Aargauer Fussballverband

Aemisegger ist Täter, nicht Opfer — der Kommentar zu seinem Rücktritt

Hans Aemisegger bricht sein langes Schweigen und tritt als Präsident des Aargauer Fussballverbands zurück. An der Pressekonferenz schlüpft er in eine Opferrolle, die ihm nicht gerecht wird.

Hans Aemisegger glich während der Medienkonferenz einem Häuflein Elend, zögerte aber nicht, vor der Handvoll Journalisten zu einem Rundumschlag auszuholen. Erst wusch er seine Hände in Unschuld, dann sagte er, dass er Opfer einer Hetzkampagne der «Aargauer Zeitung» geworden sei. Er sprach von Ehrverletzung, von Lügen und von Erpressungen. Er sagte, dass er schlaflose Nächte hinter sich habe und dass ihm für die Weiterführung des Präsidentenamts die Kraft fehle.

Aemisegger schlüpfte während seiner Abschiedsrede in die Opferrolle. Muss man mit Mitleid haben? Nein! Aemisegger ist nicht Opfer, Aemisegger ist Täter. Er hat seinem Sohn einen Werbefilm für ein Nachwuchsprojekt zugeschanzt und sich damit der Vetterliwirtschaft schuldig gemacht. Er hat mit seinem diktatorischen und selbstherrlichen Führungsstil drei Kündigungen auf der Geschäftsstelle provoziert. Und er ist der Grund, dass der fünfköpfige Vorstand seit geraumer Zeit nicht mehr am gleichen Strick zieht.

Opfer sind andere: beispielsweise Hannes Hurter, Jonas Manouk und Marc Grütter, die in der Geschäftsstelle während Jahren gute Arbeit geleistet haben, ja im Lauf der Zeit zu Identifikationsfiguren des Verbands geworden sind. Ein weiteres Opfer ist Jürg Widmer. Aemisegger wusste, dass sein Busenfreund kein einfacher Typ ist und sich von Emotionen leiten lässt. Statt Fingerspitzengefühl zu zeigen und mit Widmer klärende Gespräche zu führen, schickte er ihn in die Wüste.

Ein weiteres Opfer ist Vorstandsmitglied Armando Granzotto, der mit Aemisegger das Heu schon lange nicht mehr auf der gleichen Bühne hat. Granzotto ist gesundheitlich angeschlagen und muss Medikamente nehmen.

Aemisegger sagt, der Rücktritt falle zwar schwer, tue aber auch gut. Für seine Opfer ist er viel mehr: eine Erlösung!

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Autor

Ruedi Kuhn

Ruedi Kuhn

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