Kommentar

Bei der Entscheidung über die Zuschauerbegrenzung haben die Profiklubs Augenmass verdient - sonst droht der Untergang

Der FC Aarau und der EHC Olten sind klassische KMU mit Budgets im mittleren, einstelligen Millionenbereich. Ihr Profibetrieb generiert zusammen zwischen 300 und 400 Stellen. Doch die beiden Organisationen sind viel mehr als gewöhnliche Unternehmen. Sie sind die sportlichen Flaggschiffe der Kantone Aargau und Solothurn. Sie sind Imageträger mit der entsprechenden Strahlkraft in der ganzen Schweiz. So wie es viele Klubs in anderen Landesteilen auch sind.

Die Coronakrise hat die Wirtschaft im ganzen Land massiv geschwächt. Nun gilt es, weitere Kollateralschäden zu vermeiden. Dazu gehören auch die Profiklubs, welche mit Bangen auf den Bundesratsentscheid vom kommenden Mittwoch warten. Fällt die 1000-Zuschauer-Marke für Grossanlässe? Oder werden die Massnahmen – im Gegenteil – verschärft und damit die professionellen Sportklubs immer weiter an den wirtschaftlichen Abgrund gedrängt?

Klubs wie der FC Aarau und der EHC Olten haben seriöse, massgeschneiderte und umsetzbare Schutzkonzepte für grössere Publikumsmengen erarbeitet. Jetzt müssen die verantwortlichen Politiker und
Behörden in Bern zur Besinnung kommen und am 12. August mit Augenmass entscheiden. Man sonnt sich gerne im Glanz der Medaillen und der Titel. In der aktuellen Krise sind nun pragmatische Schritte nötig. Sonst gehen die Flaggschiffe unter.

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