FC Aarau
1:3-Niederlage gegen GC: Der FC Aarau findet nicht aus der Krise

Nächste Niederlage für den FCA. Petar Sliskovic gleicht den Pausenrückstand in der 48. Minute zwar noch aus. Dann aber gelingt GC während einer Aarauer Druckphase der zweite Treffer. In der 74. Minute entscheidet GC-Dabbur das Spiel.

François Schmid-Bechtel (Text) und Patrick Haller (Liveticker)
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Die Talfahrt geht weiter: Aarau bleibt letzter der Super League.
Caio schiebt zum 2:1 ein.
Stephan Andrist gewinnt den Zweikampf gegen GC-Caio.
Der Schuss von Dabbur wird im letzten Moment geblockt.
Harter Kampf im Letzigrund: Caio hat das Nachsehen.
Caio erkämpt sich an der Seitenlinie den Ball.
Nganga mit vollem Einsatz gegen Vadoscz.
Yoric Ravet bejubelt das erste Tor im GC-Dress.
Die FCA-Abwehr machte eine unglückliche Figur beim 0:1 Gegentreffer.

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Keystone

Was haben die Aarauer nicht alles versucht. Mit Erik Regtop einen Stürmertrainer verpflichtet. Mit dem früheren Snowboard-Ass Cla Mosca die Hilfe eines Mentaltrainers beansprucht. Dass dieser schon in der letzten Abstiegssaison unter der Führung von Trainer Martin Andermatt ins Boot geholt worden ist, soll an dieser Stelle nicht mehr als eine Randnotiz sein. Und sonst?

Von YB den hochdotierten, mittlerweile aber überzähligen Künstler Moreno Costanzo verpflichtet. Aus Schweden den Abwehrhünen Richard Magyar geholt. Und von Mainz den Kroaten Petar Sliskovic ausgeliehen. Alles im Bestreben, den Abwärtstrend, der Mitte Oktober begonnen hat, zu stoppen. Doch keine Massnahme hat bislang gewirkt.
Nun kann man sich fragen, ob es die richtigen Massnahmen waren. Costanzo, das muss heute in dieser Deutlichkeit gesagt werden, ist eine Fehleinschätzung.

Natürlich hat er noch immer viel Gefühl in den Füssen. Nur: Im gnadenlosen Abstiegskampf, wo eher Handwerk als Kunst gefragt ist, wirkt Costanzo so deplatziert wie der Osterhase an Weihnachten.

Christ ist überzeugt, aus dem Sumpf herauszukommen

Die Engagements von Regtop und Mosca sollten dazu dienen, Trainer Christ zu stützen, ihm eine Hilfestellung zu bieten. Das Bestreben, den Trainer nach dem ersten, starken Gegenwind nicht zu entlassen, ehrt die Aarauer Führung. Unterdessen ist Christ aber bei 14 sieglosen Spielen in Serie angelangt. «Ich habe als Spieler und als Trainer nie aufgegeben», sagt Christ. «Ich bin überzeugt, dass wir aus dem Sumpf herauskommen. Es ist häufig auch eine Frage des Glücks. Dazu kommen tragische, individuelle Fehler.»

Für die Führung stellt sich gleichwohl die Frage: Wie lange noch mit Christ? Allein, weil der FC Aarau wegen der Länderspiel-Pause erst am Samstag in einer Woche die nächste Partie (in Basel) bestreitet, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Trainerwechsel. Hält sie aber am Trainer fest und bleibt der Turnaround unter Christ aus, muss sie sich den Vorwurf gefallen lassen, zu spät (oder gar nicht) reagiert zu haben.

Denn dem FC Aarau gehen langsam die Spielkameraden im Abstiegskampf aus. Falls heute Vaduz gegen St. Gallen gewinnt, bleibt nur noch Luzern in greifbarer Nähe. Fatal dabei: Sowohl gegen Vaduz als auch gegen GC und Luzern hat der FC Aarau in je drei Spielen keinen Sieg zustande gebracht.

Die sportliche Führung trägt eine Mitschuld

Gleichwohl ist Christ nicht der Alleinschuldige an der gegenwärtigen Misere. Denn die sportliche Führung hat eine Mannschaft zusammengestellt, die nur bedingt tauglich ist, um im Abstiegskampf zu bestehen. Selbst als Korrekturen im Winter möglich waren, wurden die falschen Spieler (Beispiel Costanzo) verpflichtet.
Das Spiel gegen GC ist schnell erzählt. Aarau spielt eine miserable erste Halbzeit. GC ist mit dem 1:0 zur Pause, Ravet erzielte nach einem von vielen Kontern den Führungstreffer, noch schlecht bedient.

Kurz nach der Pause gleicht Sliskovic zum 1:1 aus. Doch Aarau gelingt es nicht, aus der kurzzeitigen Verunsicherung der Zürcher Profit zu schlagen. Schlimmer noch: Nachdem Mlinar die Chance zum 2:1 vergeigt, trifft Caio nach einem doppelten Pfostenschuss von Dabbur zum 2:1. Und nach einem katastrophalen Fehler von Mlinar erzielt Dabbur das 3:1. Was sagt Sportchef Urs Bachmann: «Betreffend Trainer wird es keine hektische Entscheidung geben.»

Grasshoppers - Aarau 3:1 (1:0)

5700 Zuschauer. - SR Hänni. - Tore: 22. Ravet (Ben Khalifa) 1:0. 48. Sliskovic (Andrist) 1:1. 57. Caio (Dabbur) 2:1. 73. Dabbur 3:1.

Grasshoppers: Vasic; Lang, Wüthrich, Grichting, Lüthi; Fedele, Vadocz; Caio, Ben Khalifa (66. Ngamukol), Ravet (92. Tarashaj); Dabbur (87. Bauer).

Aarau: Mall; Nganga, Jäckle, Garat, Jaggy; Burki; Lüscher (46. Andrist), Costanzo (46. Mlinar), Radice (80. Mudrinski); Gygax, Sliskovic.

Bemerkungen: Grasshoppers ohne Abrashi (krank), Dingsdag (gesperrt) und Pavlovic (verletzt), Aarau ohne Djuric (gesperrt) und Gauracs (verletzt). Verwarnungen: 43. Garat (Foul). 49. Burki (Foul). 64. Fedele (Foul).

Lesen Sie den Verlauf der Partie von Minute zu Minute in unserem Live-Ticker nach:

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