1.Liga-Eishockey

Dank Derby-Sieg gegen Reinach: Argovia Stars lösen das Playoff-Ticket

Die Argovia Stars bezwingen den Kantonsrivalen zum zweiten Mal in dieser Saison.

Die Argovia Stars bezwingen den Kantonsrivalen zum zweiten Mal in dieser Saison.

Im dritten und letzten Aargauer 1.Liga-Derby der Saison gelingt den Argovia Stars vor heimischer Kulisse in der Keba Aarau ein 3:1-Sieg gegen die Red Lions Reinach. Während das Team von Trainer Roger Gerber damit den Playoff-Einzug bejubeln darf, müssen die Reinacher weiterhin um den Klassenerhalt kämpfen.

Knackiger hätte die Ausgangslage vor dem dritten und letzten Aargauer 1.Liga-Derby kaum sein können: Schaffen die Argovia Stars den frühzeitigen Einzug in die Playoffs? Wer macht das Rennen um die Nummer 1 im Kanton? Fragen, mit denen sich im Voraus nicht nur die Protagonisten, sondern auch die rund 200 Zuschauer der Partie zwischen den Stars und den Red Lions Reinach beschäftigt haben.

Mit dem Selbstvertrauen aus zuletzt drei Siegen in Serie übernehmen die Hausherren in der Keba gleich nach dem ersten Puckeinwurf das Spieldiktat. Die Partie ist noch keine Minute alt, ehe die Scheibe im Netz der Gäste zappelt. Michel Simmen braucht im Slot nach einem perfekten Zuspiel von Pascal Wittwer nur noch einzuschieben. 

Alle Tore der Partie zwischen Argovia Stars und Red Lions Reinach im Video.

Alle Tore der Partie zwischen Argovia Stars und Red Lions Reinach im Video.

Reinacher Verunsicherung

Den Gästen ist in diesen Startminuten die Verunsicherung anzumerken, aus den letzten vier Partien resultierten für die Reinacher vier Niederlagen. Zudem machte die Linie mit Topskorer Pascal Wittwer den Red Lions das Leben schwer. 

Und so verstreichen keine weitere sieben Minuten, ehe die Scheibe erneut hinter dem Reinacher Schlussmann liegt. Wittwer wird von Daniel Eichenberger lanciert und vernascht Andrin Kunz im Alleingang. 

Reinach will nach dem zweiten Treffer der Stars wenig gelingen. Zwar erspielt sich Stefano Pons noch kurz vor dem Pausentee eine aussichtsreiche Abschlussposition, scheitert jedoch an Goalie Sandro Wehrli, der in den ersten 20 Minuten ein tadelloses Spiel abliefert. 

Welche Worte Red-Lions-Coach Raphael Zahner in der ersten Drittelspause auch immer gewählt hat, die Botschaft ist bei seiner Mannschaft angekommen. Die Reinacher werden aufsässiger und suchen vermehrt den Abschluss aufs Gehäuse der Stars. So kommt Jan Vogt völlig frei zum Slapshot und trifft damit zum Anschluss. Besonders bitter für Wehrli: Die Scheibe prallt unglücklich an seinem Brustpanzer ab und wird damit zur unhaltbaren Bogenlampe. 

Strafenreiches Schlussdrittel

Der Treffer zeigt unerwartete Wirkung, das Momentum droht zu kippen. Bei einigen Zuschauer kommen wohl Erinnerungen an das Spiel aus vergangenem Dezember hoch, bei dem die Stars im Derby beinahe eine 3:0-Führung verspielt haben. 

Doch die immer besser agierenden Gäste wollen sich selber nicht für den Aufwand belohnen. Wie gnadenlose Effizienz aussieht, wird ihnen auf der Gegenseite gezeigt. Im Powerplay kann Thierry Bessire einen Abpraller zum 3:1 verwerten. 

Das Derby verläuft während den ersten 40 Minuten erstaunlich ruhig, gerade mal vier Strafen werden gepfiffen. Folglich ist klar, dass die Reinacher im letzten Abschnitt für mehr Emotionen auf dem Eis sorgen müssen. 

Tatsächlich wird es in den letzten 20 Minuten gefühlt ein paar Grad wärmer in der Keba. Nach nur einer gespielten Minute wird die erste Strafe ausgesprochen. Es folgen acht weitere Vergehen, die gepfiffen werden. 

Da sich die Reinacher aber immer wieder selber mit unnötigen Strafen den Wind aus den Segeln nehmen – unter anderem wegen zu vielen Spieler auf dem Eis oder Scheibe vom Spielfeld befördert – will ihnen nichts mehr gelingen. Zwar darf Stefano Pons rund sechs Minuten vor Schluss sein Glück bei einem Penalty versuchen, scheitert aber an Wehrli. 

Verletzungspech bei den Stars

Die Stars feiern damit nicht nur den wohlverdienten Einzug in die Playoffs, sondern schliessen die Saison mit zwei Siegen und einer Niederlage gegen die Red Lions Reinach klar als Nummer 1 im Kanton Aargau ab.

Headcoach Roger Gerber darf mehr als glücklich mit der Leistung seiner Mannschaft sein. Mit Thomas Wälti, Sin Per Caflisch, Tobias Steiner und Leon Mosimann fehlten dem Trainer gleich vier wichtige Stammkräfte. Ausserdem musste Ben Fopma das Eis frühzeitig verlassen. «Nur eine Vorsichtsmassnahme im Hinblick auf die Playoffs», erklärt Gerber nach der Partie. «Natürlich hatten die Ausfälle Auswirkungen auf das Spiel. Ich musste die Linien anpassen, zum Glück ist es aufgegangen.»

Man habe heute gemerkt, dass die Derby-Stimmung aufgrund der Lage in der Tabelle nicht richtig aufgekommen sei, so Gerber. «Dass wir nun 6 von 9 Punkten gegen den Kantonsrivalen geholt haben, macht uns aber trotzdem besonders stolz.»

Roger Gerber musste gegen Reinach auf einige Stammkräfte verzichten.

Roger Gerber musste gegen Reinach auf einige Stammkräfte verzichten.

Steht nun also zurücklehnen und für die Playoffs schonen auf dem Programm? «Auf keinen Fall», erklärt Gerber. «Wir wollen im Rhythmus bleiben und uns die beste Ausgangslage verschaffen». Diese Möglichkeit bietet sich den Stars bereits am kommenden Mittwoch. Mit einem Sieg gegen den SC Herisau kann der 7. Platz in den Playoffs besiegelt werden. 

So präsentiert sich die aktuelle Tabelle der Qualimasterround Ost Gruppe.

So präsentiert sich die aktuelle Tabelle der Qualimasterround Ost Gruppe.

«Müssen uns auf den Ligaerhalt konzentrieren»

Auf der Gegenseite will sich Reinach-Trainer Raphael Zahner nicht lange über die Niederlage ärgern. «Derby ist Derby und eine Niederlage ist nie schön, aber wir müssen uns auf den Ligaerhalt konzentrieren», betont der Bandengeneral. Sein Team habe sich das Comeback mit unnötigen Strafen und mangelnder Effizienz selber verspielt. 

Dass seine Mannschaft aufgrund der Tabellenlage nicht mehr den gleichen Biss habe, will er so nicht akzeptieren. «Für uns geht es nach wie vor um viel, noch ist der Klassenerhalt nicht geschafft. Wir haben gegen einen guten Gegner mit sehr viel Routine verloren. Ausserdem sorgte die Linie mit Wittwer für den Unterschied». 

Reinach-Coach Raphael Zahner kann mit der Effizienz seiner Mannschaft nicht zufrieden sein.

Reinach-Coach Raphael Zahner kann mit der Effizienz seiner Mannschaft nicht zufrieden sein.

Den Reinachern steht am nächsten Mittwoch eine heikle Aufgabe bevor. Mit einem Sieg gegen Tabellenschlusslicht HC Luzern könnten die Red Lions einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen, doch ein Selbstläufer wird es garantiert nicht. Gegen die Innerschweizer musste das Team von Zahner im ersten Direktduell der Saison mit einer 0:3-Niederlage als Verlierer vom Eis. 

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