Challenge League

1:0-Zittersieg gegen Chiasso! Der FC Aarau bleibt auf dem Barrageplatz

Der FC Aarau bleibt weiterhin im Vorteil um den Barrage-Platz - dank eines erzitterten 1:0-Auswärtserfolgs beim Tabellenletzten FC Chiasso. Zugleich setzte sich auch Verfolger Lausanne-Sport auswärts in Kriens mit 2:0 durch. Damit kommt es am Sonntag zum ultimativen Showdown um den Barrage-Platz.

Fussball ist ein einfaches Spiel. Manchmal reicht ein Tor, um eine Partie in die richtigen Bahnen zu leiten. Dieses Tor erzielte der FC Aarau. Nach einer guten Viertelstunde lancierte Marco Schneuwly mit einem Pass in die Tiefe Petar Misic.

Der antrittsschnelle Kroate war auf der rechten Angriffsseite frei. So frei, dass er mutterseelenallein in Richtung Strafraum laufen konnte. Ein Spieler von Chiasso war weit und breit nicht in Sicht. Misic nützte die Gunst der Stunde und schoss den Ball mit dem linken Fuss aus acht Metern in die entfernte Torecke.

Dominiert vom Abstiegskandidaten 

Das vierte Saisontor von Misic kam aus dem Nichts, aber es war enorm wichtig. Einfach deshalb, weil es die Entscheidung bedeutete. Der FC Aarau bleibt dank des Minisieges gegen Chiasso vor der letzten Runde und dem Heimspiel gegen Rapperswil-Jona am nächsten Sonntag also auf Barrage-Kurs. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht:

Was die Aarauer im Stadio Riva IV vor 1800 Zuschauern zeigten, war alles andere als feine Fussball-Kost. Die Mannschaft von Trainer Patrick Rahmen kam auf dem schwer bespielbaren Terrain überhaupt nicht auf Touren, ja sie musste sich über weite Strecken des Spiels vom Abstiegskandidaten dominieren lassen.

Hänni erlöst den FC Aarau

Mit der Führung im Rücken hätten die Aarauer eigentlich befreit aufspielen können. Taten sie aber nicht. Chiasso war das spielbestimmende Team und hätte ein Unentschieden mehr als verdient. Gabriele Perico (29.), Ivan Lurati (59.) und Zoran Josipovic (61.) verpassten das 1:1 nur um Haaresbreite.

Der haushohe Favorit konnte sich bei Torhüter Djordje Nikolic bedanken, dass er keinen Gegentreffer kassierte. Wie der 22-jährige Serbe den Kopfball von Lurati nach einer Stunde um den Pfosten lenkte, war Extraklasse. Chiasso kämpfte! Chiasso stürmte! Und Chiasso drängte auf den Ausgleich. Nach 96 Minuten erlöste Schiedsrichter Nikolaj Hänni den FC Aarau mit dem Schlusspfiff.

War es der Druck?

Hauptsache gewonnen werden sich die Spieler sagen. Das ist richtig. Trotzdem stellen sich nach dieser Zitterpartie mit vielen Fehlpässen, Missverständnissen und technischen Aussetzern zahlreiche Fragen. Was war mit dem FC Aarau los? Warum tat man sich gegen dieses kämpferisch zwar starke, spielerisch aber limitierte Chiasso so schwer? War es der Druck? Waren es die Nerven? War es das holprige Terrain?

Was war es? Schwierig zu sagen! Schwamm drüber! Weil der FC Aarau das Glück momentan auf seiner Seite hat, gewinnt er auch solche Spiele. Weil Lausanne in Kriens 2:0 gewonnen hat, ist der Kampf um die Barrage weiterhin auf Messers Schneide. Die Gratwanderung geht also weiter. Aber jetzt dauert sie nur noch ein Spiel.

Schicksal in eigenen Händen

Der FC Aarau empfängt am Sonntag das abstiegsgefährdete Rapperswil-Jona, Lausanne das ambitionslose Vaduz. Die Ausgangslage ist klar: Die Aarauer haben nach wie vor einen Punkt Vorsprung auf die Waadtländer.

Und weil das so ist, haben sie ihr Schicksal in den eigenen Händen. Bleibt ein Aufruf an die FCA-Fans: Am Sonntag, 16 Uhr, geht es im Brügglifeld um alles oder nichts. Jetzt oder nie! Die Barrage lockt. Und bei aller Skepsis – mit den Fans im Rücken sollte eigentlich nichts mehr schief gehen. Oder?

 Den Verlauf der Partie zum Nachlesen im Liveticker:

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Autor

Ruedi Kuhn

Ruedi Kuhn

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