Judo

Äusserst geglückter Generationenwechsel: Die Brugger Judokas sichern sich den sechzehnten Meistertitel

Gehört trotz Generationenwechsel noch lange nicht zum alten Eisen: Routinier Tobias Meier (r.) beweist im Final gegen Uster Biss.

Gehört trotz Generationenwechsel noch lange nicht zum alten Eisen: Routinier Tobias Meier (r.) beweist im Final gegen Uster Biss.

Der Ju-Jitsu und Judo Club Brugg krönt sich in der Westschweiz im Mannschaftswettkampf zum Schweizer Meister. Bereits zum sechzehnten Mal dürfen die Brugger Judokas triumphieren, diesmal in komplett neuer Formation.

 Sechzehn Titel, sechzehn ganz eigene Geschichten: Der Ju-Jitsu und Judo Club Brugg durfte sich am Samstag nicht nur einmal mehr zum Schweizer Meister im NLA-­Mannschaftswettkampf krönen, sondern nebenbei ein neues ­Kapitel in der Vereinsgeschichte eröffnen.

Während früher vorwiegend auf die Erfahrung der alteingesessen Kämpfer gesetzt wurde, erzählt dieser Erfolg eine neue Geschichte. Eine, die eindrücklicher wohl nicht hätte sein können. Im Vordergrund steht dabei die neue Generation. In Saint-Legier-La-Chiesaz (Waadt) trat ein siebenköpfiges Team an, bei dem ganze vier Kämpfer aus dem Juniorenbereich stammen.

Wenn Trainer Martin Nietlis­pach über den erneut gewonnene Meistertitel redet, spricht er deswegen nicht nur von einer Be­stätigung seiner Arbeit, sondern vor allem über den gelungenen Generationenwechsel. «Es ist ein gänzlich anderes Team, als in den Vorjahren. Das zeigt, dass der Generationenwechsel nicht bevorsteht, sondern bereits vollzogen ist.»

Über sich hinausgewachsen

Dass der Umbruch nun bereits Früchte getragen hat, ist den Nachwuchstalenten zu verdanken. Die zwischen 18 und 20 Jahre alten Kämpfer hatten zu keiner Zeit Mühe, mit ihren erfahreneren Teamkollegen mitzuhalten.

Dass gerade im Mannschaftswettkampf der eine oder andere über sich hinauswachsen kann, weiss Routinier Michael Kistler. «Die ganze Mannschaft steht hinter einem und mit ­diesem Bewusstsein geht man auch in die Kämpfe. Wir haben den starken Zusammenhalt, den die anderen Teams nicht ­haben», sagt er.

Routinier und Schweizer Meister Michael Kistler (l.) zeigt Nervenstärke: Im Final fährt er den entscheidenden Punkt gegen Uster ein.

Routinier und Schweizer Meister Michael Kistler (l.) zeigt Nervenstärke: Im Final fährt er den entscheidenden Punkt gegen Uster ein.

Besonders gut zeigte sich dies im Halbfinal gegen Cortaillod. Dort traf der 19-jährige Daniel Eich auf das niederländische Schwergewicht Marvin De la Croes. Obwohl Marvin De la Croes  als ausländischer Verstärkungskämpfer die Trumpfkarte der Westschweizer hätte sein sollen, ging er unerwartet ohne Lohn aus dem durch Eich gewonnenen Kampf.

Harziger Finalstart, ­deutliches Resultat

Für Nietlisbach war dies der erste Meilenstein des Turniers. «Das war der Punkt, an dem die Begegnung kippte. Danach haben wir richtig Fahrt aufgenommen», sagt der Trainer. Obwohl alle sieben Kämpfe gewonnen wurden, war der Gang ins Final ein schwieriger. Die Angst, dass sich das noch junge Team nach einem der­artigen Sieg überschätzen ­würde, war gross.

Harzig verlief sodann auch der Finalstart. Nur knapp konnte der erste Kampf gewonnen werden, der zweite ging gar an die Konkurrenz aus Uster. Erneut war es Daniel Eich, der mit seinem Sieg in ­extremis die Initialzündung ­lieferte. Von da an ging es nur noch aufwärts und mit einem 6:1-Sieg zum erneuten Titelgewinn. Auch wenn das Resultat gar deutlich ausfiel, waren die einzelnen Begegnung hart umkämpft.

Der Jubel ist grenzenlos. Die Mannschaft bejubelt den Sieg von Simon Gautschi im Final gegen Uster zum 6:1-Endstand.

Der Jubel ist grenzenlos. Die Mannschaft bejubelt den Sieg von Simon Gautschi im Final gegen Uster zum 6:1-Endstand.

«Es waren alles schwierige Kämpfe. Im Judo kann letztlich jeder jeden schlagen», sagt ­Kistler. Dass das Momentum doch auf die Seite seines Teams fiel, schreibt er nicht nur dem guten Zusammenhalt zu. «Wir sind nur mit eigenen Kämpfern und ohne Verstärkung aus dem Ausland angetreten. Statt in ­diese zu investieren, stecken wir das Geld lieber in die Nachwuchsförderung», sagt der 25-Jährige.

Verlockende Zukunft

Dass sich diese ­Strategie auch längerfristig auszahlen wird, daran glaubt auch Nietlispach. Dieser verweist zusätzlich auf das strenge Training der Brugger und deren ver­lockende Zukunft.

«Letztlich muss jeder auf der Matte bew­eisen, dass sich der Aufwand lohnt. In diesem Jahr hat sich das Ganze ausgezahlt. Wenn wir diese Energie mitnehmen, wird es ganz schwierig sein, uns zu schlagen», sagt er.

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