Aargauer Sport-Gala

Curlingclub Aarau – Team Tirinzoni: Die Olympische Spiele 2022 im Visier

Silvana Tirinzoni, Melanie Barbezat, Alina Paetz, Esther Neuenschwander, Marisa Winkelhausen (v.l.)

Silvana Tirinzoni, Melanie Barbezat, Alina Paetz, Esther Neuenschwander, Marisa Winkelhausen (v.l.)

Wie bereits im letzten Jahr ist auch das Curling Team um Silvana Tirinzoni vom CC Aarau nominiert, das sich im März sensationell den Weltmeister-Titel gesichert hat. Das Jahr 2019 war für die Curlerinnen des CC Aarau äusserst erfolgreich. Das Team um Skip Silvana Tirinzoni reihte Erfolg an Erfolg. Unter anderem gewannen sie den Continental Cup mit dem Team Europa, schwangen am Grand Slam in Kanada obenaus und sicherten sich an der EM die Bronzemedaille. Doch ein Erfolg überstrahlt alles: der WM-Titel.

Im März bezwangen Silvana Tirinzoni, Alina Pätz, Esther Neuenschwander und Melanie Barbezat die
favorisierten Schwedinnen im Zusatzend. Für Tirinzoni war es der erste ganz grosse Triumph an
internationalen Titelkämpfen. «Wir hatten ein unglaublich erfolgreiches Jahr, aber der WM-Titel steht
definitiv zuoberst. So etwas passiert nicht jeden Tag», sagt Tirinzoni. «Wir wussten, dass wir ein
starkes Team haben und um den Titel mitspielen können. Am Ende kam es dann aber auch für uns
etwas überraschend, denn die Konkurrenz war sehr stark.»

Die Zeit wurde knapp

Nach den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang, die für Silvana Tirinzoni nicht nach Wunsch
verlaufen waren, gab es zwei Wechsel im Team. Mit Alina Pätz und Melanie Barbezat stiessen zwei
neue Spielerinnen dazu. Das Ziel des neu formierten Teams ist klar: Olympia-Gold 2022 in Peking. Der
WM-Titel ist auf dem Weg dahin bloss ein Etappenziel. Aber es zeigt: Das Team um Silvana Tirinzoni ist
auf Kurs.
Nach dem WM-Titel ist das Interesse der Öffentlichkeit gestiegen. Es gab mehr Anfragen von Medien
und Sponsoren und auch die Erwartungshaltung ist gestiegen. «Nach der WM wurde es teilweise
schon sehr hektisch», blickt Silvana Tirinzoni zurück. Das grössere Interesse freute Tirinzoni und co.,
hatte aber auch zur Folge, dass die Zeit knapp wurde. «Es war so viel los, dass es schlicht nicht mehr
möglich war, neben dem Sport und allen Verpflichtungen und Anfragen noch 50 Prozent zu arbeiten»,
so Tirinzoni, die sich deshalb entschied, ihren Job auf einer Bank zu künden.

Zwei Jahre Proficurlerin

Seit November setzt sie voll auf die Karte Sport. «Dieser Entscheid hat schon Mut gebraucht, denn er
ist mit einem gewissen Risiko verbunden. Im Curlingsport gibt es schliesslich nicht das grosse Geld zu
verdienen», sagt Tirinzoni. «Aber ich bin ein ehrgeiziger Mensch – im Sport und im Beruf. Und zuletzt
hatte ich weder genügend Zeit für den Job, noch für den Sport. Daher war das die einzige Lösung.»
Bis zu den Olympischen Spielen in Peking ist Silvana Tirinzoni nun Proficurlerin. Dasselbe gilt auch für
Alina Pätz, die seit Anfang dieses Jahres auf den Sport setzt. Silvana Tirinzoni hat sich bereits an ihr
«neues Leben» gewöhnt. Auch wenn es einige Umstellungen mit sich gebracht hat. «Ich muss mich
anders organisieren. Ich brauche mehr Disziplin als früher, da ich plötzlich mehr Zeit habe. Aber es war
definitiv der richtige Entscheid. Die Qualität in den Trainings ist deutlich höher und ich habe viel mehr
Zeit für die Erholung.»

Olympia-Qualifikation ist kein Selbstläufer

Und auch die Resultate stimmen. Nach der intensiven Vorbereitung im Sommer mit sehr vielen
Eistrainings ist Tirinzoni und ihren Teamkolleginnen der Einstieg in die neue Saison ideal geglückt. An
der EM gabs die Bronzemedaille und bis Mitte Januar war das Team Tirinzoni dank seinen acht
Podestplätzen die Equipe, die auf der Tour die meisten Partien für sich entscheiden konnte.
Dass es dem Team des CC Aarau in dieser Saison so gut läuft, ist besonders wichtig, denn bereits jetzt
läuft die Qualifikationsphase für die Olympischen Spiele in Peking. Diese dauert zwei Jahre, wobei die
Rangierung in der Weltrangliste, sowie die Ergebnisse an der EM und WM entscheidend sind. Bis jetzt
sind die Tirinzoni und co. auf Kurs. Doch die Olympiaqualifikation wird keinesfalls ein Selbstläufer,
denn die Schweiz hat mehr als nur ein Weltklasse Team. Allen voran die Equipe um Elena Stern, die
genau wir Tirinzoni zu den Top 10 der Weltrangliste gehört, könnte zum Stolperstein werden. Das
haben Elena Stern und co. jüngst an den Schweizer Meisterschaften bewiesen. Das Team Tirinzoni
musste sich im Finalspiel nämlich geschlagen geben und verpasst damit die WM-Teilnahme in diesem
Jahr. Ein kleiner Rückschlag auf dem Weg an die Olympischen Spiele 2022 in Peking.

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