Challenge League

Aarau-Trainer Stephan Keller: «Im Fussball sind die Resultate heilig»

Stephan Keller verbuchte im letzten Saisonspiel endlich einen Sieg mit dem FC Aarau.

Stephan Keller verbuchte im letzten Saisonspiel endlich einen Sieg mit dem FC Aarau.

Der Trainer des FC Aarau fordert von den Spielern, dass sie agieren und an ihre Grenzen gehen. Ein neuer Goalie soll zudem den Konkurrenzkampf anheizen.

Stephan Keller tigert in der Coaching-Zone hin und her. Der Trainer des FC Aarau rudert mit den Armen und geht in die Knie. Keller ist in seinem Element. Er lebt das Spiel seiner Mannschaft, übernimmt quasi die Rolle des zwölften Mannes.

«Druck, Druck, Druck», schreit er. Keller fordert von den Spielern Einsatz, Kampfgeist, Aggressivität und Leidenschaft. Er will, dass sie an ihre Grenzen gehen. Er will, dass sie den Ball erobern, dass sie dem Gegner keine Ruhe lassen, ihn permanent unter Druck setzen.

Agieren und nicht reagieren

«Mir ist es wichtig, dass die Spieler den ersten Schritt machen, dass sie agieren und nicht reagieren», erklärt Keller. «Ich will, dass sie das Geschehen aus eigener Kraft bestimmen. Das muss unser Anspruch für die Zukunft sein.»

Beim 4:2-Sieg in Schaffhausen zum Abschluss der Saison ging Kellers Taktik auf. Der FC Aarau spielte die Nordostschweizer teilweise an eine Wand. Mit etwas mehr Effizienz im Abschluss hätte der FC Aarau drei, vier Tore mehr erzielen können.

Offensiv die Krallen gezeigt

In Schaffhausen hatte man das Gefühl, dass die Mischung innerhalb des Teams stimmt. Die routinierten Olivier Jäckle und Elsad Zverotic sorgten im zentralen Mittelfeld nicht nur für Ruhe und Ordnung, sondern auch für Impulse nach vorne. Die jungen Wilden wie Kevin Spadanuda, Donat Rrudhani, Liridon Balaj, Yvan Alounga und Flavio Caserta liefen, grätschten, stürmten und jagten den Gegenspielern den Ball ab. Sie waren in ihren Bemühungen zwar fehleranfällig, gaben aber nie auf und stellten sich voll und ganz in den Dienst der Mannschaft.

Offensiv zeigte der FC Aarau in Schaffhausen wie so oft während der abgelaufenen Saison seine Krallen und schraubte die Torausbeute von 61 auf 65. Gut so!

2,22 Gegentreffer pro Spiel

Das Problemkind des FC Aarau ist allerdings die Defensive: Er kassierte 80 Tore in 36 Spielen! Macht im Durchschnitt 2,22 Treffer pro Spiel – das ist eindeutig zu viel!

Was tun, um die Abwehr zu stärken? Keller lässt sich bezüglich Verstärkungen und Transfers auf die nächste Saison hin noch nicht in die Karten schauen. Es finden zwar Gespräche statt, aber fix ist noch nix. Einen Innenverteidiger für die Zukunft scheint Keller gefunden zu haben. «Auf der rechten Seite der zentralen Abwehrreihe könnte Jérôme Thiesson eine wichtige Rolle spielen», sagt der Trainer.

Ein neuer Goalie für mehr Konkurrenzkampf

Klare Vorstellungen hat Keller auch in der Torhüterfrage. Der 19-jährige Nicholas Ammeter bleibt im Kader und geniesst weiterhin das Vertrauen des Trainers. Die Verpflichtung eines Torhüters soll dazu führen, dass Ammeter in Zukunft einem härteren Konkurrenzkampf ausgesetzt ist.

Glaubt man Gerüchten, so ist der 22-jährige Simon Enzler beim FC Aarau im Gespräch. Enzler hat beim FC Luzern einen Vertrag bis 2021. Die Zentralschweizer würden Enzler für eine Saison ausleihen. Ob weitere Verstärkungen möglich sind ist offen und hängt vor allem davon ab, was die finanziellen Möglichkeiten des FC Aarau zulassen.

Ein individuelles Trainingsprogramm

Klar ist, dass Keller grosse Stücke auf Norbert Fischer hält. Fischer wird in der nächsten Saison nicht nur als Konditionstrainer tätig sein sondern auch als Assistenztrainer. Keller und Fischer arbeiteten von allem Anfang an eng zusammen. Fischer hat für jeden Spieler während der zwei Wochen vor dem Trainingsstart am Montag, 17. August, ein individuelles Trainingsprogramm zusammengestellt. Dann bleiben knapp vier Wochen mit vier Testspielen unter anderem gegen Luzern, um die Mannschaft auf Touren zu bringen.

Es wird interessant sein, die Arbeit von Stephan Keller als Trainer des FC Aarau in den nächsten Monaten zu beobachten und zu verfolgen. Er selbst will, dass einerseits die Spieler, anderseits er als Trainer Fortschritte machen.

Klar ist: Keller muss liefern. Ein achter Platz wie in der abgelaufenen Saison ist zu wenig und wird den Ansprüchen des FC Aarau nicht gerecht. Keller weiss das und trifft mit dem folgenden Zitat den Nagel auf den Kopf. «Im Fussball sind die Resultate heilig», sagt er. Richtig, Stephan Keller! Vielleicht werden Sie zu gegebener Zeit an Ihre Aussage erinnert.

Die Einzelkritik des letzten Saisonspiels:

Autor

Ruedi Kuhn

Ruedi Kuhn

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