Feldbrunnen
«Wir könnten alle Bahnübergänge bis auf die Sandmattstrasse schliessen»

Anlässlich des Bauprojekts der Aare Seeland Mobil haben sich Motionäre, Einsprecher und der Gemeinderat an einen runden Tisch gesetzt. Einer der Einsprecher hatte schliesslich eine visionäre Idee: Man könnte alle Bahnübergänge schliessen.

Beatrice Kaufmann
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Vision: alle auf dem Foto zu sehenden Bahnübergänge werden geschlossen.

Vision: alle auf dem Foto zu sehenden Bahnübergänge werden geschlossen.

Hansjörg Sahli

Es war eine grosse Runde, die sich am Montag aufgrund des Bauprojekts der Aare Seeland mobil (asm) getroffen hat. Vor zwei Wochen hatte Gemeindepräsidentin Anita Panzer angekündigt, Fredy Miller (Direktor asm) einen runden Tisch mit dem Gemeinderat, den Motionären und den Einsprechern vorzuschlagen.

Miller hat dem Treffen zugestimmt, weshalb die Interessensvertreter aus dem Dorf am Montag in der Gemeinderatssitzung zusammen kamen. Aus den wichtigsten der besprochenen Anliegen wird der Gemeinderat einen Entwurf der Minimalziele Feldbrunnens für einen Runden Tisch formulieren und diese am 12. Mai nochmals diskutieren.

Pflichthalt wird gefordert

Wie sich in der Diskussion zeigte, haben die Aspekte, die für Beunruhigung sorgen, sich nicht verändert. So standen wiederum die Geschwindigkeit des «Bipperlisis», der Maschendrahtzaun am Rand der Gleise, Lärm und Sicherheit im Fokus.

Die Reaktionen auf die Idee, aus dem Bipperlisi auch in Feldbrunnen ein Tram zu machen, reichten von «das ist die beste Lösung» (Gemeinderat Alfred Hug) bis zu «die Idee ist absolut illusorisch» (Gemeinderat Hans Rudolf Graf). Einzig die Forderung nach einem Pflichthalt in Feldbrunnen fand allgemeinen Zuspruch.

«Hiermit wären so viele andere Probleme gelöst», so Gemeinderat Adrian Zbinden, der damit auch die derzeit uneinheitliche Dauer der geschlossenen Schranken sowie die Geschwindigkeitsproblematik ansprach.

Eine visionäre Idee

Es war Einsprecher Peter Geissbühler, der schliesslich die Idee eines Versuchs einbrachte. «Wir könnten während zweier Monate alle Bahnübergänge bis auf die Sandmattstrasse schliessen. Den Übergang an der Rötistrasse kann man für Notfälle offen halten.»

Sollte der Versuch gelingen, könnten sämtliche Bahnübergänge an der Baselstrasse geschlossen werden, womit keine teuren Barrieren gebaut werden müssten und den Anwohnern verstärkter Lärm durch Signalanlagen sowie Smog erspart würden. Denn diese Bedenken waren es, die unter anderem die betroffenen Anwohner Nanette und Rolf Studer äusserten.

Der visionäre Vorschlag fand nicht nur Zustimmung. «Eine solche Lösung ist an einen Ostanschluss gekoppelt», fand etwa Gemeinderat Adrian Zbinden. Und mit einem solchen könne erst ab 2020 gerechnet werden, wie Gemeinderat Thomas Schluep ergänzte.

Dieser zeigte sich zudem besorgt um die Ortsplanung. Denn würde in dieser nur ein Zugang zum Dorf vorgesehen, würde die Bevölkerung die Ortsplanung vermutlich ablehnen. Alfred Hug hingegen machte sich für die Idee stark. «Wenn wir den Versuch wagen und eins aufs Dach bekommen, dann haben wir es wenigstens versucht.» Dieser Meinung schloss sich letztlich eine knappe Mehrheit des Gemeinderats an, womit nun geprüft wird, ob der Versuch realisierbar ist.

Schulwegsicherung geht voran

Verkehrstechnische Massnahmen blieben auch in der restlichen Sitzung ein Thema. So stellte Roger Schenker (Präsident Werkkommission) zunächst die neusten Erkenntnisse punkto Schulwegsicherung (Baselstrasse/Durchgang zur Möslistrasse) vor.

Die Abzweigung solle künftig sicherer und behindertengerecht sein. So entschied der Gemeinderat, die derzeitigen Abschrankungen, die nicht mehr normgerecht sind, ersetzen und näher an den Radweg auf der Baselstrasse versetzen zu lassen. Weiter soll eine Markierung am Boden einen klar definierten Warteraum für Fussgänger schaffen.

Auf der Riedholzstrasse will der Gemeinderat die im November beschlossenen Unterhaltsarbeiten - Ausholzung, Sanierung der Bankette sowie Markierungen am Strassenrand zur optischen Schmälerung der Strasse - durchführen lassen. Zudem wird ein Gutachten beim Kanton eingereicht, damit dieser eine Temporeduktion prüfen kann.

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