unterzeichnen konnte. «Es ist ein grosser Tag in der Welt des Sports. HRS ist stolz, dieses grosse und komplexe Sportbauwerk rechtzeitig an die Stadt Biel zu übergeben, sodass die Sportklubs, die hier ein neues Zuhause bekommen, rechtzeitig vor Saisonbeginn ihr neues Domizil beziehen können.»

Der multifunktionale Sportkomplex ist schweizweit einzigartig: Unter einem Dach sind ein Fussball- und ein Eishockeystadion, ein überdachtes Eisfeld, ein Fussballtrainingsfeld sowie eine Curlinghalle vereint. Drei weitere Fussballtrainingsfeldern im Aussenbereich werden bis Mitte 2016 fertiggestellt.

In Anwesenheit von verschiedenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Sport übergab die HRS Real Estate AG, die Tissot Arena der Bauherrin Stadt Biel, vertreten durch Stadtpräsident Erich Fehr. «Für Biel ist dieser 24. Juli 2015 ein grosser Tag der Freude. Nach fast 10 Jahren Planung, Hoffnung, Zweifeln und Zögern ist es endlich vollbracht. Biel erhält die Tissot-Arena und übernimmt mit dem heutigen Tag die Verantwortung und den Betrieb.»

Die Tissot-Arena sei ein Meilenstein in der Entwicklung der Sportstadt Biel, denn neben den Spitzenklubs, dem FC Biel und dem EHC Biel, bekomme auch der Breitensport Aufwind. «Im alten Eisstadion beispielsweise konnte das Aussenfeld nicht benutzt werden, wenn es regnete. Neu haben wir ein überdachtes Aussenfeld, auf dem aber auch Matches der unteren Ligen gespielt werden können, wie das schon am alten Ort der Fall war.»

Fehr liess auch keine Zweifel darüber offen, dass die Stadt sich viel von der neuen Sportstätte erhofft, insbesondere vom Namensgeber, der Swatch AG: Denn die multifunktionale Bauweise des Eisstadions eröffne ungeahnte Möglichkeiten für kulturelle Anlässe, Konzerte und Ähnliches. «Und nicht zuletzt können hier Generalversammlungen von börsenkotierten Unternehmen durchgeführt werden. Man kann sich ja denken, an welche Unternehmen ich hier denke, es liegt auf der Hand.»

Zudem bekomme das wirtschaftlich boomende Bözingenfeld mit dem architektonisch gelungenen Doppelstadion das bisher fehlende städtebauliche Zentrum, erklärte Erich Fehr in seiner Ansprache. «Mit den neuen Infrastrukturen werden hervorragende moderne, sportliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Biel geschaffen und das Bözingenfeld erhält jetzt ein Herz.»

Für den heute übergebenen Hauptteil der Tissot Arena bezahlt die Stadt Biel der Totalunternehmerin HRS 68 Mio. Franken. Weitere 9 Millionen werden die drei zusätzlichen Fussballtrainingsplätze kosten, welche bis in rund einem Jahr fertiggestellt sein werden.

Timo Lochbrunner, Gesamtprojektleiter HRS Real Estate AG führt die Gäste durch die Stadien
31 Bilder
HRS CEO Martin Kull
Aussenansicht 1
Aussenansicht 2
Aussenansicht 3
Aussenansicht 4
Aussenansicht 5
Aussenansicht 6
Trainingsfeld
Unterirdische Einstellhalle mit rund 750 Plätzen
Fussballstadion mit Platz für 5000 Zuschauer 1
Fussballstadion mit Platz für 5000 Zuschauer 2
Fussballstadion mit Platz für 5000 Zuschauer 3
Eingangsbereich Eisstadion 1
Eingangsbereich Eisstadion 2
Eingangsbereich Eisstadion 3
Gedecktes Aussenfeld im Eisstadion
Restaurant im Vip-Bereich Eisstadion 1
Restaurant im Vip-Bereich Eisstadion 2
Eisstadion 1
Eisstadion 2
Eisstadion 3
Eisstadion 4
Die gedeckte Plaza zwischen den beiden Stadien 01
Die gedeckte Plaza zwischen den beiden Stadien 02
Die gedeckte Plaza zwischen den beiden Stadien 03
Die gedeckte Plaza zwischen den beiden Stadien 04
Curlinghalle 1
Curlinghalle 2
Küche Curlinghalle
Biels Stadtpräsident Erich Fehr

Timo Lochbrunner, Gesamtprojektleiter HRS Real Estate AG führt die Gäste durch die Stadien

Oliver Menge

Das gibt es sonst nirgends

Erstmals in der Schweiz wurden bei der Tissot Arena ein Eishockey- und ein Fussballstadion in einem baulichen Gesamtkomplex realisiert. «Es ist das grösste Einzelobjekt, das die Stadt Biel jemals realisiert hat», sagte Fehr stolz. Auf dem Dach der Anlage betreibt der Energie Service Biel/Bienne – eine Tochtergesellschaft der Stadt Biel – das grösste in einem Stadion integrierte Solarkraftwerk der Welt, welches bereits vor zehn Tagen ans Netz gegangen ist (wir berichteten.)
Gestern wurden noch keine Schlüssel an die einzelnen Vereine und Clubs übergeben. Dies werde man nach und nach tun. Ebenfalls in Kürze wird die Frauenfussball-Akademie ihre Räumlichkeiten in der Tissot-Arena beziehen.

Noch keinen Vertrag unterschrieben hat der Schlittschuhklub Biel, der Verein der Eiskunstläuferinnen und -läufer. «Wir haben trotz Nachfrage lange nichts von der Stadt vernommen, bezüglich der Preise für die Eiszeiten, die wir bezahlen müssen. Nun legte sie uns einen Vertrag vor, der eine 90%ige Steigerung der Preise vorsieht», sagte ein Vorstandsmitglied der Schlittschuhklub Biel. Da das Anbringen von Werbung und der Verkauf von Werbeflächen einzig und alleine dem EHC-Biel und dem FC Biel vorbehalten seien, habe man nun mit dem EHC Biel verhandelt und dürfe eventuell Bandenwerbung auf dem Aussenfeld verkaufen. Auch sonst müsse man Sponsoren suchen, «ansonsten können wir das Eis schlichtweg nicht bezahlen», Wobei Uhrenmarken, die nicht zur Swatch Group gehörten, wohl problematisch sein dürften.