Biberist
Zuschauer erlebten mit «Pop Factory» ein prachtvolles Klangerlebnis

Die Musikgesellschaft Harmonie überzeugte am Jahreskonzert in der Biberena durch hohe musikalische Qualität und Abwechslung. Auch der Nachwuchs präsentierte dabei sein Können.

Gundi Klemm
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Die Harmonie Biberist – fotografiert und am besten gehört aus luftiger Höhe.

Die Harmonie Biberist – fotografiert und am besten gehört aus luftiger Höhe.

Hansjörg Sahli

Man hätte sich mühelos einbilden können, am Konzert eines der grossen Unterhaltungsorchester wie Max Greger oder sogar bei den Kaliforniern um Herb Alpert teilzunehmen. Wer wie viele Besuchende oben auf den beiden Galerien Platz genommen hatte, genoss einen beeindruckenden Blick auf das aus Akustikgründen vor der Bühne der Biberena installierte rund 50-köpfige Orchester mit seinen zahlreichen jungen Mitgliedern. Zusätzlich belohnt wurde man in luftiger Höhe durch einen kompakten, lebendigen Gesamtklang, in dem jedoch die reizvollen Einzelinstrumentierungen nicht verloren gingen.

Im Gedächtnis der Freunde kultivierter Blasmusik und der vielen eingefleischten «Harmonie»-Fans, die sich nicht satt hören konnten, wird vor allem der zweite Teil des Jahreskonzertes bleiben. Denn der Programmtext kündigte lediglich geheimnisvoll Musikstücke von Mothers Finest, Cool & the Gang, Donna Summer, Earth Wind and Fire und Whatever you need an.

Die Überraschung gelang, als sich – wie eine Lady in Red – Sängerin Petra Wydler mit ihren Backgroundstimmen Sarah und Priska dem Publikum präsentierte. Zudem erweiterte sich die MG – wie im Programmtext erwähnt – mit den acht schwarz behemdeten Angehörigen der Disco-Funk-Soul-Band «Capital-S» um Johnny Lippuner. Heinz Schoenenberger, Dirigent der MG und musikalischer Gesamtleiter des Jahreskonzertes, das nach dem Samstagabend am gestrigen Nachmittag wiederholt wurde, gab seiner deutlichen Freude über das Gelingen dieses Zusammenarbeitsprojektes Ausdruck.

Und tatsächlich: «Capital-S» setzte expressive und «funkige» Akzente, dass jeder Zuhörende innerlich in tänzerische Bewegung geriet. Aufgeführt wurden unvergessene Hits und «Ohrwürmer» der 70er und 80er Jahre mit Titeln wie «I will always love you», «Street-Life», die Ballade «From a distance», der Disco-Klassiker «I’m so exited», als Donna-Summer-Erbe «Hot stuff» bis hin zu «Celebration».

Die variations- und ausdrucksreiche und selbst in Höhen niemals scharf klingende Stimme von Petra Wydler im Zusammenspiel mit ihren beiden Vokal-Partnerinnen verlieh diesem Konzertteil grossen Zauber, der durch den abschliessenden Song aus dem Musical «Ewigi Liebi» emotional verstärkt wurde.

Fakten- und kenntnisreich verlief die Moderation von Mirjam Studinger, die gefällig in Sprache und Aussehen durchs Programm führte.

Big-Band-Sound

Was die MG Harmonie, die bekanntlich in vielen Musikfeldern bis hin zu symphonischen Dichtungen unterwegs ist, in ausgewogenem Big-Band-Sound im ersten Teil im Medley «Universal Rock Classic» mit beliebten Titeln wie «Rock around the clock» oder «Penny Lane» von den Beatles, Kompositionen der Band Total Toto und den eingängigen Melodien von Queen («You are the Champion») und Genesis zeigte, gelang begeisternd.

Dass für den Nachwuchs der Formation solide Jugendarbeit geleistet wird, liess der vielteilige Auftritt der 20-köpfigen «Windband», gleichfalls unter Stabführung von Heinz Schoenenberger, erleben. Mit stolz geschwellter Brust sassen Eltern im Publikum, das sich an hör- und sichtbaren Potenzialen erfreute.

Dass dieser Bericht so positiv ausfällt, ist Ergebnis der Leistung und nicht etwa vieler Cüpli, mit denen MG-Präsident Matthias Lisser die Schreibende, wie in der öffentlichen Begrüssung spasshaft vermerkt, «bestechen» wollte.

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