Handball

Cup-Sensation: Aargauer Viertligist «HC Hopfenperle» bezwingt Horgener NLB-Team

Grund zum Feiern: Der Viertligist «HC Hopfenperle» bezwingt im Schweizer Cup das NLB-Team des HC Horgen.

Grund zum Feiern: Der Viertligist «HC Hopfenperle» bezwingt im Schweizer Cup das NLB-Team des HC Horgen.

Es ist die Erfolgsgeschichte eines besonderen, gar einmaligen Teams, die am Mittwochabend des 19. April 2017 seine sensationelle Fortsetzung und seinen nächsten vorläufigen Höhepunkt erlebt. Der Viertligist «HC Hopfenperle» bezwingt im Schweizer Cup das NLB-Team des HC Horgen hochverdient mit 32:28.

Als amtierender Aargauer Regionalcup-Sieger qualifizierte sich die Mannschaft des HSC Suhr Aarau für den Schweizer Cupwettbewerb, dessen erste Runden der Saison 2017/18 bereits während der noch laufenden Spielzeit 2016/17 gespielt werden. In der Vorrunde erhielt das Team dabei ein Freilos und dann in der ersten Cup-Hauptrunde mit dem Zürcher NLB-Vertreter ein echtes Traumlos. 

Ein Highlight-Spiel für den bis zu diesem Zeitpunkt in Meisterschaft und Aargauer Cup noch ungeschlagenen Viertligisten, der gar erst im September 2016 überhaupt den Meisterschaftsbetrieb aufnahm.

Dass es sich beim «HC Hopfenperle» aber um keine gewöhnliche Truppe der tiefsten Schweizer Handballliga handelt, zeigt bereits der Blick auf die illustre Kaderliste: Die Teammitglieder und ehemaligen HSC-Cracks Zeno Läber, Manuel Reichlin, Mark Schelbert, Christoph Hert, Thomas Stalder, Kristijan Jozipovic und Philipp Kleinschnittger vereinen nämlich über 1'000 SHL-Einsätze sowie über 1'500 erzielte Tore für den HSC Suhr Aarau und bringen gar Länderspiel-Erfahrung mit. 

Das Schlussresultat.

Das Schlussresultat.

Der Star aber ist die Mannschaft – die neben den erwähnten Cracks zahlreiche ehemalige Junioren für den HSC Suhr Aarau zurückgewann, auf und neben dem Feld unabhängig vom sportlichen Erfolg überragend harmoniert und so den Breitensport auf aktiver Ebene innerhalb des HSC Suhr Aarau aufleben liess, ja gar eine regelrechte Euphorie entfachte. 

Gegen die Horgner durfte der HCH wiederum auf seine treuen Anhänger zählen. 152 Zuschauer waren es insgesamt, die sahen und staunten, wie der Gastgeber nach dem 0:1 während der restlichen Spielzeit nie mehr zurücklag. Angeführt vom entfesselten, letztlich zwölffachen Torschützen Manuel Reichlin setzte sich der Underdog via 4:2 (5.) auf 7:3 (9.) und später 11:8 (18.) ab. 

Horgen schien beeindruckt, schaffte aber bis zur 21. Spielminute den 11:10-Anschluss und blieb kurz am «HC Hopfenperle» dran (12:11 26. und 13:12 28.). Zur Pause aber führten die Hausherren ebenso verdient wie unerwartet und sensationell mit 15:12. 

Horgen, achter der laufenden NLB-Meisterschaft und damit im gesicherten Mittelfeld, konnte aber auch im zweiten Durchgang seiner Favoritenrolle nicht gerecht werden. Wenn Luca Oberli und Co. einmal aufs Tempo drückten und so den Rückzug des Heimteams ausnützten, dann blitzte der Klassenunterschied für einen kurzen Moment auf. 

Gegen den einzigartigen Teamgeist, die spielerische Klasse sowie die gemeinsame Begeisterung war jedoch an diesem Abend nichts zu machen. Via 19:14 (36.), 21:15 (41.) und 24:19 (45.) nahm die Sensation seinen Lauf. Auch weil Philipp Kleinschnittger nun reihenweise parierte und so den Gegner gemeinsam mit einer leidenschaftlich kompakten Abwehr endgültig entnervte. 

Noch einmal kämpften sich die Gäste zurück (27:24 53.). Auch dieses letzte Aufbäumen des Favoriten vermochten Manuel Reichlin und Co. aber im Stile einer Spitzenmannschaft innert drei Minuten vom 28:25 zum 31:25 erneut und final zu kontern. 

Was folgte war grenzenloser Jubel auf den Rängen und dem Feld. Die Sensation war und ist perfekt – die nächste Krönung eines einzigartigen Teams, das sich damit nun nach dem Geschichtsbuch des regionalen Aargauer Handballs auch in jenes der Handballschweiz eintrug. Mit einem ganz besonderen, wohl noch nie dagewesenen Stück Schweizer Handball-Geschichte. Ein unbeschreibliches Handball-Märchen dessen erfolgreiche Fortsetzung bestimmt folgen wird! (lwe)

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