Eishockey
Argovia Stars verzichten freiwillig auf Promi-Trainer

Die Argovia Stars haben die Führung der ersten Mannschaft radikal umgebaut. Grund dafür soll die «schlechte Arbeit» von Meier und Co. sein.

Rainer Sommerhalder
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Ex-Trainer Daniel Meier (r.) ist das Lachen bei den Argovia Stars vergangen, währenddem sein bisheriger Assistent Andy Wehrli (l.) neu Co-Trainer ist.

Ex-Trainer Daniel Meier (r.) ist das Lachen bei den Argovia Stars vergangen, währenddem sein bisheriger Assistent Andy Wehrli (l.) neu Co-Trainer ist.

Otto Lüscher

Trainer Dani Meier und Sportchef Peter Hofmann waren die heimlichen Stars der Argovia Stars in der 1. Liga. Hofmann spielte in seiner Aktivzeit unter anderem für den HC Davos und leitete zuletzt seit 15 Jahren die sportlichen Geschicke des EHC Aarau. Meier wurde 2013 als Trainer verpflichtet – mit dem Empfehlungsschreiben als ehemaliger Schweizer Nationalspieler und dem Auftrag, im Aargau eine regionale Eishockey-Macht zu etablieren.

Schliesslich sind die Voraussetzungen seit dem Zusammengehen von Aarau und Wettingen-Baden dank eines Reservoirs von rund 300 Nachwuchsspielern erfolgsversprechend.

Doch nun ist der «Glamour-Faktor» bei den Argovia Stars klammheimlich entfernt worden, die Stars wurden vom Himmel geholt. Von Meier hat man sich getrennt, ohne dies gegen aussen zu kommunizieren. Nicht einmal auf der Homepage des Vereins wurde der Trainerwechsel vermeldet. Und als Sportchef wird anstelle Hofmanns neu Heinz Leuenberger aufgeführt, der diese Funktion gemäss Organigramm des Vereins bisher lediglich auf Stufe Nachwuchs ausgeübt hat.

Für die 1.-Liga-Mannschaft zeichnet neu das Trainerduo Andy Wehrli (bisheriger Assistent von Dani Meier) und Eric Wittwer (bisheriger Junioren-Top-Trainer und Bruder von Topskorer Pascal Wittwer) verantwortlich.

Die Gespräche mit den Beteiligten lassen erkennen: Hier fand ein interner Machtkampf statt, bei dem es um die Frage der Strategie geht. Wie stark ausgeprägt soll die erste Mannschaft das Label «Made in Aargau» tragen?

«Schlechte Arbeit»

Konkret wurde Meier und Hofmann vorgeworfen, zu wenig auf die eigenen Nachwuchsspieler zu setzen. Zudem fällt die sportliche Bilanz der letzten zwei Jahre unter Meier nicht berauschend aus. Heinz Leuenberger geht noch weiter: «In den letzten vier Jahren wurde im Aktivbereich schlecht gearbeitet.»

Er will damit sagen, dass man sich zu sehr auf fremde Verstärkungsspieler verlassen hat, die auch das Budget belasteten. Künftig könne man sich aus finanziellen Gründen schlicht keinen Profitrainer wie Meier mehr leisten. «Das finanzielle Klumpenrisiko wäre zu gross.»

Leuenberger betont, dass er nicht bereit war, die Wirtschaftlichkeit der ganzen Organisation wegen einer Mannschaft aufs Spiel zu setzen. Ein Weitermachen wie bisher hätte er nicht mitgetragen. «Wir konnten uns das gar nicht mehr leisten. Ich wäre der Erste, welcher eine sportliche Vorwärtsstrategie des 1.-Liga-Teams unterstützen würde, wenn diese Mannschaft die Mittel auch selber generieren würde. Bei den Argovia Stars trägt aber der Nachwuchs einen Grossteil der finanziellen Belastung. Um etwas Nachhaltiges auf die Beine zu stellen, gehören die finanziellen Mittel in die Ausbildung.» Leuenberger glaubt, dass es mit den 300 eigenen Junioren möglich sei, ein konkurrenzfähiges Team in der 1. Liga zu stellen. «Wir können nicht so viel eigenen Nachwuchs kreieren und dann sagen, dass dieser für die erste Mannschaft nicht reicht.»

«Mit Leistungskultur gescheitert»

Für Peter Hofmann hingegen ist es letztlich ein Entscheid gegen die Leistungskultur: «Die Besten müssen in der ersten Mannschaft spielen. Längst nicht jeder Nachwuchsspieler hat das Potenzial für die 1. Liga.» Und weil Argovia Stars rund 20 der grössten Talente an den EV Zug abgegeben habe, fehle beim Rest schlicht die Qualität, um im solchen Ausmass auf die eigenen Jungen zu setzen. Acht Nachwuchsspieler sollen in der bevorstehenden Saison ins Fanionteam integriert werden.

Hofmann und Meier sind enttäuscht, auf welche Weise ihnen mitgeteilt – oder eben nicht mitgeteilt – wurde, dass man nicht mehr auf sie zählt. « Es ist nicht so abgelaufen, wie es sich gehört», sagt Meier, «so geht man nicht mit den Leuten um.» Er sei letztlich mit dem Ziel gescheitert, «eine gewisse Leistungskultur reinbringen zu wollen». Es habe immer wieder Diskussionen gegeben, wer denn nun spielen solle und wer nicht. «Dazu nur so viel: Die Jungen, die für die 1. Liga bereit waren, haben bei mir auch gespielt.»

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