1. Liga
FC Wohlen verliert Stammkraft: Talentierter Innenverteidiger muss die Schweiz verlassen

Der ukrainische Spieler Anatoliy Kozlenko war seit dieser Saison in der Verteidigung gesetzt beim FC Wohlen. Nach dreimonatigem Aufenthalt wurde nun seine Bewilligung nicht verlängert, obwohl sich der Verein für ihn stark gemacht hat.

Nik Dömer
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Kozlenko war in der bisherigen Saison eine wichtige Stammkraft in Wohlen.

Kozlenko war in der bisherigen Saison eine wichtige Stammkraft in Wohlen.

Auch wenn sich der FC Wohlen nach zwei Niederlagen in Serie am letzten Samstag mit einem 5:2-Sieg gegen GC II sportlich wieder gefangen hat, so muss er in diesen Tagen dennoch einen Rückschlag verkraften: Innenverteidiger und Stammspieler Anatoliy Kozlenko wird nach drei Monaten nicht mehr für den Verein auflaufen können. Dies weil sein Touristenvisum abläuft, der Ukrainer muss bis Montag die Schweiz verlassen. Beim FC Wohlen kämpfte man zuletzt vergeblich um eine längerfristige Aufenthaltsbewilligung für den Nicht-EU-Bürger.

Keine Überraschung für den Trainer

Für Ryszard Komornicki kommt der Entscheid des Migrationsamts nicht überraschend: «Natürlich hätten wir ihn gerne behalten. Er ist ein sehr talentierter, junger Spieler mit grossem Potenzial, aber wir rechneten von Anfang an damit, dass er wahrscheinlich nur drei Monate bleiben kann. Spieler, die nur für eine solch kurze Zeit bei einem Team bleiben, sind im Amateurfussball ja nichts Neues.»

Ryszard Komornicki hat Kozlenko aus Polen in die Schweiz gelotst.

Ryszard Komornicki hat Kozlenko aus Polen in die Schweiz gelotst.

Chris Iseli / SPO

Den Wohler Trainer verbindet mit dem 19-Jährigen bereits eine Vorgeschichte. Als Sportchef beim polnischen Klub GKS Tychy fiel ihm 2019 bei einem Probetraining Kozlenkos Talent auf. Der Ukrainer erhielt darauf einen Profi-Vertrag von Komornicki: «Leider wurde er in Polen nicht wirklich glücklich, also habe ich ihn in diesem Sommer gefragt, ob er in die Schweiz zum FC Wohlen kommen will.»

«Eins zu eins werde ich ihn nicht ersetzen können»

Auch wenn der Trainer wusste, dass er wahrscheinlich nicht lange mit Kozlenko planen kann, so fällt ihm der Abschied nun trotzdem nicht ganz leicht. «Er hat sich sehr vorbildlich verhalten, obwohl er gerade nicht die einfachste Zeit durchmacht. Vom Potenzial her traue ich ihm wirklich eine Karriere als Profi zu. Er ist gross, athletisch und eine tolle physische Präsenz. Ich kann ihn jedem Sportchef weiterempfehlen.»

Nun stellt sich auch die Frage, welche sportliche Konsequenzen dieser Abgang für den FC Wohlen hat. Immerhin stand Kozlenko in den ersten sieben Spielen der Saison über 90 Minuten auf dem Platz.

Ryszard Komornicki muss eine neue Lösung in der Innenverteidigung finden.

Ryszard Komornicki muss eine neue Lösung in der Innenverteidigung finden.

Sandra Ardizzone / SPO

Doch da macht sich Komornicki keine Sorgen: «Eins zu eins werde ich ihn nicht ersetzen können. Spieler von seinem Format, die auch noch linksfüssig sind, gibt es selten. Aber wir werden deshalb bestimmt nicht einbrechen, wir haben eine gute Breite im Kader.»

Zudem sei der Captain und Abwehrchef Alban Pnishi nach seiner Verletzung wieder ins Training zurückgekehrt. Er werde wohl demnächst bereit für die Startelf sein, betont der Wohler Trainer Komornicki.

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