In der Winterpause ruht der Wettkampf, stattdessen geht es auf dem Transfermarkt hoch zu und her. Auch der FC Aarau ist fündig geworden: Mit Spielmacher Markus Neumayr (32) hat Sportchef Sandro Burki einen dicken Fisch an Land gezogen und damit die Ambitionen des FC Aarau untermauert, in der Rückrunde ein Wörtchen um die Aufstiegsränge mitzureden.

Auch für die nächste Saison hat Burki bereits vorgesorgt und mit Jérôme Thiesson einen weiteren, über 30 Jahre alten Spieler mit langer Super-League-Vergangenheit verpflichtet; zur Offizialisierung fehlt nur noch Thiessons Unterschrift unter den Zweijahresvertrag.

Und in der Aarauer Verkaufsabteilung? Dort haben Interessenten vorbeigeschaut, genauer gesagt: Haben Vereine aus der Super League sich nach den Übernahmemodalitäten für Varol Tasar informiert. Die Antwort der FCA-Verantwortlichen dürfte ungefähr so gelautet haben: «Wir können über einen Transfer reden, aber die Rückrunde spielt Tasar in Aarau.» Dass der 22-Jährige mit Vertrag bis 2020 den FCA im Sommer verlassen wird, ist hingegen wahrscheinlich.

Im Trainingslager in Belek bekräftigt Burki gegenüber der «AZ», dass ein sofortiger Abgang des Topskorers (5 Tore/6 Assists) kein Thema sei. Es müsste also bis zum Ende der Transferfrist am 15. Februar schon ein für Aarauer Sicht unmoralisches Angebot für Tasar reinflattern, damit sich an dieser Meinung etwas ändert. Wenn ein Verein also eine Million Franken für einen sofortigen Tasar-Wechsel bieten sollte, würden sie beim FCA kaum kategorisch ablehnen.

Lars Hunn in Rapperswil

Einen ähnlichen Werdegang wie jenen von Tasar, also dank guten Leistungen im FCA-Trikot für ein hübsches Sümmchen in die Super League zu wechseln, traute man einst auch Lars Hunn (19) zu. Doch seit sich die sportliche Leitung im vergangenen Sommer gegen das Eigengewächs als Stammgoalie entschied, stockt Hunns Karriere: Die Leihe zu GC lief nicht wie erhofft, er kam im Herbst nur zu sechs Einsätzen in der U21.

Die Zürcher, die sich für den kommenden Sommer sogar eine Kaufoption für Hunn sicherten, wollen den Leihvertrag nun vorzeitig auflösen. Hunn wird deshalb in den nächsten Tagen zum FC Aarau zurück- und von dort gleich weiter zum FC Rapperswil-Jona transferiert. Ebenfalls auf Leihbasis und vorerst bis Ende Saison. Ob Hunn in Aarau eine Zukunft als Stammgoalie hat, ist fraglicher denn je.

Auslauf für die zweite Garde

Vom Transfergebaren hinter den Kulissen bekommen die FCA-Profis im Trainingslager nicht viel mit. Den Kopf woanders als in Belek zu haben, wäre auch unklug. Denn der Kampf um die Stammplätze ist beim FC Aarau so hart wie lange nicht mehr, mangelnde Konzentration kann sich keiner erlauben. Diejenigen Spieler nicht, die sich dank des Schlussfuriosos in der Vorrunde (7 Spiele/19 Punkte) einen Bonus erspielt haben. Und die Reservisten nicht, für die Marco Thaler im «AZ»-Interview stellvertretend sagte: «Die Spieler der ersten Garde haben ihren Vorsprung verdient, aber sie müssen wissen: Wir dahinter sind ihnen im Nacken.»

Im dritten Trainingslager-Testspiel am Mittwoch gegen Honved Budapest gab Cheftrainer Patrick Rahmen ebendiesen Reservisten Auslauf. 1:1 stand es am Ende, wobei der FCA die erste und die Ungaren die zweite Halbzeit dominierten. Für Aarau traf Norman Peyretti in der 37. Minute, das Tor war die prompte Antwort auf die Führung von Honved, enstanden durch einen Schuss von Ex-Sion-Stürmer Danilo, der FCA-Goalie Steven Deana aus spitzem Winkel erwischte. Am Freitag testet der FCA gegen Rapid Wien zum vierten und letzten Mal im Trainingslager. Tags darauf geht es zurück in die Schweiz.