Aargauer Eishockey
«Das war das beste Reinach, gegen das wir je gespielt haben»: Stars kassieren eine Packung gegen die Red Lions

Überraschung im Aargauer Derby: Die Red Lions Reinach gewinnen gegen die Argovia Stars hochverdient mit 7:3. Das Spiel war geprägt von vielen Strafen und Emotionen.

Nik Dömer
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Die Red Lions gewinnen zum ersten Mal seit 2019 wieder ein Derby.

Die Red Lions gewinnen zum ersten Mal seit 2019 wieder ein Derby.

Claudio Thoma/Freshfocus

Unzählige Strafen, Faustkämpfe und zehn Tore: Das Aargauer Derby hatte es in sich. Gleich mit einer 7:3-Packung schicken die Red Lions den Kantonsrivalen Argovia Stars nach Aarau zurück. Der Sieg ist in der Höhe verdient.

Roger Gerber muss nach der Partie anerkennen: «Das war das beste Reinach, gegen das wir je gespielt haben. Wir wussten in der Theorie, dass sie individuell grosse Klasse haben, nun haben wir es auch noch in der Praxis erfahren.»

Undisziplinierte Stars machen sich das Leben schwer

Dabei war der Start seiner Mannschaft eigentlich anschaulich. Gerbers Paradelinie mit Lars Neher und Pascal Wittwer sorgte nach 90 Sekunden für die frühe Führung. Doch danach nahm das Unheil aus Sicht der Stars seinen Lauf. Gleich dreimal verzweifelten sie im Powerplay. «Sie haben vor dem Tor besser gearbeitet als wir. Physisch waren sie im Gegensatz zu uns bereit für diesen Kampf», erklärt der Coach.

Roger Gerber ärgert sich auf der Bank über den Rückstand.

Roger Gerber ärgert sich auf der Bank über den Rückstand.

Claudio Thoma/Freshfocus

Bestärkt durch das effiziente Boxplay kamen dagegen die Reinacher immer besser ins Spiel. Der Ausgleich nach schöner Passstafette von Remo Heitzmann kurz vor Ende des ersten Abschnitts war mehr als verdient.

Während die Teams sich im ersten Drittel noch mit Emotionen zurückhielten, war im zweiten Abschnitt dann ordentlich Feuer unter dem Kessel. Zur Spielmitte packte Nicolai Gusset einen Zweihänder aus und wurde dafür unter die Dusche geschickt.

Und weil Carlos Zuberbühler darauf zum Schutz seines Goalies Fabio Meier auch noch einen Faustkampf provozierte, standen die Stars plötzlich nur noch zu dritt auf dem Eis. «Für mich die entscheidende Szene dieser Partie. Aber ich muss Carlos da auch in Schutz nehmen. In der Aktion schlägt ein Reinacher unserem Goalie auf die Fanghand, danach kassiert Carlos einen Crosscheck. Dass der Gegner am Schluss nur eine Strafe und wir zwei bekommen, war ein unglücklicher Entscheid der Refs», ärgert sich Gerber.

Es fliegen die Fetzen im Derby.

Es fliegen die Fetzen im Derby.

Claudio Thoma/Freshfocus

Tatsächlich entglitt den Gästen darauf die Partie. Die Red Lions bauten in doppelter Überzahl durch Treffer von Gian-Andri Gegenschatz und Remo Heitzmann ihre Führung auf 3:1 aus. Kaum waren die Stars wieder komplett, schon musste Ben Fopma für ein Beinstellen auf die Strafbank. Pascal Rietmann nahm das Geschenk dankend an und stellte das Skore auf 4:1.

«Bin sicher, da geht noch mehr mit meiner Mannschaft»

Wozu die Argovia Stars eigentlich fähig wären, wurde im letzten Abschnitt ersichtlich. Nach gut drei Minuten nahm Lars Neher in der eigenen Zone Anlauf und spielte sich mit Pascal Wittwer übers gesamte Spielfeld, bis er nur noch vor Goalie Anderin Kunz einzuschieben brauchte.

Eine Aktion, die den Stars nochmals Aufwind hätte geben können, doch die Stars nahmen sich mit einer erneuten Strafe den Wind gleich selber wieder aus den Segeln. Die Reinacher stellten darauf den Dreitore-Vorsprung wieder her. Florian Huber sorgte mit einem Handgelenkschuss von der Blauen Linie für den fünften Streich der Gastgeber.

Trainer Michael Nideröst gewinnt zum ersten Mal als Coach ein Aargauer Derby.

Trainer Michael Nideröst gewinnt zum ersten Mal als Coach ein Aargauer Derby.

Claudio Thoma/Freshfocus

Gut zehn Minuten vor Schluss machte dann Thomas Liechti mit einem sehenswerten Schuss unter die Latte das Spiel für kurze Zeit noch einmal spannend, doch Cyril Meyer begrub die Hoffnung zwei Minuten später mit dem sechsten Tor für die Red Lions gleich wieder. Von da an war die Gegenwehr der Gäste gebrochen. Marco Vogt sorgte kurz vor Schluss mit dem siebten Reinacher Streich für den 7:3-Endstand.

Michael Nideröst, Coach der Red Lions, zeigte sich nach dem Derby zufrieden, mehr aber auch nicht: «Wir konnten zum ersten Mal in dieser Saison zeigen, wie viel Klasse in diesem Team steckt. Aber man muss dazu auch erwähnen, dass uns die Stars mit vielen Strafen auch den nötigen Raum dazu gegeben haben. Ich bin sicher, da geht in Zukunft noch mehr mit meiner Mannschaft.»

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