Challenge League

Aufatmen im Brügglifeld: Nach dem Saisonabbruch der Amateure ist der FC Aarau seine Abstiegssorgen los

Die FCA-Spieler (rechts Oli Jäckle) können aufatmen: Der Abstieg aus der Challenge League ist in dieser Saison vom Tisch - egal, ob es weitergeht oder nicht.

Die FCA-Spieler (rechts Oli Jäckle) können aufatmen: Der Abstieg aus der Challenge League ist in dieser Saison vom Tisch - egal, ob es weitergeht oder nicht.

Als Corona noch keine Rolle spielte, plagten den FC Aarau andere Sorgen: Auf Rang acht der Challenge-League-Tabelle liegend, musste sich das Team von Trainer Patrick Rahmen zwangsläufig mit dem drohenden Abstieg in die Promotion League und somit in die Amateurklasse beschäftigen. Es gab in den vergangenen Tagen Stimmen, die den Willen der FCA-Verantwortlichen zur Saison-Fortsetzung unter anderem aus dem Grund hinterfragten, da sich der Klub so freiwillig wieder der Abstiegsgefahr aussetzen würde.

Diese Gefahr ist nun vom Tisch: Der Schweizerische Fussballverband hat am Donnerstag beschlossen, ausser der Super und Challenge League alle Meisterschaften abzubrechen und nicht zu werten, Aufsteiger und Absteiger gibt es keine. Für die Schwelle zwischen Profi- und Amateurfussball heisst das: Yverdon, Leader in der Promotion League, kann sich vom Vorsprung auf die Konkurrenz nichts kaufen und muss in der nächsten Saison einen neuen Anlauf in den bezahlten Fussball nehmen. Auf der anderen Seite muss in der Challenge League kein Klub den Absturz in die Bedeutungslosigkeit fürchten.

Sollte der Profifussball ab dem 8. Juni die Saison also tatsächlich fortsetzen, kann der FC Aarau befreit aufspielen und bedenkenlos auf seine Talente setzen. Keine Abstiegssorgen, aber die Aussicht auf rund 150'000 Franken TV-Geld: So gesehen macht das Drängen des FCA auf die Fortsetzung der Saison Sinn.

Aber es gibt auch eine andere Sichtweise, verbunden mit der Erinnerung an den Frühling 2018: Wegen der Ankündigung des FC Wohlen, freiwillig abzusteigen, und des gefühlt schon im Winter feststehenden Aufstiegs von Xamax wurde es eine trostlose Rückrunde, der sportliche Wert der Spiele war nahe dem von Testkicks.

Das wird heuer ähnlich sein: Im Abstiegskampf ist die Luft draussen, Tabellenführer Lausanne ist der Konkurrenz enteilt - nur das Ringen um den Barrage-Platz verspricht Spannung. Aber ohne Beteiligung des FC Aarau: Elf Punkte Rückstand auf Rang 2 und der im Vergleich zur vergangenen Saison deutlich schwächere Kader lassen keine Hoffnung auf ein erneutes Wunder aufkommen.

In leeren Stadien um die goldene Ananas spielen – noch nie waren die Motivationskünste der FCA-Akteure gefragter.

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