NLA-Interclub

Ausgerechnet gegen die Aargauerin Stefanie Vögele: Der TC Zofingen unterliegt bei seiner NLA-Premiere GC

Die Zofingerinnen mussten sich bei ihrer NLA-Premiere der Aargauer Stefanie Vögele und ihrem GC-Team geschlagen geben.

Die Zofingerinnen mussten sich bei ihrer NLA-Premiere der Aargauer Stefanie Vögele und ihrem GC-Team geschlagen geben.

Die Frauen des Tennisclub Zofingen unterliegen GC zuhause zum Auftakt in die NLA-Interclubsaison nur scheinbar deutlich mit 0:6. Mit Stefanie Vögele war auch auf Seiten der glücklichen Zürcher Siegerinnen eine Aargauerin im Einsatz.

Die Premiere der Frauen des Tennisclubs Zofingen im NLA-Interclub war nichts für schwache Nerven. Bei sämtlichen vier Einzelpartien fiel die Entscheidung erst im Champions-Tie-Break. Zum Leidwesen des Gastgebers hatte am Ende stets der Favorit aus Zürich die Nase vorne.

Dem Sieg am nächsten kam Svenja Ochsner: Gegen Ylena In-Albon, die bis im vergangenen Jahr noch für Zofingen auflief, erarbeitete sie sich nach verlorenem Startsatz beim Stand von 9:8 in der Kurzentscheidung einen Matchball. Ochsner vermochte diese Chance aber nicht zu packen und musste sich wenig später mit 9:11 geschlagen geben.

«Wir haben heute eine Topleistung erbracht, aber der bittere Nachgeschmack bleibt», sagte TCZ-Teambetreuer Christoph Meyer. Er haderte mit dem ausgebliebenen Quäntchen Glück, das vor allem im Spiel von Svenja Ochsner gefehlt habe. «Ihr Sieg wäre so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit gewesen, aber so ist Tennis», sagte Meyer.

Rettende Regenpause nach einem klassischen Fehlstart

Auf der anderen Seite der Glücksskala befand sich Stefanie Vögele. Die Aargauerin, derzeit die Schweizer Nummer vier, führt das Kader bei Rekordmeister GC an und erklärte, sie und ihre Mitspielerinnen hätten nach den Einzeln genauso mit 1:3 im Rückstand liegen können.

«Die Spiele waren sehr eng», sagte Vögele. Auch die 30-jährige Fed-Cup-Spielerin aus Leuggern, die am Wochenende zuvor Viktorija Golubic beim Swiss Pro Cup in Biel noch souverän bezwang, bekundete in ihrem Duell mit der im WTA-Ranking deutlich schlechter klassierten Carolina Werner zu Beginn erhebliche Mühe.

Caroline Werner konnte der weitaus besser klassierten Stefanie Vögele lange Zeit paroli bieten.

Caroline Werner konnte der weitaus besser klassierten Stefanie Vögele lange Zeit paroli bieten.

Vögele fand kein Rezept gegen die stark retournierende Deutsche in Diensten des TC Zofingen und verlor den ersten Satz 2:6. Als Vögele im zweiten Durchgang das frühe Break zum 0:2 kassierte, hatte der Wettergott Erbarmen mit ihr: Wegen eines Gewitters wurden die Partien für rund 45 Minuten unterbrochen.

Danach kehrte Vögele wie verwandelt auf den Platz zurück. Sie gewann den zweiten Satz und entschied die Partie im Champions-Tie-Break. «Vor dem Regen war es extrem heiss auf dem Platz», zeigte sich Vögele froh um die willkommene Abkühlung. Sie habe sich anschliessend besser gefühlt und bewegt.

«Der Platz ist anders, wenn er sehr trocken oder nass ist. Die Bälle springen mehr ab, das kam mir sicher entgegen», bilanzierte sie. Nebenbei profitierte Vögele auch davon, dass Werners Fehlerquote nach dem Unterbruch markant anstieg. «Ihr war übel, wahrscheinlich wegen der Hitze», begründete Christoph Meyer den Einbruch.

Die Freude in der schönsten Zeit des Jahres überwiegt

Auch bei Valentina Ryser, Zofingens Nummer zwei, hielt sich die Enttäuschung nach der knappen Niederlage gegen Simona Waltert in Grenzen. «Obwohl wir in der ersten Runde keinen Druck verspürten, wäre es schön gewesen, wenn wir den guten Start zu Ende gebracht hätten», sagte Ryser, die nach einer Oberschenkelzerrung leicht angeschlagen spielte.

Das Risiko einer neuerlichen Verletzung nahm Ryser auch deshalb in Kauf, weil für sie die Interclubsaison das ist, was für einen Eishockeyspieler die Playoffs sind: Die schönste Zeit des Jahres. «Als Tennisspieler bist du normalerweise Einzelsportler, hier kämpft man für das Team», sagte sie.

Dass das Verdikt für den TC Zofingen nach den zwei verlorenen Doppelpartien gar 0:6 lautete, vermochte Nik Ammann nicht aus der Fassung zu bringen. Im Gegenteil: «Ich bin glücklich, dass wir unseren jungen Spielerinnen die Chance bieten können, in der NLA zu spielen», sagte der Präsident des TC Zofingen.

Dies vor allem im Wissen, dass der Klub trotz seiner beschränkten Mittel das «Erlebnis NLA» umzusetzen versucht hat. «Für die Jungen im Klub ist es schön und wichtig zugleich, zu diesen Frauen aufzuschauen und ein Ziel vor Augen zu haben», erklärte Ammann.

Er betonte aber, dass der TC Zofingen ein Breitensportklub sei und sich daran trotz NLA-Interclub nichts ändern werde. «Wir geben deswegen nicht viel Geld für teure Spieler aus», sagte Ammann und bekräftigte: «Wir wollen das bleiben, was wir sind.»

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