Pferdesport

33:1-Aussenseiter düpiert die Favoriten im Aarauer Schachen

Die Lokalmatadorin und Favoritin Barbara Aebischer (in Blau) mit Podium du Rib liegt noch vor dem späteren Sieger Tsar d’ Acanthe.

Die Lokalmatadorin und Favoritin Barbara Aebischer (in Blau) mit Podium du Rib liegt noch vor dem späteren Sieger Tsar d’ Acanthe.

Barbara Aebischer wird mit dem Favoriten Podium du Rib Dritte in der Meisterschaft der Traber in Aarau.

6000 Zuschauer kamen trotz hochsommerlicher Temperaturen in den Aarauer Schachen. Mit der 67. Meisterschaft der Traber stand der mit 40'000 Franken dotierte Saisonhöhepunkt der Sulkysportler zuoberst auf der Affiche. Favorisiert wurde Podium du Rib, das Pferd der in Schöftland aufgewachsenen Barbara Aebischer.

Nicht zu früh das Pulver verschossen

Beim Start forcierte Aebischer, die in der vorderen Reihe eine optimale Startposition zugelost erhalten hatte, nicht allzu stark. Sie überliess Vlattimaro, der kurz darauf seinerseits von Robin du Val überholt wurde, die Spitzenposition.

So trabte sie eine Runde lang innen an dritter Stelle. Als Mitfavorit Un Géant d’Amour in zweiter Spur aufrückte, wechselte sie nach aussen in dessen Windschatten, um nicht an der Innenseite eingeschlossen zu werden. Da ihre «Lokomotive» auf der letzten Gegenseite nicht mehr richtig zog, ergriff Barbara Aebischer die Initiative. Sie schloss zum führenden Robin du Val auf und bog an dessen Seite in den Schlussbogen.

Konnte nicht durchziehen

Als Podium du Rib den Leader in der Folge stehen liess und selber die Spitze übernahm, sah der Favorit wie der kommende Sieger aus. Doch in der Endphase wurden die Schritte des zwölfjährigen Wallachs plötzlich schwer. Tsar d’Acanthe, der Podium du Rib bei seinem Vormarsch gefolgt war, löste sich aus dessen Rücken und zog an ihm vorbei zu einem überlegenen Sieg. Auch der von Adrian Burger gesteuerte Titelverteidiger Padolin überholte den müden Favoriten noch und verwies ihn auf den dritten Rang.

Im Sulky des Siegers sass Pascal Schneider, der nach der Zieldurchfahrt sein breitestes Lachen zeigte. Trainiert wird Tsar d’Acanthe im waadtländischen Echallens von Cédric Pittet, der zugleich Besitzer des Achtjährigen ist.

Pittet freute sich riesig über seinen ersten Meisterschaftssieg, zeigte sich aber nicht sonderlich überrascht angesichts der Vorstellung seines Schützlings: «Als er im Frühling zu mir kam, habe ich ihn gezielt auf die Meisterschaft vorbereitet und seine Rennen entsprechend ausgesucht. Entgegengekommen ist ihm heute sicher auch der Boden, denn er liebt es, wenn das Geläuf fest ist.»

20. Sieg für Claudia Koller

Für einen Aargauer Sieg sorgte im Rahmenprogramm Claudia Koller-Wehrly. Die 46-jährige, die in den letzten Jahren vor allem als Trabtrainerin und –fahrerin auf sich aufmerksam gemacht hatte, gewann mit der Hindernisdebütantin Caro Jetta überraschend das Hürdenrennen. Nach einem klugen Ritt hielt sie am Schluss Tiger Mood mit einem Hals in Schach. Es war der 20. Sieg im Rennsattel für Claudia Koller, aber der erste auf dem Aarauer Schachen für die Bottenwilerin, die in Aarau aufgewachsen ist.

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